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Orange! Probefahrt mit einem 2013 Opel Cascada 2.0 CDTI „Edition“

Am 23. Mai zeigte Opel Deutschland auf seiner Facebook-Seite ein Foto von einem matt-orangenen Opel Cascada. DEN WILL ICH HABEN! war mein erster Gedanken. Ich mag Holland. Ich mag die Holländer. Ich bin sogar Holland-Fan, wenn es um das Thema Fussball geht (also zumindest so lange, wie sie nicht gegen uns spielen). Und orange ist ganz eindeutig meine Lieblingsfarbe. DEN WILL ICH HABEN! Besorg uns den doch bitte, Jens! Kaum hatte ich meinen Wunsch adressiert, kam auch schon die Bestätigung. Ein paar weitere Tage nach dem Besuch von König Willem-Alexander und Königin Máxima der Niederlande, zu deren Besuch, Opel den Cascada entsprechend aufbereitet und foliert hatte (Nein, das ist leider keine Sonderfarbe, die man bestellen kann, sondern lediglich ein Folienüberzug), wurde uns der .. genau dieser (!) .. Opel Cascada dann nach Bielefeld geliefert, so dass wir ihn 14 Tage lang testen konnten. Zum Abschluss unserer Zeit haben wir den 2013 Opel Cascada 2.0 CDTI „Edition“ dann noch zu einer Ausfahrt nach Enschede, Holland mitgenommen, wo wir unser nachstehendes Ausfahrt.tv-Video produziert haben:

Selbst ohne die orangene Folie ist der Opel Cascada meiner Meinung nach ein sehr gelungenes Auto. Nicht nur die Linien der Karosserie haben mir zugesagt, auch der Innenraum ist nach meinem Geschmack gestaltet gewesen. Das hellbraue, perforierte Leder hat dem Innenraum zusätzlich deutlich aufgewertet. Auch schön, dass Opel für den Cascada nicht nur eine Sitzheizung für die kalten Tage, sondern auch eine Sitzbelüftung anbietet. Die hat uns bei unsere Ausfahrt nach Holland bei über 35°C im Schatten doch sehr angenehm den Rücken gekühlt. Auch die normale Klimaanlage hat prima den geschlossenen Wagen herunter gekühlt (wir sind auf der Autobahn ein paar Abfahrten geschlossen gefahren).

Apropos. Ich finde, dass der Cascada auch im geschlossenen Zustand eine sehr gute, wenn nicht gar sportliche Figur abgibt. Zudem sich die Windgeräusche beim geschlossenen Verdeck auch in Grenzen halten. Wir hatten in unserem Testfahrzeug das Premium Stoffverdeck “Mocca” mit zusätzlicher Akustikdämmung. Den Unterschied im vergleich zum „normalen“ Stoffverdeck kan ich leider nicht ziehen, denke aber dass man bei einem Aufpreis von gerade mal 390 Euro („Edition“, durchaus zuschlagen kann. Auch sollte man meines Erachtens nicht auf die elektrischen Gurtanreicher beim Konfigurieren verzichten. Diese erleichtern das Anschnallen doch ungemein, gerade wenn man nicht mehr so wahnsinnig gelenkig (aka jung) ist.

Das Einsteigen auf die Rücksitzbank können hingegen auch ungelenkige Personen einfach bewerkstelligen. Die Vordersitze fahren (elektrisch) dankenswerter Weise ein Stück nach vorne. Hinten können auch zwei Erwachsene (das Opel Cascada Cabriolet ist ein reiner Viersitzer) bequem Platz finden. Die Beinfreiheit könnte noch ein wenig großzügiger sein, aber selbst Tagesreisen sollte ein Erwachsener im Fond bequem absolvieren können. Ist man nur zu zweit unterwegs, kann man die Rücksitze auch noch umklappen und hat dann die Möglichkeit sperrige Gegenständige durchzuladen – wie zum Beispiel die Ski oder ein Snowboard.

