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Autoblogger zu Besuch in der BMW-Welt

Autokauf inklusive Werksabholung. Bucht man diese Option als BMW-Kunde bei der Bestellung eines neuen Fahrzeuges, so findet man sich zu einem gegebenen Zeitpunkt in München in der BMW Welt ein. Und eben dort hatten mich und ein paar weitere Blogger die Verantwortlichen von BMW zu einem Kennenlernen eingeladen. Ein Termin nach meinem Geschmack. Vorab gab es einen Vortrag über die Unternehmensphilosophie. Nachhaltigkeit. Habe ich mir da als großes und wichtiges Stichwort gemerkt. BMW will nicht (nur) nach aussen als umweltbewusster Hersteller auftreten, man möchte den Gedanken auch leben. Meiner Meinung nach hat in der Industrie generell ein Umdenken stattgefunden. Statt den grünen Daumen werbewirksam nach oben zu halten, hat man festgestellt, dass ein ökologisches Bewusstsein durchaus sehr ökonomisch sein kann. Ein einfaches Beispiel: verbraucht man bei der Herstellung eines Fahrzeugs weniger Wasser, so ist das nicht nur gut für Mutter Natur sondern auch noch für den Geldbeutel. Prima!

Dieses Thema hat uns dann auch beim Rundgang in der BMW Welt begleitet. Gemeinsam haben wir uns die Zukunft der Bayrischen Motoren Werke in Form des BMW i3 und des BMW i8 angesehen. Der BMW i3 wird alsbald offiziell als Serienfahrzeug vorgestellt und der BMW i8 soll dann im kommenden Jahr für den Käufer bestellbar sein. So unterschiedlich das Aussehen und der angedachte Verwendungszweck der beiden Fahrzeuge auch ist, vieles eint sich im grundlegenden Konzept. Extreme Leichtbauweise mit Hilfe einer Carbon-Fahrgastzelle (sehr anschaulich in der BMW-Welt gestaltet, durch zwei Quader, die bei gleichem Volumen mit Stahl, Alu und Carbon-Kugel gefüllt wurden. Greift man nach dem Zylinder mit dem Stahl-Inhalt, so braucht es einiges an Kraft, um den Zylinder zu bewegen, im Anschluss fliegt einem der mit Carbon gefüllt Zylinder buchstäblich entgegen. Ok, verstanden – Carbon ist richtig leicht. Auch im Vergleich zum Aluminium.), Elektro- und Verbrennerantriebe gemischt (der i3 ist als reiner Stromer konzipiert, kann aber auch mit einem Range-Extender bestellt werden. Der BMW i8 hingegen hat serienmäßig zwei Antriebe an Bord – die Vorderräder werden elektrisch angetrieben, die Hinterachse mit einem Verbrenner – lautlos durch die Stadt gleiten oder mit mit zu 250 km/h über die Autobahn brüllen.), Ökologische Materialien (im Innenraum wird auf Metall verzichtet, um Geld zu sparen. Die verbauten Materialien sind vorzugsweise ökologisch mild hergestellt – wie ein Hanf-ähnliches Gewächs oder ein schonende gegerbtes Leder). Ich bin gespannt, wie sich diese neue Linie von BMW, die ja auch über das Internet vertrieben werden soll und zudem mit einem nachgelagerten Mobilitätskonzept angeboten wird (Kaufe einen BMW i3 und ein Nutzungsrecht einers Verbrenners für x Tage, um bspw. in den Urlaub zu fahren), durchsetzen wird.

Zurück zur Werksabholung. Da bekamen wir einen ersten Eindruck, wie eine solche abläuft, aber auch, was zeitgleich hinter den Kulissen passiert. Um die 160 Fahrzeuge werden pro Tag in der BMW Welt an die neuen Eigner ausgegeben. Ein sehr emotionales Ereignis, wie uns der Verantwortliche glaubhaft mit kleinen Geschichten belegte. 20% der Kunden, die ihr Fahrzeug selbst abholen kommen übrigens aus dem Ausland – viele Amerikaner sind darunter (Allerdings ist die Geschichte, dass sich Amerikaner ihren in den USA gefertigten X5 hier in Deutschland abholen ein Märchen).

Am Vortag der Abholung wird das Fahrzeug in den Katakomben der BMW Welt angeliefert. Der erste Weg führt durch die Waschanlage. Frisch gewaschen beschäftigen sich dann die Mitarbeiter mit der Vollendung des Fahrzeugs. Die letzten Wassertropfen werden entfernt, die Fussmatten ausgelegt und ein letztes Mal der Lack begutachtet. Anschliessend wird die Batterie noch einmal gefüllt und alle Systeme des Fahrzeugs aufgeschaltet. Für die nächsten Stunden wird der entsprechende BMW dann in einem Hochregal von einem Roboter eingelagert. 258 Fahrzeuge kann das pfiffige und eigentlich aus der Platznot heraus entwickelte System verwalten.

Am Tag der Abholung betritt dann der Käufer die BMW Welt und wird im obersten Stockwerk auf die Übernahme seines Fahrzeugs vorbereitet. Unter anderem gibt es auch noch einen speziellen Raum, wo dem zukünftigen BMW-Besitzer die Funktion der Assistenzsysteme erklärt werden kann (Meine Nerd-Seele hat laut gejubelt, weil dies unter anderem an so Leuchttischen erfolgt, auf die von in der Decke eingelassenen Beamern ein Bild projiziert wird, man das ganze aber trotzdem mit den Händen bedienen kann – Funky!). Zwischenzeitlich wird dann das Fahrzeug aus dem Hochregal geholt und mit einem Fahrstuhl auf die eigentliche Übergabe-Ebene geschickt. Dort darf der Neubesitzer dann in sein Auto steigen und von dannen fahren – sofern er sich nicht für ein Entertainment-Programm eingeschrieben hat, dass allerlei rundum München oder auch ein Werksbesuch enhalten kann. Besonders schön fand ich übrigens einen BMW M3 (E30), der dort – liebevoll der der BMW Klassik-Abteilung über 6 Monate lang restauriert, von seinem neuen Eigner abgeholt wurde.

Spannende Geschichte an einem rundum sehr produktiven Tag. Von BMW wird in diesem Blog auch zukünftig einiges zu lesen sein. Zur BMW-Welt selbst, darf ich die Beiträge von Thomas Gigold und Jens Stratmann empfehlen.