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#MazdaRoute3 – Tag4 – Dalnerechensk – Birobidzhan

4.8.13 – Tag 4 – 20:45 MESZ – im Hotel in Birobidzhan

Yes. Ich habe super geschlafen. Heute wird ein toller Tag. Gestern war ein guter Tag. Meine Stimmung ist geradezu euphorisch. Ich habe gestern vormittag Rücken bekommen. Keine Ahnung warum. Vermutlich das Hotelbett in Dalnerechensk in Verbindung mit dem Gewicht der Kamera. Nach einem Nachmittagsschläfchen im Auto nach unserem Halt in Khabarovsk hatte ich auch noch heftige Kopfschmerzen und von den beiden Aspirin ist mir ansatzweise schlecht geworden. So war ich alles andere als gut gelaunt, als wir abends gegen 21 Uhr Ortszeit hier am Hotel angekommen sind. Ich habe meine Zimmertür geöffnet und mir ist ein Schwall heisse Luft entgegen gekommen. Ich war kurz davor anzufangen, wie ein kleines Kind zu weinen. Doch dann. Das überhitzte Hotelzimmer hat sich als Mini-Suite mit Bade-, Schlaf- und Wohnzimmer entpuppt. Nicht nur zwei Fenster zum Querlüften auch noch eine Klimaanlage habe ich vorgefunden, um den Raum zu kühlen. Und in der Dusche gab es warmes Wasser, beim Abendessen dann später kaltes Bier. Hach. Tag gerettet. Obwohl der alles andere als schlecht war.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass wir – Autoblogger – die Kollegen der Autobild nicht mögen. Das ist nichts Persönliches, sondern eben nur der gesunde Neid, weil die eben alles bekommen und wir uns für das Meiste ziemlich strecken müssen. Und natürlich arbeiten auch für die Autobild nur Menschen. Und die Menschen, die hier vor Ort mit uns den Tross begleiten sind nicht nur sehr sympathisch, sondern auch noch zuvorkommend kollegial. So sind Jens und ich zusammen mit den Kollegen von Autobild.tv etwa 90 Minuten vor dem Rest der Gruppe aufgebrochen, um gemeinsam ein bisschen Videomaterial abzudrehen. Im Gegensatz zum Kolonne fahren des Vortages war das nicht nur ein Heidenspass sondern auch noch sehr produktiv. Es macht Spass, den Profis bei der Arbeit zuzusehen und es ist schön, wenn man sich dabei auch noch gegenseitig unterstützen kann. Unsere russischen Begleiter haben uns zudem noch alles möglich gemacht, was wir uns so ausgedacht haben. Perfekt.

507 Kilometer Wegstrecke hatten wir zu bewältigen. Die Vegetation hat sich nicht gross zum Vortage geändert. Sibirien stellt 25% des gesamten Waldes der Welt. Genau dieses Gefühl ist auch stets beim Fahren präsent. Man sieht viel Wald. Aber auch immer wieder endlose Ebenen und vor sich meist eine lange Strasse. Nach unserem Halt in Khabarovsk, wo wir unter anderem einen chinesischen Markt besucht haben – dort aber wegen unserer Kameras höflich doch bestimmt vom Gelände komplimentiert wurden – sind wir über die berühmte Amur-Brücke gefahren, die alle 5000-Rubel-Scheine ziert. Da war dann mal statt Wald und Bergen eine ganze Menge Wasser zu sehen.

Und auch die Fahrt durch Khabarovsk war eine angenehme Abwechslung. Die Architektur der Russen und die Art wie sie ihre Bauten verzieren ist mir mehr als fremd. Schön jedoch zu sehen, dass man dort wohl die klassischen Plattenbauten auch immer mal mit Farben versucht, deutlich freundlicher zu gestalten. Was mich wiederum sehr an die USA erinnert, sind die großen Werbeschilder, die mal links und rechts, aber auch gerne mal komplett über die Strasse gespannt um Aufmerksamkeit haschen.

