Allgemein
Kommentare 9

Hüte Dich!

So nicht, Herr Stratmann! Das Bild stammt aus meinem Fahrbericht zum smart ebike aus dem Sommer letzten Jahres. Ich hatte für 4 Wochen den Führerschein abgeben müssen und bin statt wie üblich mit einem Auto mit dem smart ebike zur Arbeit gefahren. Ich gehöre ja zu der Generation, die selbst nie in einem Auto-Kindersitz gesessen haben. Der Polo meiner Mutter hatte – soweit ich mich erinnern kann – auch keine Gurte hinten. Heute kaufen wir selbstverständlich geprüfte Kindersitze und lassen unsere Kinder niemals ohne im Auto mitfahren. Und auch haben unsere Kinder stets einen Fahrradhelm auf dem Kopf. Denn diese schützen auch.

Allzu oft sehe ich jedoch Familien in meiner Altersklasse, bei denen die Kinder brav behelmt sind, die Erwachsenen jedoch ohne Helm auf dem Rad sitzen. Und auch in meiner kleinen Familie gibt es eine ziemlich beratungsresistente Person, die bislang auf einen Helm verzichtet. Ein kleiner Tipp – ich bin es nicht – und ja, ich habe auch bei den Fahrten mit dem smart ebike immer brav einen Helm getragen. Und weil wir ja jetzt Sommerferien (nahezu) überall in Deutschland haben, greife ich gerne zwei Blogbeiträge zum Thema Fahrradhelm auf, die sehr plastisch die Vorteile des Helmtragens aufzeigen:

opahansblog : Stürzen wir kopfüber aus einer Höhe von 1,6 m, dann schlägt unser Kopf mit einer Geschwindigkeit von 5,6 m/s auf dem Boden auf, das sind rund 20 km/h. Nehmen wir an, der Asphalt gibt ein bisschen nach und der Schädel auch, dann steht ohne Helm vielleicht ein Zentimeter Weg zur Verfügung, um diese Geschwindigkeit abzubauen. Daraus errechnet sich mit der Formel eine wirksame Verzögerung von 1568 m/s² bzw. rund 160 g. (Die 160fache Erdbeschleunigung). Wenn uns der Helm mit seiner Styroporschicht z.B. 3 cm mehr zur Verfügung stellt, vermindert sich dadurch die Belastung auf 385 m/s² oder 39 g. Man weiß so in etwa, was ein menschlicher Kopf aushält. Natürlich ist das individuell unterschiedlich und hängt auch von der Einwirkzeit ab, aber ungefähr bei 80 g ist mit schweren Verletzungen zu rechnen. Fallen wir ohne Helm auf die Straße, liegt die Belastung beim Doppelten dieses Werts, mit Helm beträgt sie die Hälfte davon. So einfach ist das. Helme schützen.

Willsagen : Trifft der Kopf ungeschützt auf eine Bordsteinkante, wirkt die Kante wie eine Axt im Holzscheit. Mit Helm dazwischen werden die Kräfte in der Polsterung auf eine größere Fläche ausgedehnt, womit sie in ihrer Aggressivität abgeschwächt werden. Das ist der gleiche Effekt wie bei Smartphonehüllen: Zusätzlicher Verzögerungsweg und Verteilung der Kräfte durch anschmiegsames, stoßdämpfendes Material.

Also liebe Erwachsene meiner Generation. Ja natürlich sind wir damals auch ohne Helm prima klargekommen. Und sicher sind die Helme lästig, sehen lächerlich aus und versauen einem herrlich die Frisur (soweit vorhanden). Aber die Verkehrsdichte hat nun auch zugenommen, die heutigen Autos sind – wie wir alle wissen – deutlich grösser und schwerer. Es gibt also keinen Grund mehr, weiterhin kopflos mit dem Rad durch die Gegend zu fahren! Seht her auf meinen erhobenen Zeigefinger und hütet Euch!