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#MazdaRoute3 – Tag6 – Abreise

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9.8.13 – 10:30 MESZ – zurück in Bielefeld

Ich bin seit Mittwochabend schon wieder in Deutschland. Meine letzten Stunden in Russland möchte ich aber auch niemandem vorenthalten. Wer gerade keine Zeit zum Lesen hat – Blagoveshchensk hat uns den Abschied aus Russland mehr als einfach gemacht. Vieles in Russland – zumindest dort im fernen Sibirien, wo wir uns aufgehalten haben – ist doch so deutlich anders, dass es hin und wieder verstörend auf mich gewirkt hat. Als hübsche Einstimmung aber erstmal der Image-Film von Mazda zu unserer ersten Etappe:

Nachdem ich meinen letzten „Live“-Beitrag verfasst hatte, bin ich zum Frühstück in das 16. Stockwerk des Hotels gefahren. Das Angebot des Frühstück-Buffets erschien mir nicht wirklich der Tageszeit angepasst – den anderen Hotelgästen schien es aber gut zu schmecken. Aus kalten Salaten und Speisen konnte man sich eine Mahlzeit zusammen stellen. Als Kaffe-Trinker verliert man in Russland übrigens doppelt, wenn man kein russisch spricht. In allen Lokationen konnte man sich heisses Wasser nehmen und löslichen Kaffee einrühren. Nicht unbedingt der schwarze Nektar des Lebens, den ich sonst benötige, um meinen Körper in den Wachzustand zu versetzen. Wer hingegen die richtigen Zauberwörter kennt – und unser geistlicher Beistand Martin kannte eben diese Wörter – der bekommt ein schwarzes Getränk, was durchaus als schmackhafter Kaffee bezeichnet werden kann. Wie auch bei allen Energy-Drinks, die man in Russland kaufen kann, scheint mir die Koffein-Dosis aber deutlich höher gewesen zu sein, als das, was wir hier so trinken. Beim Essen habe ich mich dann für Milchreis entschieden. Der war richtig lecker.

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Zurück im Hotelzimmer hiess es dann Duschen und Packen. Das beste Hotel der Stadt. 17 Stockwerke hoch. Ein riesiges Zimmer hatte ich und auch ein riesiges Badezimmer mit einer ebenso riesigen Dusche. Im Übrigen das erste Hotelzimmer überhaupt, in dem ich genächtigt hatte, wo neben der Minibar Kondome zu finden waren. In eben jener riesigen Dusche gab es dann aber leider kein warmes Wasser. Dafür war das Wasser leicht gelblich und hatte einen unangenehmen Geruch, so dass ich nach dem Abspülen des Shampoos nicht unbedingt besser gerochen habe, als vorher. Ich sollte mich bestimmt einfach nicht so anstellen, aber hey, ich bin ja auch ein Warmduscher. Ich war erst versucht meinen kompletten Körper noch mit dem mitgebrachten Hygiene-Gel einzuschmieren. Das habe ich aber nicht gemacht, was gut war, denn ich hatte etwas später noch eine dringlichere Anwendungsmöglichkeit.

Nach einem herzlichen Abschied vom dem Team vor Ort, denen ich sehr dankbar für die tolle Betreuung bin, sind wir dann mit dem Bus zum Flughafen gebracht worden, der sich ausserhalb der Stadt befindet. Ich hatte ja an einem der ersten Tage schon geschrieben, dass ich die Gerüche aller Art dort vor Ort sehr intensiv wahrgenommen habe. Unser Busfahrer beispielsweise verströmte eine Duftmarke eines wohl über Tage kultiviertem Schweissgeruches. Und er war nicht der erste Russe bei dem ich eben dies bemerken durfte – und auch nicht der letzte an diesem Tag. Der Flughafen von Blagoveshchensk ist eher klein. Ich wage mal zu behaupten, dass er kleiner ist als unser Flughafen hier in Paderborn. Das Einchecken hat ewig gedauert und auch bei den Angestellten dort hat sich die englische Sprache leider noch nicht durchsetzen können.

Beim Betreten des Flughafens muss man zunächst eine Security-Absperrung passieren. Dort werden alle Koffer und Taschen durchleuchtet, alles was man am Körper trägt muss man neben den Rahmen mit dem Metalldetektor legen und dann eben diesen zu passieren. Flüssigkeiten und Computer können in den Taschen verbleiben. So ganz verstanden habe ich das nicht. In Moskau war das Prozedere aber identisch. Vielleicht sucht man eher einfach nach Waffen. Nach dem Checkin muss man dann durch die nächste Security-Zone, die sich aber vom Ablauf nicht wirklich von der ersten unterscheidet. Nun gut. Immerhin darf man so Getränkedosen mitnehmen und auch andere Flüssigkeiten werden wohl pauschal nicht als Sicherheitsrelevant eingestuft.

