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#MazdaRoute3 – Tag3 – Vladivostok – Dalnerechensk

3.8.13 – Tag 3 – 21:30 MESZ – im Hotel in Dalnerechensk

Im Mitternachts Ortzeit ins Bett, im 4:44 Uhr aufgestanden. Es ist einfach zu heiss im Zimmer. Im Hotelzimmer. Man muss seine Ansprüche doch deutlich nach unten korrigieren, wenn man in Sibirien unterwegs ist. Von meinem braun-beigen Bettlaken schauen mich ein Löwe und ein Tiger an. Die Klimaanlage besteht aus einem mit Fliegennetz versehenen Fenster. Das Bad ist sauber, in der Dusche kommt trotz Mischbatterie entweder kaltes oder warmes Wasser. Dafür habe ich WLAN im Zimmer, was ja nicht mal bei allen europäischen Hotels Standard ist. Die Kapazität der Leitung schwankt zwischen 0 und DSL 16000 Geschwindigkeit. Hier. In Sibirien. Irgendwo in Russland.

Gestern früh sind wir losgefahren. Natürlich nicht einfach so. Ein Briefing, bei dem klar festgelegt wurde, wer in welchem Auto an welcher Position fährt. Unsere russischen Begleiter sind extrem um unsere Sicherheit bemüht. Jedes relevante Schlagloch wurde vom Führungsfahrzeug per Funkgerät an uns übermittelt. Eigentlich unnötig, denn nach dem Briefing hatte unser polnische Geistliche die Fahrzeuge schliesslich geweiht.

Jens und ich haben einen weissen Mazda Mazda3 bekommen. Er trägt die Nummer Vier. Im Convoy fahren wir an Position Nummer 7. Die ganze Zeit. Ein Aufklärer und ein Führungsfahrzeug fahren vorweg. Dann zwei Mazda3, dann ein Support Mazda CX-9, dann der Mazda3 mit der Nummer drei und dann wir. Hinter uns befindet sich dann das nächste Supportfahrzeug, in dem das Mifi mifährt. Im Stau haben wir dann also – sofern es die Netzabdeckung zulässt, sogar Internet.

Wie hatten aber noch gar keinen Stau. Was auf keinen Fall heissen soll, dass es leer ist auf den Strassen. Mitnichten. So voll hätte ich es mir wirklich nicht vorgestellt. In Vladivostok vielleicht noch. Aber selbst als wir die Citylimits verlassen hatten, wurde es nicht weniger. Innerhalb der Ortschaften ist das Tempolimit bei 40 km/h, ausserorts 90 km/h und auf Autobahnen darf man 110 km/h fahren. Unsere Guide haben festgelegt, dass wir nie mehr als 20 km/h schneller fahren. Die restlichen Russen handhaben das zum Teil etwas anders. Insbesondere die Fahrzeuge ohne Kennzeichen – gefahren von Autohändlern, die die importierten japanischen, also rechtsgelenkten, Gebrauchtwagen ins Landesinnere bringen, um sie dort zu verkaufen, überholen wo es eben geht. Zumindest nach ihrem Ermessen. Aber selbst das geschieht nach einem bestimmten Muster, ich habe mich zu keiner Zeit unwohl gefühlt auf der Strasse. Von wildem Osten kann also nicht die Rede sein.

Der Osten erinnert mich sowie viel eher an die USA. Das kommt auch, da es hier eine ganze Menge amerikanische Laster der Marke Freightliner gibt. Ich tippe mal so, dass jeder vierte grosse Laster aus den USA stammt. Sonst sieht man aber auch Volvo, Mercedes und Renault Zugmaschinen.

Die Vegetation ist immer gleich und doch ändert sie sich ständig. Im Grunde sind wir die komplette Zeit durch eine Steppen- und Waldlandschaft gefahren. Man hat sehr oft einen Blick in die Weite, der meist an bergigen Hügeln endet. Diese sind eigentlich immer mit Wäldern überzogen, ausser an den Stellen wo Stromtrassen gezogen wurden. Hin und wieder sieht man eine Industrie-Anlage irgendwo im nirgendwo. Aber auch große Häuserblocks, die einfach im Nichts stehen. Manche sehen aus, wie große Heime oder Krankenhäuser. Auch ein paar verlassene Gebäude haben wir rechts und links des Weges gesehen. Das Grün wird oft durch gelbe und lila Blumen aufgelockert.

Überall und mit einer zuverlässigen Regelmässigkeit – selbst im Nirgendwo – sitzen Leute unter einem Sonnenschirm an der Strasse und verkaufen Obst, Gemüse, Pilze, Milch und eine in gebrauchte PET-Flasche abgefüllte gelbe Flüssigkeit. An zwei, drei Stellen war die Strasse mit mehreren Ständen hintereinander gefüllt.

Das Mittagessen – auch irgendwo im Nirgendwo an einer Raststätte war lecker, aber ich vermag nicht zu sagen, was es war. Bei der Supper tippe ich auf Bortsch. Der Hauptgang war meiner Meinung nach eine Mischung zwischen Bulette und Reibekuchen. Darauf ein Spiegelein, daneben Kartoffelpüree.

Bemerkenswert sind die Baustelle. Wir sind gestern um die 400 km gefahren, davon gefühlt 100 km durch Baustellen. Die Baustellen sind extrem cool. Statt wie bei uns in Deutschland eine provisorische Betondecke zu ziehen, schottert man hier einfach. An einem Stück war das Geschotterte Stück so breit wie eine 6-spurige Autobahn. Wenn es nicht regnet – und wir hatten viel Glück mit dem Wetter bis auf ein wenig Nieselregen bei der Abfahrt – dann staubt es. Richtig doll. So doll, dass man selbst bei 30 km/h kaum noch seinen Vordermann erkennen kann. Was zumindest aber für aufregende Bilder und Filmaufnahmen dienen kann. Leider hatten wir bislang kaum Zeit. Weiter weiter weiter – hiess es stets bei unserem Wegstück, so musste ich die meisten Bilder auch aus dem Auto schiessen. Keine große Kunst, aber immerhin kann man vielleicht den einen oder anderen Eindruck gewinnen.

Der Mazda3 schlägt sich soweit übrigens prächtig. Trotz einem bereits so schon mit extre Reserverad, großem Benzinkanister und anderem Tour-Equipment gefüllten Kofferraum haben wir unser Gepäck – mein Koffer ist wieder da – Hurra – locker verstauen können. Der Federungskomfort ist super, das kann ich auf jeden Fall beurteilen. Die Sitze sind auch gut, denn das lange Sitzen im Auto haben meine Knie und mein Rücken problemlos überstanden. Das Infotainment-Paket wurde mit einem BOSE-Lautsprecher-System aufgewertet, so dass Jens und ich schon eine Menge Spass hatten. Der Verbrauch von Jens lag bei 5.9 – meiner bei 6.6 l/100 km – NEFZ laut Mazda sind 5.1 Liter auf 100 Kilometer. Alles im grünen Bereich.

Ich muss jetzt fix unter die Dusche und dann geht es los, wir brechen heute mit 2 anderen Teams etwas früher auf, um noch ein wenig Video abzudrehen. Viel Spass mit den Bildern!

Disclaimer: Dieser Beitrag wurde mit freundlicher finanzieller Unterstützung von Mazda Deutschland realisiert. Mazda hat keinen Einfluss auf den Inhalt, meine Meinung oder die Gestaltung.