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2013 Nissan Note 1.2 DIG-S Tekna – cleverer, kleiner Familientransporter

Letztes Jahr bin ich den 2012 Nissan Note 1.5 dCI (Link zum Fahrbericht der Probefahrt) (E11) gefahren und war recht angetan vom Innenraumkonzept des japanischen Minivans. Gestern bin ich nun den neuen 2013 Nissan Note 1.2 DIG-S in der Ausstattungslinie Tekna gefahren. Alles neu, alles besser – so habe ich die Damen und Herren von Nissan verstanden. Geblieben ist das Innenraum-Konzept, das habe ich gleich zum Anfang festgestellt. Und das finde ich gut. Es geht dabei hauptsächlich um die Rückbank. Diese kann man nämlich ganz einfach verschieben. Ist viel beinfreiheit gewünscht – wenn man zum Beispiel erwachsene Passagiere mitnimmt, dann schiebt man sie ganz nach hinten. Steht hingegen der Wochenendeinkauf an, so schiebt man sie wieder ganz noch vorne, um den Kofferraum mal eben um 100 Liter Volumen zu vergrößern. Und das alles ohne große Kraftanstrengung, wie in den nachstehenden Ausfahrt.tv-Video ziwschendurch schön zu sehen ist:

Der Nissan Note – neu wie alt – ist ein kleiner Familientransporter. Nichts anders. Vielleicht noch ein praktisches Stadtauto (Wendekreis 10,7 m). Aber eben kein Rennwagen. Obschon die Aussenhülle des neuen 2013 Nissan Note im Vergleich zum Vorgänger wesentlich sportlicher und flotter daherkommt. Das liegt wohl an der Squash-Linie. An der was? Genau! Die Design geben doch den prägnanten Linien und Formen immer so nette Namen. Tornado-Linie heisst es beispielsweise im Hause Audi. Und eben Squash-Linie bei Nissan – zumindest auf den Note bezogen. Schaut man den neuen Nissan Note von der Seite an, so erkennt man schnell, dass sich eine Kante von den Rückleuchten bis zur Fahrertür zieht, dort dann aber doch lieber wieder kehrtmacht. Und mit einem Hauch Fantasie kann man somit auch den Weg eines Squashballes erkennen. Denn genau das wollten die Designer ausdrücken. Sportlich wie ein Squashball. Naja. Zumindest deutlich sportlich und pfiffiger präsentiert sich der Nissan Note.

Allerdings muss man wissen, dass dieses abgebildete und von uns gefahrene Exemplar zum einen alle Features und Optionen der höchsten Ausstattungslinie TEKNA an Bord hatte und zudem noch mit dem Invitation Sport Paket für 1.000 Euro Aufpreis ausgestattet war. Dieses Paket beinhaltet u.a. sportliche Stoßfänger vorne wie hinten inkl. Seitenschwellern, den Dachspoiler, Kühler und Scheinwerfer in einem anderen Design, 16″ Alu-Felgen und ein lederummanteltes Lenkrad wie einen ebensolchen Schaltknopf. Der „normale“ Nissan Note kommt einen hauch biederer daher. Ebenfalls Aufpreisflichtig ist das große Glasdach, was leider schon am Ende der vorderen Sitze endet, den Innenraum aber dafür schön aufhellt. Es lässt sich nicht öffnen, wohl aber verdunkeln, wenn die Sonne mal zu hell scheint. Im Paket mit dem „Intelligent Key“ (übersetzt in Funkfernbedienung, die man in der Tasche behalten kann, denn an den Türgriffen sind kleine Taster zu finden, mit dem sich die Türen eben auch entriegeln lassen, gestartet wird dann mit dem Startknopf) kostet das Glasdach 700 Euro Aufpreis. Die Metallic-Lackierung kostet 480 Euro zusätzlich.