Im Warteraum habe ich dann in kürzester Zeit gleich drei bleibende Erinnerungen sammeln können. Im kompletten Wartesaal befanden sich an den Wänden keine Steckdose. Lustigerweise aber direkt unter meiner Bank war eine Doppelsteckdose – diesen Luxus kennt man sonst eher von wenigen Flughäfen. Weiter weniger einladend war hingegen die Warteraum-Toilette. Ein Unisex-Klo. Und wenn ich Klo schreibe, dann meine ich es auch so. Hinter der entsprechenden Tür befand sich ein Waschbecken und eine Toilettenschüssel deren Zustand ich nur mit „vollgeschissen“ bezeichnen kann. Ich habe die Tür der Toilette geöffnet. Bin ein Schritt in den Raum gegangen, postwendend den Atem angehalten und bin dann schnur stracks zu meinem Rucksack gelaufen, um meine Hände zu desinfizieren. Mir stellen sich jetzt noch die Haare auf, wenn ich daran denke. Für andere Wartende hat die Toilette wohl kein Hygiene-Problem dargestellt. Mehrere russische Reisegäste haben die Örtlichkeit benutzt. Und ich habe mir jedes einzelne Gesicht eingeprägt, so dass ich – im Falle, dass diese Personen im Flieger neben mir sitzen würden – Ihnen mein Hygiene-Gel in die Hände hätte drücken können. (Ich möchte nicht verschweigen, dass es im Checkin-Bereich ein große, saubere Toilette gab und auch in Moskau am Flughafen alles tip top war.)

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Dann wurde der Ausgang zum Flugfeld, an dem sich etwa 20 Gäste bereits angestellt hatten, geöffnet. Ich war gerade dabei, mein Notebook zu verstauen, als der Eingang auch schon wieder geschlossen wurde. Uh? Ich will nach Hause! Nehmt mich mit. Die anderen Teilnehmer des Tour, die ebenfalls mit uns zurückfleigen wollten, standen oder sassen aber auch nur herum. Also habe ich mich dann auch umgehend entspannt. Und dann – 10 Minuten später – mit weit geöffneter Kinnlade verfolgt, wie ein einmotoriges Passagierflugzeug als Doppeldecker sich aufs Rollfeld bewegte. Ich will es nicht beschwören, aber diese Antonow An-2 kommt dem Bild meiner Erinnerung schon ziemlich nah – Erstflug 1947. Flugreisen in Russland – scheinen interessant zu sein, wenn man sich auf wenig frequentierten Strecken bewegt.

Im Prinzip war dies aber nur eine passenden Einstimmung auf unser Flugzeug. Gemäß dem Motto „Es hätte auch noch schlimmer kommen können.“ Als wir dann nämlich zu unserem Flieger gebracht wurden, ist mir schon ein wenig mulmig geworden. Ich fliege wirklich gerne. Ich bin seit frühster Kindheit alles mögliche (mit)geflogen. Motorsegler, Segelflugzeuge, Passagiermaschinen. Ich fliege wirklich gerne. Aber diese Tupolev Tu-204, in die ich da einzusteigen hatte, war wenig vertrauenserweckend. Im Dezember 1994 wurde dieser russische Vogel in den aktiven Dienst gestellt. Für ein Flugzeug ist das ja kein Alter. Unsere Maschine sah allerdings wenig vertrauenseinflössend aus. Und bei Start habe ich das erste Mal echte Angst beim Fliegen empfunden. Und ich kokettiere jetzt nicht. Ich hatte Angst. Alles schien plötzlich zu klappern. Und dieses Gefühl habe ich dann die kommenden 7.5 Stunden Flugzeit nicht wirklich verloren. Und es wurde auch nicht besser, als die Flugbegleiterinnen anfingen, alle 15 Minuten die Toiletten instand zu setzen, was jedes Mal ein weniger ansprechendes Urin-Aroma in den Fluggastraum entweichen liess.

Nachdem wir dann in Moskau gelandet sind, war aber alles prima. Moskau hat einen durchaus schönen Flughafen und zurück nach Frankfurt ging es dann auch mit einem zeitgemäßen Flugzeug.

Wie geht es jetzt weiter? Zum einen kann man bei Fabian Messner über seine aktuellen Russland-, MazdaRoute3- und Mazda3-Erfahrungen mitlesen, zum anderen verfasst Jens aktuell seine MazdaRoute3-Beiträge. Später gibt es dann Neues von der Route beim schweizer Blogger Christian Leu. Und dann kann ich vielleicht noch zwei Abenteurer-Päarchen nennen, die wir während unseres Trips getroffen haben.


Auf der Strecke von Dalnerechensk – Birobidzhan standen auf dem Parkplatz unseres Mittagsstops ein grasgrün-weißer VW-Bulli T2 in Camping-Ausstattung mit – festhalten – australischem Kennzeichen. Die beiden Surferjungs hatten ihre Tour ebenfalls in Vladivostok begonnen und wollen irgendwann in London ankommen. Sie halten sporadisch ihre Erlebnisse unter kombiworldtour.com fest.

Und dann war da noch das Tramper-Päarchen, was versuchte an der Kreuzung unseres Mittagsstop auf der Zwischenetappe von Birobidzhan – Blagoveshchensk eine Mitfahrgelegenheit (in Richtung Vladivostok) zu ergattern. Jens und ich haben Ihnen eins unsere Snikers, eine Flasche Wasser und ein paar russische Süssigkeiten gegeben und haben im Gegenzug ein wunderschönes Foto und eine selbstgebrannte Musik des Trampers bekommen. Seine reise dokumentiert er unter vk.com/travellingblog und onisch.livejournal.com.

So das wars erstmal. Bis wir uns dann alle unsere Tour-Fahrzeuge auf der IAA ansehen können.

Disclaimer: Dieser Beitrag wurde mit freundlicher finanzieller Unterstützung von Mazda Deutschland realisiert. Mazda hat keinen Einfluss auf den Inhalt, meine Meinung oder die Gestaltung.