Probefahrten
Kommentare 20

Probefahrt in Ungarn: unterwegs in der 2013 Audi A3 2.0 TDI Limousine

Natürlich entwickelt man im Laufe der Zeit auch als Autoblogger Routine. Auf der Fahrveranstaltung mit dem neuen 2013 Audi A3 2.0 TDI Limousine kam der Routine dann aber das gute Wetter in die Quere. Bei 37°C im Schatten ständig aus dem Auto zu hüpfen (um Fotos und Video zu machen) und wieder einzusteigen, schlaucht. Ungemein. Und dabei hat die Klimaautomatik in der Audi A3 Limousine wirklich prächtig funktioniert und dafür gesorgt, dass ich wenigstens hin und wieder einen kühlen Kopf hatte.

An vier Dinge werde ich mich auf jeden Fall für längere Zeit zurück erinnern: 1) Das Fahrwerk der A3 Limousine gibt sich auf den vorzüglich ausgebauten Autobahnen in Ungarn sportlich, aber zu straff. Auf den teils wirklich katastrophalen Landstrassen schluckt es hingegen einiges an bösen Stößen locker weg. 2) Das im A3 (und hiermit meine ich die komplette neue Baureihe, denn ich bin den A3 ja auch schon als 3-Türer – Probefahrt mit dem 2012 Audi A3 (8V) – wie auch als Sportback – Probefahrt mit dem 2013 Audi A3 Sportback 2.0 TDI quattro sline – gefahren.) angebotene Bang & Olufsen Premium Soundsystem ist schlichtweg der Hammer und jeden der 790 Aufpreis Euro wert. 3) Der Kofferraum der A3 Limousine – und wir reden hier über ein Kompakt-Fahrzeug, der A4 ist stolze 14 Zentimeter länger, fasst 425 Liter und ist damit größer als im Sportback. Optimales Raumkonzept habe ich mir gemerkt, denn auch im Fond kann man als Erwachsener noch einigermassen bequem sitzen. 4) Wie schon erwähnt, die Klimaanlage kühlt auch bei extremen Wettersituationen.

Im Ausfahrt.tv-Video kann man auch nochmal schön sehen, wie uns die Hitze zugesetzt hat:

Als Audi die A3 Limousine in Shanghai vorgestellt hat, war ich ja vor Ort und hatte auch einige Fotos mitgebracht. Aber ich gebe gerne zu, dass ich bisang noch nicht die Ruhe gefunden hatte, den Audi A3 Sedan (jupp, die beiden Hauptmärkte sind USA und China) genauer anzusehen. Mir war schon klar, dass das Fahrzeug mir als nur ein Sportback mit Kofferraum ist. Allerdings musste ich schmunzeln, als es bei der Pressekonferenz hiess, es würde sich nicht (!) um ein viertüriges Coupe handeln. Die Form spricht da meines Erachtens doch eine etwas anderes Sprache. Gegen das Coupe und für den Begriff Limousine spricht auf jeden Fall die Kopffreiheit, die man auch als Erwachsener (ich messe 180cm) im Fond geniesst. Die Beine hingegen sind ansatzweise beengt, ich denke aber, dass man so auch 600 km mitfahren kann, ohne anschliessend über Knieschmerzen klagen zu müssen. Starre Gurtpeitschen hinten (damit sich der Nachwuchs auch problemlos alleine anschnallen kann) und ein Einklemmschutz an den hinteren Fenstern machen die A3 Limousine zu einem kinderfreundlichen Fahrzeug. Der ältere Nachwuchs freut sich zudem über die Leseleuchten im Fond.

Wohl weit wichtiger ist der Platz am Volant. Mir haben die Sitze gefallen, die Position am Lenkrad ist sehr bequem. Die 6-Gang S-Tronic schaltet wie gewohnt weich und zackig, der 150 PS Dieselaggregat gibt sein maximales Drehmoment über die Vorderachse ab. Wer mag kann optional das Audi drive select-System bestellen, was per Knopfdruck die Fahrwerkabstimmung und das Ansprechverhalten des Motor zwischen sportlich und komfortabel oder eine individuelle Mischung aus beidem verändert. Aus meiner Sicht ist dies allerdings kein Feature, was man zwangsläufig benötigt. Vielmehr stellt der neue A3 mit Kofferraum für mich eine angenehme Reiselimousine dar, mit der man bequem und stressfrei lange Strecken zurücklegen kann. Wer es denn gerne sportlicher haben möchte, sollte vielleicht auf den 1.8 TFSI mit 180 PS und quattro-Antrieb zurückgreifen.

Die Aufpreisliste – momentan kann man die Audi A3 Limousine ab 27.000 Euro konfigurieren – ist lang und verlockend. Das von uns gefahrene Fahrzeug verfügte eher über eine Basis-Ausstattung. Aus meiner Sicht empfehlenswert ist durchaus die Rückfahrkamera. Ob man sich für das große MMI-Infotainment-Paket mit allen Optionen entscheiden will, entscheidet wohl das Budget. In Ungarn habe ich die Navigation über das Google-Earth-Kartenmaterial wirklich geschätzt, weil man doch wieder einen Eindruck von seiner Umgebung bekommt und nicht nur Striche im Display sieht („Guck mal, da rechts ist ein See, und dort führt ein Feldweld in die Richtung.“), ob dies jedoch im alltäglichen Betrieb noch so seinen Reiz hat, vermag ich nicht zu beantworten. Gerne möchte ich auch noch einmal das „Audi Connect Paket“ in Ruhe testen. Man meldet sich bei Audi an und kann dann ettliche Dinge einstellen bzw. hochladen, die dann im Auto bereitgestellt werden (z.B. Twitter und Facebook-Zugänge, aber auch Fotos und Videos).

Sinnvoll ist es hingegen ganz bestimmt, sich die unterschiedlichen Assistenz-Systeme genauer anzusehen – auch bei der Konfiguration. Denn side assist, lane assist und cruise control erleichtern das Autofahren meiner Meinung nach doch ungemein und machen das Autofahren auch noch deutlich sicherer.

Ich bin gespannt, wie viele Audi A3 Limousinen es letztendlich auf die deutschen Strassen schaffen werden. Lediglich 1/6 der gesamten Produktion ist für den europäischen Markt gedacht. Insgeheim hoffe ich, dass die Audi-Kundschaft die A3 Limousine dann doch als viertüriges Coupe identifiziert und auch kauft. Ich finde den Wagen nämlich optisch sehr gelungen – vor allem die an den Frontscheinwerfern startende Tornado-Linie, die dann im Heckspoilerchen endet, mag ich wirklich sehr.

Alle Daten und Fakten zur Audi A3 Limousine hatte ich bereits gepostet. Es waren noch zahlreiche andere Blogger mit in Ungarn dabei, die ebenfalls ihre Meinung zur neuen Audi A3 Limousine verfasst haben: Kai Bösel, Stefan Maaß und auch Jens hat seinen Audi A3 Limousine Fahrbericht / Test – inklusive Video und Fotos online gestellt. Ich habe zudem eine kurze Zusammenfassung für das Audi Blog verfasst. Und nachstehend findet ihr noch ein paar weitere Fotos von der neuen Audi A3 Limousine, wenn auch nicht so viele wie sonst in meinen Fahrberichten: