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Workshop: Auto-Videos erstellen – Aller Anfang ist schwer

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Ich hatte in den letzten Tagen ein wenig mehr Zeit als sonst. Und bin jetzt endlich soweit, eine kleine Serie zu beginnen, die ich in unregelmäßigen Abständen fortsetzen werde. Im Sommer 2012 meinte der Jens, wir sollten doch unbedingt ein eigenes Video-Format angehen. Video? Nene, Fotografieren, das kann ich, aber Video? Das ist doch so Hölle viel Arbeit. Aber dann, nach einer ganzen Weile mit diversen Tests haben wir unser erstes Ausfahrt.tv-Video abgedreht – damals hiess es noch nicht Ausfahrt.tv, sondern ich habe es noch unter Auto..Geil bei Youtube veröffentlich, aber die Fahrveranstaltung zur Skoda Octavia III Limousine war unser Startschuss. Wenig später haben wir dann Ausfahrt.tv aus der Taufe gehoben – Anfang Februar 2013. In den letzten 30 Tagen haben wir mit unseren aktuell 56 Videos über 350.000 Zuschauer erreicht, die insgesamt über 1.000.000 Minuten unsere Videos angeschaut haben. Das ist nichts gegen die ganz Großen in der Youtube-Welt, aber für zwei Autoblogger aus Bielefeld eine mehr als rasante und unerwartete Entwicklung auf die wir mächtig stolz sind. Ich habe im Januar 2004 das Bloggen angefangen, um Wissen, was ich mir angeeignet hatte, weiterzugeben. Dieses Prinzip möchte ich jetzt auch in meinem Autoblog aufgreifen mit einem eher fachfremden Thema, was aber doch sehr viel mit meinem Autoblog zu tun hat. Ich will ein wenig die Frage beantworten – Wie erstelle ich ein Autovideo?

Und ich meine damit nicht, wie halte ich mein iPhone am besten in die Luft, um den Burnout von Schorch oder das wilde Überholmanöver von Peter festzuhalten. Ich möchte schon ein wenig tiefer gehen. Ich möchte etwas über die Hardware schreiben, die wir verwenden. Und einiges über den Schnitt von Videos mit iMovie und Adobe Premiere Pro. Ersteres habe ich lange genutzt, letzteres nutzen wir heute. Ich möchte einiges über Youtube und andere Video-Plattformen schreiben. Und Euch auch hin und wieder mal in die Lage versetzen, uns beim Filmen über die Schulter zu gucken.

Aktuell befinde ich mich selbst vor einem Quantensprung. Als ich meine ersten Autovideos “gedreht” habe, war ich ganz stolz und versessen auf meine beiden GoPros. Heute nutzen wir die Kameras nur noch selten. Der Ton ist einfach zu mies und die Bildqualität auch nicht die Beste. Grandios für das kleine Gehäuse, aber doch eher schlecht im Vergleich zu anderen Kamera. Selbstredend aber genial, um in Filmen kleine sportliche Action-Akzente einzuarbeiten. Zwischendurch habe ich auch immer mal wieder mit meiner Zweitfotokamera, einer Nikon D5100 gefilmt, was mir aber in der Regel zu unkomfortabel war, insbesondere wenn es mal schneller gehen sollte, war die Hälfte der Sequenzen unscharf oder zu stark geschüttelt. In der zweiten Evolutionsstufe, in der wir aktuell noch halb feststecken haben wir alles mit kleinen Video-Kameras gedreht. Man muss sich um die Schärfe und Helligkeit keine Sorgen machen, Aufklappen, Aufnahme drücken, den Rest macht die Kamera. Das ist schon ziemlich klasse und auch ungemein praktisch. Hat aber den großen Nachteil, dass alles gleich aussieht und man nur sehr umständlich mit Unschärfen – sprich dem Fokus – spielen kann. Soll heissen, alles ist eigentlich immer gleichscharf. Oft ist das nicht so dramatisch, die Video wirken aber meines Erachtens nicht wirklich schön.

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Jetzt kommt der Quantensprung. Canon Deutschland hat sich freundlicher Weise dazu bereit erklärt, uns für ein kleines Weilchen eine Canon C300 zur Verfügung zu stellen. Canon C300? Kennste nicht? Nun, das ist erstmal nicht so dramatisch, denn wir reden hier schon über professionelles Gerät. Der Body alleine kostet 12.000 Euro. Im Prinzip ist es eine Spiegelreflexkamera mit der man Filmen kann. Bloss eben, dass der Fokus bei der Canon eben auf dem Filmen liegt und man nebenbei noch Fotos machen kann. Das Schöne an der Kamera – man kann unterschiedliche Objektive verwenden. Zum einen gibt es ganz feine spezielle Linsen, die aber preislich auf dem Niveau des Bodys liegen, oder man nimmt die ganz normalen Objektive, die man auch an seine Canon-Spiegelreflex-Kamera stecken kann. Statt nun mit leidigem Digital-Zoom zu kämpfen, steckt man eine andere Optik auf.

Und genau das reisst auch schon ein anderes Problem an. Die Kamera kann quasi nichts automatisch. Blende, ISO-Wert, Verschlusszeit – alles muss man selbst einstellen. Auch gibt es keinen Autofokus. Waaaaa? Und warum tue ich mir das an? Weil das Ergebnis einfach besser wird. Wie beim Fotografieren – wenn immer nur das Automatik-Programm seiner Kamera nutzt, wird immer nur durchschnittliche Ergebnisse erzielen. Eben so durchschnittlich wie die Automatik programmiert wurde. Wenn Du aber alles selbst einstellen und regeln kannst, dann bekommst Du genau das Ergebnis, was Du haben möchtest (Gesetzt den Fall, Du bist gewillt sehr sehr viel zu Üben und Auszuprobieren – und hey, das bin ich!). Und natürlich geht das auch mit preiswerteren Kameras – wie mit der oben genannten Nikon D5100. Aber die Canon C300 ist natürlich nicht zum Spass so teuer – vor allem ist sie unglaublich lichtstark, wie nachstehendes Video ganz eindrucksvoll zeigt:

Canon EOS C300 = Awesome from Jonathan Yi on Vimeo.

Alles weitere, was die Kamera so Tolles kann, werde ich in einem späteren Posting mal näher erläutern. Wir haben in unserem Nissan GT-R Black Edition-Video zum ersten Mal genutzt. Da hatte ich sie gerade bekommen. Sieht man einen Unterschied zu unseren bisherigen Videos? Nein!! Weil ich eben nicht das geniale Universaltalent bin für das ich mich manchmal halte. Ich hatte ja keine Ahnung, was ich mit den ganzen Knöpfen überhaupt anstellen sollte. Jetzt sehe ich da schon ein schwaches Licht am Horizont. Jetzt heisst es weiter üben. Und hoffe dann auch alsbald erste schöne Ergebnisse zeigen zu können.

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Ein Quantensprung. Das Ding ist wirklich cool! Da war noch was? Ja? Hattest Du nicht auch noch so eine dicke Nikon-Kamera? Kann die denn kein Video? Richtig, ich habe eine Nikon D4, mit der man auch gute Videos drehen kann. Es gibt eine Menge Belege im Netz. Ich habe mal aber einem Kollegen zugesehen, wie er seine Nikon D4 von Foto auf Video umgerüstet hat. Das kann man machen. Ich aber nicht. Ich brauche meine Nikon immer und überall zum Fotografieren im Anschlag. Ganz oft auch parallel zu den Videokameras. Und solange ich mir den Luxus erlauben kann mit so einer feinen Canon zu filmen, tue ich das gerne. Das ist genau so, wie ich es mir wünsche. Das beste Equipment für den besten Zweck.

Disclaimer: Canon Deutschland stellt mir die Canon C300 und aktuell zwei Objektive. Ich muss dafür nichts bezahlen, noch werde ich dafür bezahlt. Ich habe mich verpflichtet, sämtliche Videos, die ich mit der C300 erstelle, entsprechend zu kennzeichnen. Diesen Beitrag schreibe ich ohne Verpflichtung, sondern aus freien Stücken.