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2013 Mercedes-Benz CLA 220 CDI (C117) im Alltagstest – Fahrbericht meiner Probefahrt

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Alles, was Du schon immer über die neue Mercedes-Benz CLA (Baureihe 117) wissen wolltest – hier bei Auto.Geil – nur einen Klick entfernt.

Neulich schrieb jemand an die Wand der Auto..Geil-Facebook-Seite “… ich werde deiner Seite wohl nun nicht mehr folgen. Wer Aussagen tätigt wie: “Der Mercedes CLA 250 4MATIC gehört aktuell zu meinen absoluten Traumfahrzeugen.” und auch ansonsten kein kritisches Wort zu den getesteten Fahrzeugen findet, der darf sich eigentlich nicht mehr Autoblogger nennen …” Es tut natürlich weh einen Leser zu verlieren, doch habe ich noch nirgendwo etwas gelesen, dass Autoblogger nicht auch Traumautos haben dürfen. Und so bleibe ich auch dabei, wenn ich es nun auch etwas auflockern muss – der Merecdes-Benz CLA gehört aktuell zu meinen absoluten Traumfahrzeugen.

Ich begleite den CLA ja nun schon seit der Vorstellung der seriennahen Studie – dem Mercedes-Benz Design Stlye Coupe in L.A. (mein Beitrag: Mercedes-Benz CLA Studie (C117)). Ich war bei der Weltpremiere des CLA in Detroit (mein Beitrag: Mercedes-Benz CLA (C117) – der erste Kontakt) zu Gast. Ich durfte ihn erstmals in Frankreich bei der internationalen Pressefahrvernastaltung als CLA 250 (mein Beitrag: Ungezähmt? Meine erste Probefahrt mit dem 2013 Mercedes-Benz CLA 250 “Edition 1″ (C117)) und CLA 250 4MATIC (mein Beitrag: Angefahren: cirrusweißer 2013 Mercedes-Benz CLA 250 4MATIC mit Panoramadach (C117)) fahren. Und im Juli hatte ich dann noch das Vergnügen den Mercedes-Benz CLA 45 AMG (mein Beitrag: Erfahrungen von der Probefahrt mit dem 2013 Mercedes-Benz CLA 45 AMG (C117)) fahren zu dürfen. Wer die einzelnen Beiträge liest oder gelesen hat, weiss, dass ich diesen kleinen Benz wirklich in mein Herz geschlossen habe. Und mir auch nicht mal die Mühe gebe, objektiv zu sein.

Jetzt hatten wir den Mercedes-Benz CLA 220 CDI für 2 Wochen in Bielefeld und ich konnte prüfen, ob die Eindrücke, die ich bei Sonnenschein an schönen Orten gewonnen habe, auch in Bielefeld Bestand haben.

Rein optisch was unser Testwagen in Bielefeld sehr nah an dem CLA 250 4MATIC, den wir schon in Frankreich gefahren sind. Cirrusweisse Farbe und mit dem von mir durchaus geschätzten Panorama-Dach versehen, was – von der eigentlichen Funktion mal abgesehen – dem CLA mE sehr gut steht, da ja die Frontscheibe optisch in das Schwarz vom Panorama-Dach übergeht. Gerade im Kontrast zur weissen Farbe sieht das meiner Meinung nach richtig gut aus. Die silbernen 18″ AMG-Felgen hingegen kommen bei mir nicht so gut an, da würde ich mir eher die schwarzen Felgen aussuchen, die auf dem CLA 250 “Edition 1” montiert warten.

Motorisierung: Mercedes CLA 220 CDI
Während wir bei den Fahrveranstaltungen bislang nur Benziner gefahren waren, hatten wir für den Alltagstest einen CLA mit dem 220 CDI bekommen. Den Motor hatte ich auch schon in Slowenien bei der Fahrveranstaltung der neuen A-Klasse ( mein Beitrag: Probefahrt: der neue Mercedes-Benz A 200 / 220 CDI BlueEFFICIENCY (W176) ) und würde ihn auf jeden Fall den kleinen Diesel-Motoren vorziehen, da erst der 220iger über die Spritzigkeit verfügt, die man sich so wünscht. Der Preisunterschied ist auch nicht so gewaltig. Der CLA 200 CDI (140 PS, 250 Nm) kostet in der Basis-Ausstattung 33.677,00 Euro, weitere 2.165,80 Euro sind für die 7G-TRONIC [das Automatikgetriebe] fällig, so dass man bei einem Startpreis von 35.842,80 Euro landet. Der CLA 220 CDI (170 PS, 350 Nm) verfügt in der Basis-Version schön über die 7G-TRONIC und kostet mit einem Preis von 37.990,75 Euro dann gerade mal 2.000 Euro mehr in der Anschaffung. Der CLA 220 CDI beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 8.2 Sekunden, der 200er benötigt eine Sekunde länger. Und auch in Sachen Höchstgeschwindigkeit präsentiert sich der 220 CDI mit einem TopSpeed von 230 km/h ganze 10 km/H schneller als der 200 CDI.

Ich gebe zu, dass das reine Lesen der Werte den Unterschied nicht ganz so beeindruckend darstellt, die ich ihn damals bei der A-Klasse erFahren habe. Apropos beeindruckend. Was mich tief beeindruckt hat, ist die Laufruhe des CLA auf der Autobahn. Da profitiert er wirklich von seinen Weltrekord-Aerodynamikeigenschaften. Die Windgeräusche jenseits der 200 km/h sind wirklich verschwindend gering. Und auch der Diesel gibt sich höchst kultiviert. Lediglich beim Starten und auf den ersten Kilometern bei kaltem Motor und im Stadtverkehr verrät das Motorengeräusch überhaupt, dass man einen Diesel fährt.

Das Platzangebot des Mercedes CLA im Fond
Sehr skeptisch war ich ja bei meinen Testfahrten, was das Platzangebot des CLA im Fond angeht. Gerade in Frankreich, wo ich (180cm) mit Jens (175cm) und Kim (185 cm) mit dem Mercedes CLA unterwegs war, hatten wir alle doch mit mangelnder Kopffreiheit im Fond zu kämpfen. Das habe ich jetzt relativieren können. Also nicht für Körpergrößen ab 175cm, aber Personen, die nicht größer als 170cm sind, können sehr bequem im Fond sitzen. An Beinfreiheit hat es ja sowieso nicht gemangelt.

Sprich, die Kinder hatten nicht nur ausreichend Platz, sondern haben sich auf der Rücksitzbank auch pudelwohl gefühlt. Die starren Gurtpeitschen haben dem Nachwuchs das Anschnallen erleichtert, wohl muss ich aber auch hinzufügen, dass sich im Fond Sitze mit ISOFIX-Haltung anbieten. Denn normale Sitze verrutschen schnell seitwärts und verdecken dann die Gurtpeitschen.

Praktisch ist auf jeden Fall der 12V-Anschluss für den Fond zwischen den beiden Vordersitzen. Allerdings muss man bedenken, dass die schönen und komfortablen Sportsitze des CLA, die keine Kopfstützen im klassichen Sinne verfügen, sondern an Sportschalen angelehnt sich, die Montage von zugekauften DVD-Playern mit eigenem Display nicht erlauben. Über dem Fach mit dem 12V-Anschluss befinden sich noch zwei Lüftungsdüsen, um den Fond zu klimatisieren. Die Luft, die dort ankommt, ist leider nicht ansatzweise so schön kühl, wie man das auf den Vordersitzen geniessen kann.

Der Kofferraum des Mercedes-Benz CLA im Alltagstest
Das der Kofferraum des CLA mit seinen 470 Litern Volumen nicht nur nach dem Papierwert sehr gross ist, hatten wir ja zuletzt in unserem Ausfahrt.tv Mercedes-Benz CLA 45 AMG Video sehr plastisch belegt. Ein 77-Liter-Koffer, 4 Bord-Trolleys und ein Rucksack passt locker in den Kofferraum. Dazu kann man noch einiges an Kleinteilen verstauen. So war auch unser Familien-Wocheneinkauf problemlos im Kofferraum zu verstauen.

Für meine Frau sind allerdings Ladekanten ein No-Go. Mit Ladekante meine ich das Wegstück, was man zunächst nach oben heben muss, um es dann wieder nach unten in den Kofferraum zu befördern. Beim CLA sind das 15cm. Stell Dich nicht so an! möchte man meinen. Wer allerdings Probleme mit dem Rücken hat oder hatte, sollte dies für sich ausprobieren. Man muss Gegenstände, die man in den Kofferraum verstauen will, muss diese zunächst ca. 70cm nach oben befördern.

Ein kleines aber praktisches Detail am Rande: An der linken Kofferraum-Wand befindet sich ein weiterer 12Volt-Anschluss, den ich zum Laden meiner Video-Kamera nutzen konnte, der sich aber auch für den Einsatz unserer 12-Volt-Kühlbox durchaus anbietet.

Weitere Auffälligkeiten im Alltagstest mit dem Mercedes-Benz CLA 220 CDI
Jetzt noch ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind – in wahlloser Reihenfolge.

