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#MazdaRoute3 – Tag2 – Vladivostok

Anfang verpasst – hier entlang: #MazdaRoute3 – Tag1 – Anreise

2.8.13 – Tag 2 – 2:15 MESZ – eine Flugstunde vor Vladivostok

Ja, die Russen sind ein lustiges Völkchen, aber auch grausam. Die Damen der Aeroflot laufen pro Mahlzeit fünf Mal durch den Flieger. Zuerst wird etwas zu trinken gereicht, der Becher wird wieder eingesammelt. Essensausgabe. Ein zweites Mal wird ein Getränk gereicht. Und dann alles abgeräumt. Eben kam das Frühstück. Ich habe mich wirklich auf einen Kaffee gefreut. Der wurde beim ersten Lauf aber gar nicht angeboten. Raue Sitten, oder? Erst Essen, dann Kaffee. Unsere Sitzplätze befinden sich übrigens in Reihe 38. 44 Sitzreihen hat der Vogel. Serviert wird von vorne nach hinten. Bei jedem Gang. Und irgendwann sind die Sachen „aus“. Merke – beim nächsten Mal versuchen, möglichst weit vorne zu sitzen.

In einer Stunde landen wir in Vladivostok. 7 Stunden Flug haben wir hinter uns. Da wir ja quasi der Zeit entgegen fliegen, sind wir gegen 22 Uhr Ortszeit in Moskau gestartet und landen nach 8 Stunden irgendwas Minuten um 12 Uhr Mittags in Vladivostok. Soll heissen, die Zeitverschiebung zu meinen Liebsten zu Hause beträgt -9 Stunden. Die Flugzeit könnte man wohl um eine ganze Stunde verkürzen, wenn man über China fliegen würde. Unser Pilot vermeidet es aber tunlichst, den chinesischen Flugraum zu überfliegen, so fliegen wir aktuell quasi die Strecke, die wir ab morgen mit dem Auto fahren werden. Bloss eben in die gegengesetzte Richtung.

Im Übrigen fühle ich mich so alt, wie schon lange nicht mehr. Alle Glieder schmerzen und ich habe insgesamt in meinem Gestühl hier 4 Stunden geschlafen. Gedämmert. Gedämmert psst besser. Die Sitze in diesem Airbus sind orange, allerdings nicht knall-orange. Dafür ist der Abstand zum Vordersitz nur noch halb so groß wie bei unserem ersten Flug. Ich muss das nicht verstehen.

2.8.13 – Tag 2 – 2:15 MESZ – Hotel Meridan, Vladivostok

Ich bin vollkommen groggy. Am Flughafen kam mein Koffer nicht an. Manno. Dann habe ich eine gute halbe Stunde der russischen Dame beim Ausfüllen von Formularen zugesehen. Sie konnte dankenswerter Weise englisch sprechen. Der Koffer soll dann morgen ankommen und wir holen ihn wie zwei portugiesische Kollegen, den in Moskau nicht weitergelassen wurden am Flughafen ab.

Mit einem Bus sind wir dann vom Flughafen zum Hotel. Hier in Vladivostok wurde vor 1-2 Jahren irgendein wichtiger Kongress abgehalten. Im Zuge dieser Veranstaltung wurde mal eben der Flughafen erneuert, wie auch die Autobahn von dort in die Stadt. Alles ist hübsch grün und sieht nicht wirklich fremd aus. Die Autos, die hier fahren, sind zu 95% aus japanischer Produktion und rechtsgelenkt. In der Region hatte man wohl vor einiger Zeit überlegt deswegen den Linksverkehr einzuführen. Das fand die Zentralregierung in Moskau nicht so toll und wollte sogar die rechtsgelenkten Fahrzeuge verbieten. Jetzt ist alles beim Alten geblieben.

Das Hotelzimmer ist im 80iger Jahre schick. Nicht riesig, kaum Komfort, aber eben alles, was man so braucht. Dankenswerter Weise habe ich im Bad sogar eine Zahnbürste gefunden.

2.8.13 – Tag 2 – 21:15 MESZ – Hotel Meridan, Vladivostok

Guten Morgen aus Vladivostok, wo ich gerade um 6 Uhr geweckt worden bin. Von wegen die Nächte sind kurz hier. Draussen ist es noch stockdunkel. Dafür gibt es hier Hunde. Die hatten heute nacht ein interessantes Pow-pow. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal so viele Hunde gehört habe, die sich „unterhalten“ haben. Und ich meine das nicht negativ, es war irgendwie schön.