Für einen Wochenendausflug mit 4 Personen ist der Kofferraum auch arg klein bemessen. Gerade mal 280 Liter stehen den Reisenden zur Verfügung. Das reicht für 3 Kabinentrolleys und ein, zwei kleinere Taschen. Fährt man mit geschlossenem Verdeck, kann man noch einmal 100 Liter Kofferraumvolumen mehr belegen. Offen fahren will man doch aber, oder? Die Luftverwirbelungen im Fond halten sich in Grenzen. Sicherlich ist es hinten bei 100 km/h schon sehr luftig, meine Baseballcap sass aber gut auf dem Kopf während meiner Testfahrt. Der Nachwuchs hat allerdings schon bei unseren Probefahrten ein wenig gejammert. Für die Kinder sollte man bei der offenen Ausfahrt auf jeden Fall eine Jacke und eine Mütze, als pflichtbewusstes Eleternteil auch noch eine Sonnenbrille, für die Kleinen einpacken. Die Kindersitz-Montage war dank Isofix schnell erledigt. Und dank starr befestigter Gurtpeitschen hinten, konnte sich mein Nachwuchs auch problemlos selbst anschnallen.

Der Navigationsteil des Infotainmentsystems hat zuverlässig funktioniert. Die Anweisung sind einfach und verständlich, das Display mit der Karte lässt sich auch gut ablesen. Die Connectivity mit dem iPhone war ok, Freisprechen bei geöffnetem Verdeck ist aber natürlich nicht so toll für den Angerufenen. Ich habe es nicht geschafft, meine Musik per Bluetooth abzuspielen – warum auch immer. Dafür befindet sich in der Mittelkonsole jedoch ein einfach zu erreichender USB-Anschluss mit dem das Abspielen meiner Musik dann klappte. Die Lautsprecherleistung ist in Ordnung. Ein wenig mehr Kraft und Klangtiefe wäre aber durchaus schön. Bei offenem Verdeck und geschlossenen Fenstern kann man aber selbst auf der Autobahn noch gut Musik hören.

Den Opel Cascada gibt es in zwei Ausstattungslinien – als „Edition“ liegt der Basispreis bei 26.000 Euro, als „Innovation“ bei 30.000 Euro. Es stehen zwei Benzin- und zwei Diesel-Motorisierungen zur Verfügung. Als Einstieg dient ein 1.4 Liter Turbo-Motor mit 120 PS und manuellem 6-Gang-Getriebe. Dem gegenüber steht der stärke Diesel mit einem 2 Liter Biturbo CDTI-Motor, der 195 PS leistet. Unser Testwagen hatte den 2 Liter CDTI mit 165 PS verbaut, geschaltet wurden die 6 Gänge automatisch, Schaltwippen am Lenkrad versprühten einen Hauch von Sportlichkeit zum selbst schalten. Mir persönlich hat die Motor/Getriebe-Kombination nicht so zugesagt. Ich würde wohl entweder den kleinsten Benziner wählen nach dem Motto „Hauptsache offen cruisen“ oder aber den BiTurbo-Diesel für das sportliche Cabrio-Erlebnis. Der 2.0 CDTI ist eine Mischung, die vielen Leuten bestimmt gefällt, ich bin da eher für Fisch oder Fleisch. Die Automatik habe ich als perfekt fürs Cruisen, aber etwas zu träge für das sportliche Fahren empfunden. Das Fahrwerk war sehr angenehm. Nicht zu straff für das komfortable Reisen, aber straff genug für die schnell durchfahrenen Kurven und auch an der Lenkung habe ich nichts auszusetzen, allenfalls hinzuzufügen, dass das Lenkrad sehr schön griffig ist.

Mein Fazit zum Opel Cascada fällt somit auch sehr positiv aus. ich finde, dass Opel mit dem Cascada ein sehr formschönes Cabriolet auf den Markt gebracht hat, was sich sehr hochwertig ausstatten lässt, ohne dabei unbezahlbar zu werden. Ich würde mich freuen, wenn es dazu beiträgt, dass Opel als Autobauer wieder besser in der Spur läuft, denn solche Autos sieht man doch gerne in unserem Strassenbild.

Andere Stimmen zum Opel Cascada bei den nachstehenden Auto-Bloggern: Moritz, Mario und Mikhail. Jens Sicht auf unseren Opel Cascada könnt ihr in seinem Beitrag Der königliche Opel Cascada – ein etwas anderer Fahrbericht! nachlesen. Nachstehend findet ihr wie immer in meinen Beiträgen eine Bilder-Galerie mit Fotos und Detailbildern vom 2013 Opel Cascada 2.0 CDTI „Edition“: