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2013 Audi RS7 in nardograu – Fahrbericht meiner Probefahrt

Der neue 2013 Audi RS7 hat ein Kofferraumvolumen von 535 Litern. Das ist im Vergleich zu so mancher Mittelklasse-Limousine wirklich beachtlich. Klappt man die Rückbank um, so kann man ein Volumen von 1490 Litern füllen. Die entstehende Fläche reicht locker aus, um zwei Personen einen angenehmen Schlafplatz zu offerieren. Ganz nebenbei ist am anderen Ende der Sportbacks ein Biturbo-V8 eingesetzt, der aus seinen 4 Litern Hubraum mal eben 560 PS Leistung herausholt, die für ein maximales Drehmoment von stolzen 700 Nm sorgen. Dank permanenten Quattroantrieb wird das Drehmoment stets an beide Achsen weitergegeben. Wer das Gas im Sportmodus voll durchdrückt, kann den neuen 2013 Audi RS7 mal eben von 0 auf 100 km/h in gerade mal 3.9 Sekunden beschleunigen. Bleibt der Fuss auf dem Gaspedal so endet die Beschleunigensorgie erst bei 250 km/h. Wem das nicht reicht, der kann das Dynamik Paket Plus zum Auto dazu bestellen und erkauft sich so eine Spitzengeschwindigkeit von 305 km/h. Ich verleihe dem Audi RS7 somit erstmal das Prädikat „Superflinkes Doppelbett“. Diese Einleitung soll aber nur vertuschen, dass mich die Leistung des Audi RS7 wirklich stark beeindruckt hat. Die Leistung und die beiden Gesichter. Bevor ich dies aber weiter ausführe, hier erstmal das Ausfahrt.tv-Video zum Audi RS7, was Jens und ich gestern erstellt haben:

Wer einen sportlichen Audi A7 quattro kaufen möchte, greift zum 3 Liter TFSI mit 310 PS – die Basisausstattung kostet nicht ganz 60.000 Euro. Finanziell potent ausgestattete Audi-Freunde können aber auch zum Audi S7 greifen. Der 4 Liter TFSI leistet 110 PS mehr, als insgesamt 420 PS, kostet aber auch in der Basis locker 20.000 Euro mehr. Nur 420 PS? Das geht noch was! In der Tat. Für den Audi RS7 haben die Ingenieure aus Neckarsulm nochmals hier und da gefeilt und getüftelt und bieten dem geneigten Käufer also weitere 140 Mehr-PS – bei einem Basispreis von 113.000 Euro. Unser Testfahrzeug hatte noch so einige aufpreispflichtige Optionen verbaut, so dass ich auf einen Listenpreis um die 150.000 Euro tippe.

Warum sollte denn nun bitte wer-auch-immer sich einen Audi RS7 kaufen, wenn man doch für die Hälfte des Geldes schon einen flotten Audi A7 kaufen kann? Erste klassisch-dumme Antwort: Weil er es sich leisten kann! Aber der wahre Grund ist wohl eher, weil er ein Auto kauft, was sich sehr schön dazu eignet, mit vier erwachsenen Personen auf sehr formschöne, komfortable und sportliche Art zu reisen. Selbst für das Gepäck ist ausreichend Platz vorhanden. Damit meine ich das Fahren im normalen „D“-Programm. Zieht er dann aber einmal kurz am Gangwahlhebel des 8-Gang-Tiptronic-Automatikgetriebes, so aktiviert sich das Sportprogramm.

Komfortables und sportliches Reisemobil? Nein. Das Fahrwerk wird bretthart, die elektronisch gesteuerten Klappen der Abgasanlage sorgen fortan für orchestrale Untermalung des Fahrerlebnisses. Das Gaspedal will nun ebenfalls sehr gefühlvoll bewegt werden, andernfalls beschleunigt man noch ungewollt mal eben 20-30 km/h. Mit einem Schub. Und das Ganze bei so ziemlich jeder Geschwindigkeit. Lediglich ab 250 km/h lässt die Elastizität ein wenig nach. Diese Leistung hat mich schlichtweg beeindruckt. Wie überhaupt das komplette Wechselspiel zwischen dezent sportlichem Reisemobil und Rennwagen im Strassentrimm.

Wer sich unseren Testwagen ansieht und leuchtende Augen bekommt, sollte dann auch mal eine genaueren Blick in den Konfigurator oder die Preisliste werfen. Die Felgen: 2000 Euro. Das schöne Nardograu, in dem der Audi RS7 meines Erachtens noch einmal wesentlich dezenter aussieht als in den anderen Farben, die uns zur Verfügung standen: unbezahlbar und kostenlos. Das Dynamikpaket plus – inklusibe Keramikbremse, Dynamiklenkung, Sportdifferenzial, Sportfahrwerk plus mit Dynamic Ride Control und die Abregelung vom Vmax bei 305 km/h – 11400 Euro. Aussenspiegel aus Carbon: 1.400 Euro. Leder mit Wabenstepp – 950 Euro. Dachhimmel in Alcantara schwarz (wunderschön, wie ich finde): 2050 Euro. Das MMI Navigation plus mit MMI touch gehört zur Serienausstattung, das traumhafte Bang & Olufsen Advanced Sound System hingegen kostet einen Aufpreis von 6.000 Euro. Assistenz-Paket inklusive Audi pre sense plus: 2.000 Euro. Das Head-up-Display, was ich klasse finde – da wünsche ich mir doch zeitnah mehr Engagement auch von anderen Herstellern – 1.380 Euro. Lange Aufzählung, kurzer Sinn: Wer über das benötigte Budget verfügt, kann sich den neuen Audi RS7 wirklich zu einem echten Traumwagen zusammen konfigurieren.

Innen mit der Audi-üblichen schlichten Eleganz versehen. Aussen mit zeitlos eleganten Linien (und ja, ich musste in der Tat beim Anblick des Hecks immer wieder an meine kurze Ausfahrt mit dem 1973 Audi 100 Coupé S denken) geadelt. Und unter der Haube ein wildes Herz, was dem Auto Supercar-ähnliche Fahrwerte beschert. Der Audi RS7 wird wohl zu Recht der Traumwagen vieler Audi-Freunde werden. Wer ihn aber auf der Strasse sehen will, wird wohl in Zukunft eher in den USA und in China fündig. Dort sieht Audi die primären Zielmärkte.

Alle Daten und Fakten zum Audi RS7 habe ich eben schon veröffentlicht. Wer eine andere Meinung lesen möchte, liest bei Moritz 560 PS im Fahrbericht: der neue Audi RS 7 Sportback oder Jens Fahrbericht mit Video: Audi RS7 – meine Meinung, meine Kritik, Preise und Fakten! nach. Weitere Beiträge von Can, Don und Kai werden folgen. Nachstehend findet ihr noch eine üppige Fotogalerie und direkt darunter noch ein zweites Video von uns – in englischer Sprache.