Nachdem ich gestern kurz mein Zimmer bezogen hatten, haben wir uns als Grupppe im Restaurant des Hotel getroffen. Dies befindet sich sehr hübsch im 8. Stockwerk unter einer großen Kuppel. Zu Salat und Spaghetti Bolognese haben sich die Verantwortlichen vorgestellt und wir wissen jetzt wer in der Gruppe alles dabei ist. Neben einer Gruppe von Autobild.tv, einem Geistlichen der katholischen Kirche aus Polen, sind noch Kollegen aus Slowenien, Tschechien, England und eben die in Moskau gestrandeten Portugiesen dabei. Zudem begleiten uns auch ein paar Leute vom Mazda-Club Russland. Bei den Begleitfahrzeugen handelt es sich um Mazda CX-9 SUVs, die es bislang nicht auf dem deutschen Markt zu kaufen gibt (wohl aber in Asien und den USA).


Vladivostok ist eine interessant Stadt. Ich finde sie wirklich schön, das hatte ich mir bei der Vorbereitung auf die Tour als ich bei Google Maps geguckt hatte, gar nicht vorstellen können. Die Häuser sind alt und schön und in der Innenstadt auch sehr schön erhalten. Während einer Hafenrundfahrt konnte man schön sehen, wie die Stadt um das Meer herum gebaut wurde und die Russen die Hänge als Fläche nutzen. Auch hat es mich beeindruckt, wie offen sich die Russen heute geben. Bedenkt man, dass Vladivostok bis in die 90iger Jahre noch militärischer Sperrbezirk war, so kann man heute im Hafenbereich allerlei Kriegsschiffe bestaunen, die gerade gewartet oder repariert werden. Zwei schöne Brücken verbinden die Stadt mit den Halbinseln bzw. die vorgelagerte Insel mit dem Namen Russia. Als wir wieder angelegt haben, ist uns eine kleine Regatta mit Jungendlichen entgegen gekommen, die in Richtung Sonnenuntergang gesegelt sind. Hach, alles so idyllisch.

Zum Dinner waren wir dann in der Innenstadt – direkt neben einem lokalen Fussball-Stadion – in einem Restaurant, wo man uns quasi russische Tappas gereicht hat. Fisch, Fleisch und allerlei Beilagen. Ungewöhnlich waren die fein gehobelten Speckstreifen. Der Rest sehr lecker, wenn auch sehr fettig im Ganzen. Das Essen mag ich schon mal, bloss mit den Getränken mag ich mich nicht so ganz anfreunden. Wir haben hier bislang immer irgendwelche Säften bekommen, die ebenso intensiv schmecken wie sie riechen. So gerne ich mich auch landestypisch ernähre, die Säfte mag ich einfach nicht. Dafür gab es dann Livemusik mit zwei Männern an den Instrumenten und einer Dame mit einer wundervollen Stimme. Das Bier (Asahi), was dort aus dem Fass serviert wurde, stammt übrigens auch aus Japan. Japan ist hier nicht nur geografisch näher als Moskau, möchte man meinen.


Das mit den rechtsgelenkten Fahrzeugen ist wirklich krass. Vor dem Restaurant stehend, was sich an einer Hauptstrasse befand hatte man wirklich einen guten Überblick. Die Russen hier fahren vorzugsweise SUV – je größer je besser. Und zu 99% japanische Fabrikate. Die einzigen europäischen Fahrzeuge, die ich überhaupt gesehen habe, waren Mercedes G-Modelle. Diese dann gleich als Brabus oder zumindest AMG. Viele haben links auf dem Kotflügel einen weiteren Spiegel, der wohl im Rechtsverkehr von Nützen ist. Generell sieht man hier viel mehr „Tuning“ als bei uns. Und sei es auch nur eine kleine schwarze Gardine, die wohl als Sonnenschutz verwendet wird.

Das modische Erscheinungsbild der Vladivostoker unterscheidet sich nicht groß von unserem Europäischen soweit ich das bislang beurteilen kann. Bemerkenswert ist allenfalls die Dichte von HighHeels und Stilettos, mit denen die Damen hier sehr souverän durch die Gegend stöckeln. Was wohl aber mehr als normal für Russland ist, was mir schon vor ein paar Jahren mein polnischer Freund erzählte, der des öfteren Freunde in St. Petersburg und Moskau besucht. Hier es ist ja sommerlich warm, die Damen tragen die hohen Hacken wohl aber zu jeder Jahreszeit.

Disclaimer: Dieser Beitrag wurde mit freundlicher finanzieller Unterstützung von Mazda Deutschland realisiert. Mazda hat keinen Einfluss auf den Inhalt, meine Meinung oder die Gestaltung.