Das Panorama-Dach finde ich schick und zweckmässig. Es könnte sich für meinen Geschmack aber durchaus ein wenig flotter öffnen. Leider lässt es sich nicht mehr schliessen, wenn man den Zündschlüssel abgezogen hat. Will sagen, das konstante Drücken der Verriegelung auf der Funkfernbedienung schliesst leider nicht das geöffnete Schiebedach.

Die Leistung der Klimaanlage ist top. Wir hatten ja in den letzten Tagen hier Temperaturen um die 35°C und die Anlage hat den aufgeheizten CLA schnell herunter gekühlt. Und natürlich hilft es dabei, wenn man auf den ersten paar hundert Metern alle Fenster und auch das Schiebedach öffnet.

Durch das Konzept der rahmenlosen Türen bekommt man fix den leidigen Nebeneffekt, dass man Fingerspuren auf den Scheiben hat und auch sieht. Wer also gerade ein Landjäger aus der Hand gegessen hat, sollte sich an den Türgriff halten und nicht nach Scheibe greifen. Die Dichtungen derselben müssen wirklich gut sein – Windgeräusche? Nein!

Gerade auf längeren Autobahn-Passagen möchte ich nicht mehr auf die DISTRONIC verzichten müssen. Es ist wirklich so angenehm, einfach den Tempomaten auf 120 km/h zu setzen und dann bequem durch das Land zu fahren. Zieht ein Auto in die Spur oder fährt ein LKW langsamer als man zunächst vermutet hat, bremst das System sachte ab und man setzt eben den Blinker und setzt zum Überholen an.

Viel Kritik von anderen hat das Display vom Entertainment-System bekommen. Sieht billig aus! Ist das nachgerüstet? In einem Youtube-Kommentar eines Amerikaners stand jüngst, dass er Bedenken hat, dass die zwielichtigen Gestalten in seiner Stadt dies für ein Nachrüst-Navi halten könnten, und deswegen dann das Auto aufbrechen. Vom ästhetischen Standpunkt her gesehen, gibt es wirklich schönere Lösungen. Beispielsweise beim neuen Audi A3, wo das Display ja elegant im Dashboard verschwindet. Dafür ist die Mercedes-Lösung eben auch preiswerter. Insbesondere im Hinblick auf das iPhone Drive Kit Plus, mit Hilfe dessen man bestimmte App-Inhalte des iPhones auf dem Display visualisiert bekommt und mit Hilfe des Bedienrades auch nutzen kann, ist das “Aufsatz”-Display eine attraktive Lösung. Dies ist nämlich auch Bestandteil des preiswerten Radios und das COMAND Online muss nicht mehr bestellt werden. Leider hat unser CLA im Alltagstest nicht das iPhone Drive Kit Plus dabei gehabt, sonst hätte ich das doch noch mal in epischer Breite vorgestellt.

Das war es auch schon.

Mein Fazit: Aktuell sind wir nicht auf der Suche nach einem neuen Auto. So bleibt der CLA für mich in den kommenden 2 Jahren sowie erst einmal ein Traumwagen. Ob ich mich für einen CLA 250 Benziner oder einen CLA 220 Diesel entscheiden würde, müsste ich wohl anhand der geschätzten Kilometer abwägen. Der Benziner kostet in der Basis noch einmal 700 Euro mehr. Den von mir so geschätzten 4MATIC Allrad-Antrieb gibt es bislang nur für den CLA 250 – mit einem Aufpreis von weiteren 2.000 Euro auf die Basisversion. Ich werde mir die Tage noch mal einen CLA zusammen konfigurieren und meine Wunsch-Konfiguration hier vorstellen.

Und zu guter Letzt hier noch einmal alle relevanten Beiträge von mir im Überblick zum Weiterlesen und Vertiefen:

Thomas hat bei AutoGefuehl.de übrigens ein Schwestermodell (das Kennzeichen ist bis auf die letzte Stelle ebenfalls identisch) getestet – sein Fahrbericht. In der nachstehenden Galerie findet ihr noch ein paar Bilder von meinem Alltagstest-CLA, weit mehr Fotos vom CLA gibt es aber in den vorstehend verlinkten Beiträgen.

Wer sich an CLA-Fotos nicht sattsehen kann, sollte mal bei Instagram auf den offiziellen amerikanischen Mercedes-Benz-Instagram-Account @mbusa schauen. Die veranstalten gerade unter dem Hashtag #CLAtakethewheel eine Aktion bei der sie 5 amerikanische Instagrammer für 5 Tage mit einem CLA ausgestattet haben. Wer mit seinen Instagram-Bildern die meisten Likes bekommt, darf das Coupé behalten: