Probefahrten
Kommentare 6

Caramba! 2013 SEAT Leon 1.8 TSI FR – Fahrbericht meiner Probefahrt

Ich gestehe ja, ich habe beim 2013 SEAT Leon 1.8 TSI FR mal wieder meine Lifestyle-Qualitäten unter Beweis gestellt, will sagen, man könnte mir mal wieder 2-3 Autoblogger-Bonus-Punkt vom Konto streichen. Zu erst einmal dachte ich, dass FR so eine Bedeutung wie RS, RT oder GT hätte. Hat es aber gar nicht, das FR steht für die Ausstattungslinie FR. Und zwar die sportliche im Hause SEAT. Die anderen beiden sind Reference und Style. So ganz falsch ist es aber auch nicht, denn neben dem 1.4 TSI mit 140 PS gibt es den 1.8 TSI-Motor nur in der FR-Ausstattungslinie. Gleiches gilt dann auch für den stärksten Diesel im Leon, dem 2.0 TDI mit 184 PS. Schön, das hatte ich dann verstanden.

Als ich den 2013 SEAT Leon 1.8 TSI FR aber zum ersten Mal vor meiner Einfahrt stehen sah, war mein erster Gedanke „Uuuh, schon wieder nur so ein kleiner 3-Türer.“ Und auch hier lag ich ziemlich daneben. 3 Türen – richtig! „Klein“? Falsch! Dazu vorab oder zwischendurch oder auch nach Lektüre meines Fahrberichtes das fast schon obligatorische Ausfahrt.tv-Video zum SEAT Leon FR:

Bleibe ich doch gleich beim Platz-Angebot. Ich mag Autos mit mindestens 4 Türen. Als Familienvater hat man sich eben ein paar Mal zu oft hinter den umgeklappten Sitz beugen müssen, um den Nachwuchs anzuschnallen oder auch nur, um ein Spielzeug aus den Tiefen des Fussraums zu fischen. Und nein, der dreitürige Leon hat auch wirklich keine geheimen Klappen. Wohl aber bekommt man über das Easy-Entry-System, bei dem man während des Umklappen des Vordersitztes eben diesen auch ein ganzes Stück bequem nach vorne schieben kann, um den Einstiegsbereich zu vergrössern, einen sehr bequemen Zugang in den Fond. Und dort kann man auch als Erwachsener mit einer Körpergröße von 180cm sehr bequem sitzen – sowohl von der Kopf- als auch von der Beinfreiheit her. Auch auf längeren Strecken.

Die größeren Kindern können sich dank starrer Gurtpeitschen bequem selbst anschnallen. Leider lassen sich die hinteren Fenster mangels Türen nicht herunterfahren und auch eine Ausstellmöglichkeit hat man nicht vorgesehen. Das gäbe bei meinen Lütten laaaange Gesichter, aber es sollen ja längst noch nicht alle Kinder so wahnsinnig verwöhnt sein.

Neben dem großzügigen Platzangebot auf den beiden Sitzbänken, ist der Kofferraum ebenfalls bemerkenswert groß. 380 Liter Kofferraum-Volumen. Da passen locker zwei große Koffer rein und dazu vermutlich sogar noch eine Kabinentrolley. Klappt man die Rücksitzbank um, so vergrößert sich das Volumen auf imposante 1.210 Liter. Leider bleibt die umgeklappte Rückbank in einem Winkel von etwa 30° stehen, so dass man keine ebene Ladefläche erhält. Trotzdem reicht der gewonnene Platz um Gegenstände mit einer Länge von bis zu 180cm auf der Beifahrerseite durchzuladen (dafür eben den Beifahrersitz umklappen). Zu guter Letzt möchte ich gerne _deutlich_ hervorheben, dass man bei dem SEAT Leon bis zu 510 kg zuladen kann. Das kann sich selbst im Vergleich zu so manch Mittelklasse-Fahrzeug sehen lassen.

Familientauglichkeit: check! Verreisen mit 4 Personen? check!

Wie eingangs schon angerissen, kann man den SEAT Leon FR in fünf verschiedenen Motor-Kombinationen bestellen. Der Diesel – als 2.0 TDI CR – leistet dabei wahlweise 150 oder 180 PS. Bei den Benzinern hat man die Wahl zwischen dem 1.4 TSI mit 122 oder 140 PS oder aber dem 1.8 TSI mit 180 PS, der dann auch nur mit DSG-Getriebe ausgeliefert wird (alle Modelle kommen hingegen mit Start&Stop-Automatik). Und eben letzteren hatten wir bei uns in Bielefeld.

Und? Was läuft der so? Der rennt wie verrückt. Offiziell ist die Höchstgeschwindigkeit mit 224 km/h angegeben. Auf dem Weg nach Bremerhaven, dort habe ich auch die Fotos geschossen, habe ich auf freier, ebener Autobahn auch 235 km/h (lt. Tacho) erreicht. Bei Vollgas braucht der SEAT Leon 1.8 TSI FR wohl nur 7.2 Sekunden um von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Ich habe es nicht nachgestoppt. Für einen Vertreter der Kompaktklasse ist er auf jeden Fall mehr als nur flott. Bei hach zu flotter Fahrweise muss man aber in Kauf nehmen, dass man den NEFZ-verbrauch, den SEAT mit 5,9 l/100km angibt, doppelt. Und nur, um Klartext zu reden: Wir waren spät dran. Zu spät. Jens, mit dem ich unterwegs war, wollte eine halbe Stunde früher los. Schnick Schnack, habe ich gesagt. Das schaffen wir. Naja. Schnick, schnack, Jan ist ein Grossmaul. So sah das aus. Und so habe ich immer da, wo es ging und erlaubt war, Vollgas gegeben. Mein ehemaliger Firmenwagen hat solche Fahrten übrigens mit einem Verbrauch von 25 Litern quittiert. Ich halte den SEAT Leon 1.8 TSI FR also durchaus für sparsam und bei angepasster Fahrweise kommt man auch mit einer ordentlichem Ergebnis heraus. Jens hatte auf dem Rückweg einen Durchschnittsvernrauch um die 9 l/100km und der ist wirklich nicht auf der rechten Spur geschlichen.

Ob nun Vollgas oder nicht, das DSG hat immer artig und problemlos durch die sieben Gänge geschaltet. Auf Wunsch – den hatte ich nicht – kann man auch die Schaltwippen (150 Euro Aufpreis) am Lenkrad verwenden und die Gänge manuell wählen. Neben dem normalen D-Programm, gibt es auch noch ein Sport-Programm. Einmal den Gangwahlhebel des DSG nach hinten ziehen. Wusch. Dann rennt der Leon noch deutlich agiler. Vor allem in der Beschleunigung merkt man den Unterschied. Gefallen hat mir die direkte Lenkung wie auch das sportich abgestimmtes Fahrwerk, was mir auch zu keiner Zeit zu unkomfortabel straff vorkam.

Infotainment ist mir wichtig. Das 5,8″ Farb-Touch-Screen ist mir zu klein. Immerhin arbeitet SEAT mit einem Annäherungssensor, so dass die komplette Fläche des Displays stets optimal genutzt wird. Die Bedienung ist einfach und gut. Das Navigationssystem (Aufpreis 690) funktioniert sehr ordentlich und gibt keinen Grund zur Klage. Die USB-Buchse ist leider im Handschuhfach untergebracht. Dafür gibt es Punktabzug. Das SEAT Sound System (6-Kanal Verstärker, Gesamtleistung 135 Watt, 10 Lautsprecher für 290 Euro Aufpreis) kann man bedenkenlos hinzu konfigurieren, es macht einen ordentlichen Klang.

Gleiches gilt für die Voll-LED-Scheinwerfer, die gerade mal 990 Euro kosten. Nein, das ist nicht billig, aber im Vergleich zum Wettbewerb durchaus preiswert. Zudem verleihen sie meiner Meinung nach dem SEAT Leon eine wunderschön bissige Front. Überholprestige gibt es dann kostenlos dazu. Die ebenfalls wunderschönen Heckleuchten in LED-Technologie sind in dem Preis ebenfalls inbegriffen.

Im Preis mit inbegriffen. Gutes Stichwort. Die Serienausstattung des FR ist sportlich und üppig: 4 Leichtmetallräder „Dynamic“ 7,5J x 17″, Reifen 225/45 R 17; Heckleuchten in LED-Technologie; Doppelauspuffendrohr im „FR“-Design; Sportfahrwerk „FR“; Seitenscheiben ab 2. Sitzreihe und Heckscheibe dunkel getönt; Außenspiegel elektrisch einstell-, anklapp- und beheizbar; Sportsitze vorne in Stoff/Lederoptik; Lendenwirbelstütze für Fahrer- und Beifahrersitz; Climatronic mit elektronischer Temperaturregelung, getrennte Temperaturregelung für Fahrer und Beifahrer; SEAT Drive Profile: 3 Fahrprofile können individuell gewählt werden (Sport, Komfort, Eco): Gewähltes Fahrprofil beeinflusst Lenkunterstützung, Gasannahme und Schaltkennlinie (bei DSG); Ambientebeleuchtung in der Türverkleidung; 8 Lautsprecher. Mit dem von uns gefahrenen Motor liegt der Basis Preis des SEAT Leon FR bei 25.890 Euro. Sportliche Familienväter wählen cleverer Weise die 5-türige Version.

Mein Fazit: Flott von A nach B – das klappt auf jeden Fall vorzüglich mit dem 2013 SEAT Leon FR! Caramba! sage ich, denn das Platzangebot – selbst in der dreitürigen Ausgabe des spanischen Kompakten hat mich echt positiv überrascht. In Sachen Komfort und Verarbeitung macht man mit einem SEAT ja heutzutage dank modularem VW-Querbaukasten eh nicht mehr. Für mich ist der Leon FR ein sportlicher Zweitwagen für vierköpfige Familien oder aber ein sehr flottes Alltagsauto für das kinderlose Paar mit potential auch Freunde mal eine längere Strecke mitzunehmen.

Weitere Bilder von „unserem“ 2013 SEAT Leon 1.8 TSI FR in der nachstehenden Galerie und Jens hat seinen Fahreindruck ebenfalls verschriftlicht: Fahrbericht Seat Leon FR 1.8 TSI. Wer es ein wenig kompakter, aber ebenso sportlich möchte: hier Probefahrt mit dem 2013 Seat Ibiza Cupra – toro, torero, olé.