Ich schrieb es ja bereits schon mehrmals, die Russen sind ein lustiges Völkchen. Im Gegensatz zu unseren südeuropäischen Freunden wird die Hupe am Auto hier nicht ausschliesslich zum Gehör verschaffen benutzt. Unser Konvoi wird oft einfach so angehupt – als Begrüßung, als freundliche Geste. Quasi wie bei einer Hochzeit. Zudem – so mein zumindest Jens – scheinen die Russen wesentlich autobegeisterter als wir selbst. Die Blicke, die unser Tross in den Städten wie auf dem Land erntet, sind fast immer mit einem freundlichen Augenblitzen oder sogar freundlichen Lachen garniert. Selbst junge Mädchen – Machoklischee ahoi – freuen sich augenscheinlich über unsere Kolonne aus Madza CX-9 und dem neuen Mazda3.

Bislang hatten wir auch noch keinerlei Probleme mit der Polizei. Und die ist auf der Strasse durchaus präsent. Immer wieder sehen wir Radarfallen und es scheint auch eine Art fixe Kontrollpunkte zu geben. Zwei Mal wurde eins unserer Fahrzeuge herausgewunken, konnte aber immer sogleich die Fahrt fortsetzen. Von der Streitkraft der Russen haben wir bislang hingegen noch nicht viel gesehen. Von den paar Schiffen im Hafen von Vladivostok mal abgesehen, haben wir bislang erst eine Kaserne passiert.

Die Nähe zu China erkennt man hin und wieder auf der Landstrasse, wenn man sich die Strassenverkäufer ansieht. Auf dem letzten Wegstück wurden hauptsächlich Pilze angeboten. Des öfteren sieht man dann auch Personen, die einen asiatischen Ursprung haben. Unser Mittagessen haben wir in Khabarovsk dann auch bei einem Chinesen eingenommen. Ganz lustig – statt Reis gab es dort Pommes.

Der neue Mazda3 zeigt sich übrigens als angenehmes Reisemobil. Die Strassen sind zwar spürbar besser geworden, aber immer wieder gibt es Passagen, die wirklich schlecht sind. Und auch gestern haben wir zahlreiche geschotterte Baustellen passiert, die das Fahrwerk wirklich prächtig weggesteckt hat. In Russland gibt es auf manchen Parkplätzen so seltsame Rampen. Ich habe dann unsere russischen Begleiter gefragt, wofür die denn gut sind. Da kann man eben bei der Rast auch fix mal unter sein Auto gucken, ob die letzten Wegpassage einen Schaden am Unterboden angerichtet hat oder auch den Auspuff mal wieder festmachen. Reichlich praktisch. Wir durften dann auch mal an einem Parkplatz auf so eine Rampe fahren. Der Unterboden des Mazda3 sieht immer noch gut aus und eine Ölwechsel mussten wir wohl auch nicht machen, was der eine oder andere Fahrer dort aber durchaus mal zu machen scheint, wie ich von den Öl durchtränken Pappen am Rampenboden geschlossen habe.

Ich muss mich jetzt sputen, denn wir wollen noch ein paar Fotos im Morgenlicht am örtlichen Lenin-Denkmal schiessen. Zudem liegen weitere 500 Kilometer vor uns bevor wir am Endpunkt der ersten Etappe in Blagoveshchensk ankommen, wo es für mich und Jens auch schon wieder Abschied nehmen heisst. Derweil verweise ich auf die nachstehende Galerie mit meinen Impressionen vom gestrigen Tag und darf darauf hinweisen, dass ich die meisten Fotos aus dem fahrenden Mazda3 schiessen muss, weil unser Zeitplan durchaus straff ist und Fotostops nicht wirklich vorgesehen sind.

Disclaimer: Dieser Beitrag wurde mit freundlicher finanzieller Unterstützung von Mazda Deutschland realisiert. Mazda hat keinen Einfluss auf den Inhalt, meine Meinung oder die Gestaltung.