Alles weitere ist in der TEKNA-Ausstattungslinie serienmäßig dabei. Das „Family Paket“ (kostet sonst 500 Euro extra) mit der eben bereits gelobten verschiebbaren Rücksitzbank in der dann eine Mittelarmlehne mit Getränkehaltern eingelassen ist, einem variablen Ladeboden (unter dem sich ein weiteres Staufach befidnet) und getönten, hinteren Seitenscheiben gehört dazu. Genau wie das „Comfort Plus Paket“ (Kostet sonst 450 Euro) mit Klimaautomatik, Fahrtlichtautomatik, Regensensor und Nebenscheinwerfern. Richtig stolz ist man bei den Japanern aber auf das „Technology-Paket“. Innovation that excites! Dieser Slogan hat sich bei mir eingebrannt, weil er wirklich überall zu lesen war. Gemeint ist damit eben jenes Paket. Drei Assistenz-Systeme hat man dem Nissan Note spendiert, die man sonst nicht in einem Minivan dieser Preisklasse vermuten würde. In den Aussenspiegel hat man kleine Icons, die aufleuchten, wenn sich ein Fahrzeug im toten Winkel befindet. Toter-Winkel-Warner heisst dies bei Nissan und ist mir sonst eher aus Fahrzeugen des Premiumsegments bekannt. Dazu gibt es noch einen Spurverlassenswarner. Bei anderen Fahrzeuge heisst dieses System Spurhalte-Assistent. Er soll eben warnen, wenn der Fahrer oder die Fahrerin, die aktuelle Spur verlässt.

Die Technik dahinter ist interessant. Während ich es aus anderen Fahrzeugen nur als Radarlösung kenne, wird im Nissan das Bild der Rückfahrkamera ausgewertet. Im Vergleich zu Systemen von Audi oder Mercedes reagiert der Warner – das entsprechende Icon des Systems im linken Rundinstrument flackert zur Warnung kurz orange auf und ein Warnton soll der Person am Lenkrad den Marsch blasen – hin und wieder einen Hauch zu spät. Ich finde das mit einem Blick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis aber sehr verzeihlich. Alle guten Dinge sind drei. Und somit gibt es noch einen dritten Assistenten mit dem schnöden Namen „Bewegungserkennung“. Dieser funktioniert in Zusammenarbeit mit dem „Around View Monitor“. Bitte was? Genau! Es soll heissen, dass der neue Nissan Note über eine 360° Kamera verfügt, die erstmal sehr praktisch beim Einparken ist – selbst wenn der Nissan Note meiner Meinung nach wirklich sehr übersichtlich ist! In den beiden Blinkern, wie auch im Frontemblem und an der Heckklappe befinden sich jeweils eine Kamera. Aus diesen 4 Bildern wird dann auf dem nicht ganz 6″ großen Display des Infotainment-Pakets eine Vogelperspektive mit dem Note in der Mitte generiert. Bewegt sich nun etwas vor oder hinter dem Auto, so erklingt ein Warnsignal und im Display wird das entsprechende Kamera-Fenster gelb eingerahmt. Ich bin ein riesen Freund von 230° Kameras, weil man doch viel stressfreier einparken kann. Und dies nicht nur in einer echten Prakplatzfläche, sondern eben auch im Wald, auf der Wiese, am Abgrund oder sonstewo, wo so ein automatischer Einpark-Assistent gar nichts bringt (den gibt es auch nicht für den Note). Diese drei Systeme zusammen nennen die Japaner stolz „Safety-Shield“. Hat was.

Inbegriffen im Technology-Paket ist zudem noch das „Nissan Connect“ – sprich das Infotainment-System. Das Navi finde ich klasse. Es hat uns gut geführt, ist zudem übersichtlich und gibt klare Anweisungen. Selbst in Österreich und er Slovakai. Tempolimits zeigt es ebenfalls an (wobei dies wohl nur solche sind, die mit dem Kartenmaterial hinterlegt wurden.). Die Einrichtung des iPhones ist ein Gucken. Danach kann man sowohl Musik via Bluetooth abspielen (selbst die Spotify.app auf dem iPhone lässt sich per Lenkrad fernbedienen), telefonieren – also per Bluetooth freisprechen. Zudem kann man noch diverse Google-connect-Dienste nutzen – das habe ich aber nicht ausprobiert und kann auch nichts dazu sagen. Die Boxen sind ok. Kein großes Kino in Dolby Surround Sound. Aber eben ein paar Boxen, mit denen man Musik hören kann.

Und eine schöne Playlist sollte man immer dabei haben, denn der kleine 1.2 Liter 3-Zylinder Benzmotor hört sich nicht gerade aufregend an. Dafür ist er angenehm leise und somit ist es in der Fahrgastzelle meist schön ruhig, es sei denn man lässt sich von den leichten Windgeräuschen stören, die ab 120 km/h zu hören sind. Der Motor hat aber nicht nur keinen tollen Klang, er ist auch furchtbar langweilig zu fahren .. zumindest im direkten Vergleich mit dem 2013 Nissan 370Z Nismo, den wir noch vor zwei Wochen fahren durften. Spass beiseite. Die 98 PS des Benziners reichen locker für die Stadt und die Landstrasse. Auf der Autobahn kann man prima mit 120 oder 140 km/h mitschwimmen, die Beschleunigung ist aber alles andere als spritzig. Für die Beschleunigung von 0 auf 100 braucht der 1.2 DIG-S fast 12 Sekunden. Da wird schon mal der Beschleunigungsstreifen auf der Autobahn sehr kurz. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 181 km/h.

Aber wie gesagt, wer einen Sportwagen will, sollte einen 370Z kaufen. Beim Nissan Note hingegen soll das verbrauchsoptimierte Fahren ganz vorne stehen. Mit 4.3 Liter Benzin auf 100 Kilometern soll man auskommen können. Ich halte das nicht für gewagt. Die erste Stunde (oder so) sind wir die ganze Zeit im ECO-Modus gefahren. Da beschleunigt der Nissan Note noch langsamer und nur wiederwillig den Gasbefehl an. Eine Start/Stopp-Automatik, sowie Geschwindigkeitsbegrenzer und Tempomat (gehört beides zur Serienausstattung) unterstützen beim braven Sparen. Auch animiert eine Leuchtleiste mit 5 LEDs noch einmal zusätzlich wie auch eine Skala die anzeigt, wie doll man gerade das Gaspedal durchdrückt. Spielkram. Alles. Fakt ist aber, der 2013 Nissan Note 1.2 DIG-S als Handschalter lässt sich sehr bequem mit unter 5 Litern fahren. Wer die Disziplin (oder die Ruhe) hat, den ECO-Modus nie zu verlassen sollte auch den NEFZ-Verbrauch locker erfahren können.

Zurück zum kompakten Familientransporter. Auf der Rücksitzbank haben die Nissan-Ingenieure sich nicht gerade mit Ruhm beklecktert. Lose statt starre Gurtpeitschen, da kann sich der junge Nachwuchs nur mit Mühe alleine anschnallen. Und die Fenster hinten (wie übrigens auch vorne) verfügen nicht über einen Einklemmschutz (die hinteren Fensterheber lassen sich aber zumindest vom Fahrersitz aus deaktivieren). Dafür lassen sich die Türen hinten wie vorne fast mit einem 90° Winkel öffnen. Das hilft nicht nur ungemein beim Einsteigen, wenn man gerade nicht so kann, wie man will, auch das Anschnallen der Kleinsten wird so zum Kinderspiel. Auch sind die kleinen Tischen am Rücken der Vordersitze schön, damit die Lütten beim Fahren auch mal malen können (gute Eltern) oder eben das Nintendo aufstützen können (böse Eltern!). Die in der Mitte versteckte Mittelarmlehne sorgt zudem für einen Ruheschutzwall zwischen den (natürlich nur temporär) verfeindeten Geschwistern.

Was kostet? Was letzte Preis? Ab 13.990 Euro gibt es den Nissan Note. Das von uns gefahrene Exemplar hat einen Basispreis von 19.590 Euro (zzgl. 2180 Euro Sonderausstattung). Die Meinung von Jens lest ihr in seinem Beitrag Der neue Nissan Note 2013 – Test, Fahrbericht, Fotos & Video!. Der Kollge Björn von Motor-Talk war auch mit uns in der Slovakai – hier sein Beitrag Dieser Nissan gefällt durch seine geräumige Note. Alles Daten und Fakten zum neuen Nissan Note (E12) hatte ich bereits gestern veröffentlicht. Weitere Fotos und Detailbilder vom Nissan Note findet ihr in der nachstehenden Galerie: