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2013 Range Rover Sport HSE Dynamic 3.0 SDV6 – Fahrbericht meiner Probefahrt

Im Herzen des Odenwaldes in Michelstadt waren Jens und ich zur nationalen Fahrveranstaltung des neuen 2013 Range Rover Sport eingeladen. 415.000 Einheiten des sportlichen SUV hat Land Rover seit der Vorstellung im Jahre 2005 verkauft. 2010 gab es ein Facelift, nun die neue Version, die ein komplett neues Auto darstellt. Basierte der Vorgänger noch auf der Plattform des Land Rover Discovery, so stellt jetzt der im letzten Jahr in Paris neu vorgestellte Range Rover MK IV die Basis. Allein durch diesen Plattformwechsel ist der neue Range Rover Sport bis zu 420 kg leichter als der Vorgänger. Dieser hat nämlich noch einen Gitterrahmen und der neue Range Rover im Gegensatz dazu einen wesentlich leichteren Alu-Torso.

Auf der kommenden IAA will Land Rover noch einen Diesel-Hybrid für Range Rover und den Sport vorstellen, aktuell gibt es drei Motorvarianten: einen 5.0 Liter V8 Benziner mit 510 PS und einem maximalen Drehmoment von 625 Nm, der sehr imposant in 5.3 von 0 auf 100 km/h sprintet und bis zu 250 km/h schnell fahren kann. Den wollte Jens am Liebsten fahren. Ich habe aber dagegen votiert, einen Fahrbericht zum 2014 Range Rover Sport 5.0 V8 Supercharged HSE Dynamic gibt es aber bei Sebastian Bauer. Auf der einen Seite der V8 als potentester Motor, auf der anderen Seite der TDV6 3.0 Liter Diesel mit 258 PS als Einstiegsmotorisierung. In der goldenen Mitte dann der 3.0 Liter Diesel-V6 mit dem Kürzel SDV6, der 292 PS leistet (600 Nm max. Drehmoment), in 7.2 Sekunden von 0 auf 100 sprintet und über eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h (optional 222 km/h) verfügt – den NEFZ-Verbrauch gibt Land Rover mit 7.5 Litern auf 100 km an. Und genau dieses Modell haben wir uns genauer angesehen und auch in dem nachstehenden Ausfahrt.tv-Video vorgestellt:

Vier verschiedene Ausstattungspakete gibt es für den neuen 2013 Range Rover Sport, das kleinste Paket SE ist dabei dem kleinen Diesel vorbehalten. HSE ist die gehobene Ausstattung mit allerlei Chrom-Zierrat beim Exterieur im Gegensatz zum HSE Dynamic, bei dem sich das Exterieur mehr in Glossy schwarz präsentiert – und wie der Name schon erahnen lässt – eine Dynamic-Funktion mitbringt. Dazu gleich mehr. Die Top-Ausstattungslinie heisst Autobiography Dynamic. Wir sind den Range Rover Sport HSE Dynamic 3.0 SDV6 gefahren, dessen Basispreis knapp unter 70.000 Euro liegt. Den Preis unseres Testwagens weiss ich leider nicht.

Beim Einsteigen in den 2013 Range Rover Sport heisst es erstmal aufwärts – man muss schon ein wenig nach oben, um sich dann in den durchaus bequemen und elektrisch verstellbaren Fahrersitz zu setzen. Und wäre das nicht schon hoch genug von der Sitzposition, fährt das Fahrwerk des 2013 Range Rover Sport im Fahrmodus noch ein Stückchen weiter nach oben. So hatte ich auf den ersten Metern fürwahr das Gefühl in einem kleinen LKW zu sitzen – auf die Sitzposition und die Sicht nach vorne bezogen. Ich finde, dass in einem Range Rover alles ein wenig anders aussieht, als dass, was wir von unseren deutschen Autobauern so gewohnt sind. Angenehm und luxuriös präsentiert sich der Innenraum. Die Rundinstrumente im Cockpit sind nur noch virtuell, das Cockpit wird in einem großen TFT hinter dem Lenkrad abgebildet, was sich gut ablesen lässt, aber auch in Verbindung mit dem großen, zweiteiligen Panorama-Schiebedach (1900 Euro Aufpreis, meine Empfehlung) hin und wieder etwas spiegelt. Das belederte Lenkrad davor ist griffig und lässt sich schön bedienen, die Schalter auf dem Lenkrad selbst erinnern ein wenig an die Controller einer Spielkonsole und ich muss gestehen, dass ich im Rahmen der doch recht kurzen testzeit nicht herausgefunden habe, wie man die Anzeige im mittigen Display zwischen den beiden virtuellen Rundinstrumenten ändert.

Zwischen den beiden Vordersitzen befindet sich eine extrem breite Mittelarmlehne, darunter ist übrigens auch ein riesiges Staufach, in dem man wohl (gefühlt, nicht getestet) eine 1.5 Liter-Flasche stellen kann. Wem diese breite Armlehen nicht ausreicht oder aber wer mit dem Fahrersitz weit nach vorne fahren muss, um optimal zu sitzen, der kann die am Sitz angebrachte Armlehme ausklappen. Vor der Armlehne findet sich dann ein doppelter Becherhalter und die Steuerung für die 8-Gang-Automatik aus dem Hause ZF. Direkt hinter dem Gangwahlhebel der Automatik, die im Übrigen ihren Job so gut erledigt, dass man sie kaum spürt, kann man bei Bedarf unterschiedliche Fahrprogramm auswählen. Neben diversen Offroad-Programmen gibt es auch ein Dynamic-Fahrprogram, wo Fahrwerk und Motor sich dann deutlich sportlicher präsentieren. Egal welchen Modus man wählt – ich bin hauptsächlich im Automatik-Modus gefahren – auffällig ist auf jeden Fall, wie leise der Range Rover Sport ist. Ein perfekter Begleiter für Leute, die lange Strecken zurücklegen müssen.

Gerade auf langen Strecken mit Passagieren an Bord kann auch das Infotainment-System punkten. Das Display des Infotainment-Systems verfügt optional (800 Euro) über Dual-View-Technologie. So kann der Fahrer ganz normal das Navigationssystem bedienen, der Passagier rechts aber derweil Video oder Fernsehen (1.000 Euro Aufpreis) gucken, alternativ kann man auch andere Quellen per USB oder Chinch anschliessen (ungetestet von uns). Für weitere 2.000 Aufpreis gibt es auch ein Infotainment-Paket für die Passagiere im Fond, die dann auch noch einen USB/Chinch-Anschluss für sich haben, um weitere Video-Quellen einzubinden. Damit sich die Media-Konsumenten nicht gegenseitig stören, bekommt jeder einen Bluetooth-Kopfhörer. Soll die ganze Bude rocken, kann man zwischen zwei Premium-Sound-Systemen von Meridian wählen. Das „kleine“ hat 19 Lautsprecher mit 825 Watt Musikleistung, das große System verfügt über 23 Lautsprecher und 1.700 Watt Leistung. Das kleine System hatten wir wohl im Testwagen, das macht schon einen sehr ordentlichen Klang, was mir an einigen Stellen in der Grundkonfiguration aber zu basslastig.

Im Fond finden sich zwei ausgeformte und ebenfalls sehr bequeme Sitz, in der Mitte kann zur Not auch ein Erwachsener sitzen, wohl möchte man dies aber niemanden auf längeren Strecken zumuten. Optional kann man den 2013 Range Rover Sport auch als 5+2 Sitzer bestellen. Dann entfällt das Reserverad unter dem Kofferraum-Boden und stattdessen hat man dort zwei zusätzliche Sitzplätze (haben wir nicht im Auto gehabt), wo denen der Pressesprecher sagte, dass sie als Sitzplatz für Kinder bis 14 Jahren gedacht sind, Erwachsene dort aber auch kurze Strecken sitzen können. Der Kofferraum ist durchaus üppig – 489 Liter (mit Hutablage), 784 Liter bis zum Dach, bei umgeklappter Fiondsitzbank 1761 Liter Ladevolumen. Die drei IATA-Kabinen-Trolleys, die wir dabei hatten, konnten wir nicht wirklich zum Ausfüllen heranziehen. Sehr schön übrigens, dass man Gegenstände direkt auf die Ladefläche stellen kann, man muss also keine Kante überwinden. Schade hingehen, dass man die Rücksitzbank nicht zu einer ebenen Fläche umlegen kann. Land Rover gibt die Laderaumlänge bei umgeklappter Rückbank mit 187cm an, ich hatte gemessen, dass man Gegenstände bis 175cm bequem einladen kann, ohne sich den Rücken der Vordersitze zu zerkratzen.

Mit einer Breite von 207cm (220 mit Rückspiegeln) heisst es bei vielen Autobahnbaustellen wohl rechts fahren. Die Gesamtfahrzeuglänge des Range Rover Sport beträgt 4.85m – eben alles andere als ein Kleinwagen, dafür ist der Wendekreis mit Karosserieüberhängen gerade mal 12.6m groß und dank der Rückfahrkamera (deren Qualität meines Erachtens ruhig noch deutlich verbessert werden könnte, ich fand das Bild ansatzweise matschig) und dem Kombiheck ist das Einparken auch kein Hexenwerk. Noch einfacher wird es mit der 360° Kamera (800 Euro Aufpreis). Wer hingegen seinen Fahrkünsten nicht allzu viel zutraut, kann auch ganz automatisch einparken lassen. Der passende Einpark-Assistent kostet 680 Euro (nicht getestet). Die weiteren Assistenzsysteme finde ich von der Aufpreis-Politik etwas happig: der adaptive Tempomat mit Stau-Assistent kostet stolze 2.000 Euro, der Totwinkel-Warnenr 520 Euro Aufpreis.

Kein Assistent, aber eine Wonne ist das Soft-Door-Close-System, was die Türen automatisch zuzieht, Aufpreis 600 Euro. Komfort! Auch wenn „Sport“ deutlich zu lesen an der Heckklappe zu lesen ist, für mich ist der Range Rover Sport vor allem ein sehr komfortables SUV, was sich auch sportlich bewegen lässt. Wer den Range Rover Sport selbst fährt, wird sofort merken, was ich meine. Man trohnt über der Strasse und begibt sich auf seine Reise. Sei sie auch noch so kurz, erholt und entspannt wird man aussteigen. Land Rover hat zudem Ausstattungen bereitgestellt, die dem Käufer auch ein hohes Grad an Individualität erlauben. Ein entsprechendes Budget vorausgesetzt.

Rundum hat mir der 2013 Range Rover Sport HSE Dynamic 3.0 SDV6 sehr gut gefallen. Zu gerne würde ich mir den Wagen noch einmal in Ruhe ansehen. Gerade die Offroad-Eigenschaften mussten wir fast gänzlich aussen vor lassen. Ich darf aber zumindest erwähnen, dass es sich beim 2013 Range Rover Sport HSE Dynamic 3.0 SDV6 nicht nur um ein SUV handelt, dass mit seiner Form Offroad-Fähigkeiten vorgaukelt, sondern, dass der Sport im Herzen schon ein Geländewagen ist. Insbesondere die Watttiefe (also durch was für Tiefen man Gewässer durchfahren kann) mit 85cm ist mehr als beachtlich. Und zu guter Letzt: die Farbe, das Rot, unseres Testwagens nennt sich „Chile“. Sehr schön fand ich auch das Aintree Green.

Schon zu seiner offiziellen Vorstellung im März in New York hatte ich alle Daten und Fakten zum Range Rover Sport in einem Beitrag festgehalten. Bislang existiert auch nur eine vorläufige Preisliste zum 2013 Range Rover Sport, die finalen Preise wird man wohl aber in ein paar Tagen finalisieren, denn ab September ist der neue Range Rover Sport zu bestellen. Nachstehend noch eine Galerie mit zahlreichen Fotos und Detailbildern vom 2013 Range Rover Sport HSE Dynamic 3.0 SDV6 in Chile Rot: