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Musik für Roadtrips – meine Compilation

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Anfang des Jahres bin ich über 5.000 Kilometer durch die Staaten gefahren. Im August bin ich 1.600 Kilometer durch Sibirien gefahren. Zwischendurch habe ich jede Menge Kilometer auf Fahrveranstaltungen und auch privat abgespult. Ich fahre wirklich gerne Auto, sonst würde ich mir das wohl kaum antun. Und dennoch – Musik ist mir bei solchen Fahrten extrem wichtig. Nicht zuletzt deswegen haben das Infotainmentsystem und die verbauten Lautsprecher in meinen Fahrberichten so einen hohen Stellenwert. Zudem bin ich einer dieser Dinosaurier, die noch eine echte CD-Sammlung zu Hause haben.

Die Musikauswahl für einen Roadtrip ist somit für mich persönlich auch ziemlich einfach. Allerdings sitzt man ja meist nicht alleine im Auto, sondern teilt sich das Fahrzeug mit jemand anderem. Ich sitze wohl mittlerweile zu 90% mit Jens Stratmann im Auto und ein Blick auf seine Musikempfehlungen reicht aus, um festzustellen, dass wir musikalisch wie Feuer und Wasser aufgestellt sind. Es ist jedes Mal aufs Neue ein harter Kampf um die Musikhoheit. Techno und Schlager auf seiner Seite, echte Musik auf meiner. Wobei ich gerne zugebe, dass ich musikalisch auch nicht einfach bin – mein Musikgeschmack ist breit gefächert. Ich mag Akon genauso wie ZZ Top.

Geeinigt haben wir uns mittlerweile auf ein paar Klassiker, die wir eigentlich auf jeder Fahrt hören. Da rede ich auch nicht über die hohe Kunst, sondern eben Gute-Laune-Musik. Allen voran Kid Rock mit All summer long, Run DMC mit Walk this way, Macklemore & Ryan Lewis mit Thrift Shop, Massive Töne mit Cruising, Wild Cherry mit Play That Funky Music, Karmin mit Hello und N*E*R*D mit Rock Star.

Generell muss für mich eine Roadtrip Playlist aber vor allem ausgewogen sein. Ich brauche deutsche wie internationale Interpreten. Klassiker genauso wie „meinen Kram“. Schnelle wie langsame Songs.

Deutschsprachig muss für mich auf jeden Fall etwas von Udo Lindenberg, Jan Delay, Mono & Nikitaman, den fantastischen Vier, Seeed, Tilman Rossmy, Paula, Peter Fox, Curse, Sven Van Thom und den Absolute Beginners dabei sein.

Im internationalen Bereich darf zum einen die Klassiker Sparte um die Red Hot Chilli Pepers, die Rolling Stones, die Doors, den Beastie Boys, Chris Isaak, Eric Clapton, den Fine Young Canibals, Guns’n Roses, James Blunt, Amy Winehouse, Led Zeppelin, Dire Straits, Metallica, Tina Turner und ZZ Top nicht fehlen. Ich habe mich schon oft erwischt, dass ich von den vorstehenden Interpreten zunächst nur ein paar Lieder, dann aber irgendwie alle Alben in den Playlist gekippt habe – je länger der Roadtrip, um so besser eine hohe Auswahl zu haben.

Zudem möchte ich der geneigten Leserschaft noch ein paar Perlen explizit ans Herz legen, die sich meiner Meinung nach herrlich für eine Roadtrip-Musiksammlung eignen. Ganz vorne ist da bei mir die ehemalige russische Zweimann-Kombo 5’nizza. Zwei Männer. Eine Gitarre, einer singt, der andere spielt die Beatbox. Dabei kommen wunderschöne Töne mit Reggae-Einschlag heraus und nichts ist lustiger als mit diesem russischen Duo in den Lautsprechern durch die Strassen von Amerika zu fahren. Dann haben wir da noch DeVotchka. Dem einen oder anderen vielleicht bekannt aus dem Soundtrack „Little Miss Sunshine“. Das Quartett spielt so wundervoll melancholische Musik, die sich ungewöhnlich schön anhört.

Nicht ganz so unbekannt, aber dennoch in meinen Ohren sehr independent und nicht bei all zu vielen meiner Freunde bekannt sind Arcade Fire (Indie-Rock aus Kanada), The Flaming Lips (Alternative-/Progressive-Rock aus Oklahoma) und My Morning Jacket (Rock aus Kentucky). Ganz neu für mich entdeckt habe ich Hanni El Khatib (Rock aus Kalifornien), dessen Song „F**k it, You win“ ich stundenlang in der Schleife hören kann.

Und dann gibt es noch die Must-Be-On-THIS-List Klassiker, auf die ich auf keinen Fall verzichten kann. Früher habe ich es mir mal einfach gemacht und eine Playlist von allen Songs angelegt in denen Highway, Car oder Road vorkamen. Geht auch. Passt aber eben nicht immer. Also Must-haves aus meiner Sicht – Judas Priest – Breaking the law (wenn es mal etwas schneller gehen muss), Golden Earring – Radar Love (ein Muss bei jeder Fahrt im Dunklen), AC/DC – Highway to Hell (fast schon zu offensichtlich, geht aber nicht anders, muss dabei sein), Craig David – Fast Cars (Autobahn oder Nachtfahrt, hach!), Kraftwerk – Autobahn (Kindheitserinnerung an endlose Landstrassen in Schweden), Blondie – Call me (Kein Fragen, oder?), Blackeyed Blonde – Do Ya Like That Shit? (Weil ich Yes antworten muss und der Song Dich abends am Steuer schön wach macht, genauso wie), Buckcherry mit Crazy Bitch. R.E.M. – Drive (Gutes Wetter, endlose Landstrasse), Snow Patrol – Chasing Cars (Fahrt in den Sonnenuntergang), Tracy Chapman – Fast Car (geht immer, natürlich!), U2 – Where the Streets have no names (ich hatte U2 oben wohl vergessen) und jetzt ist auch mal gut, auch wenn noch einige fehlen – stellvertretend für diese Talking Heads – Road To Nowhere.

Und bevor ich jetzt den Link zu meinen Spotify-Playlist hier veröffentliche, möchte ich noch kurz ein paar Sätze zu Soundtracks verlieren. Es gibt ja auch jede Menge Roadmovie und zu denen gehört auch ein Soundtrack. Da kann man sich natürlich auch immer fein bedienen. Auch zu meiner Playlist gehören einige Soundtracks, die ich in der Regel komplett mit aufnehme, auch wenn die Filme selbst so gar nichts mit dem Fahren zu tun haben – eine Ausnahme: ich bin bekennender Fast-n-Furious-Fan. Und ich liebe die Soundtracks – vor allem wenn ich sie im Auto hören kann. Weiter Kandidaten sind Jackie Brown, High Fidelity, Bulworth, Garden State (Road-Trip), Kill Bill, Matrix, Pulp Fiction, alle Austin Powers Filme und Lost Highway.

Wenn ich es mir recht bedenke, könnte ich vermutlich den ganzen Artikel noch 10 Mal überarbeiten und hätte dann meine halbe Musiksammlung genannt. Wer selbst bald einen Roadtrip startet, sollte sich meines Erachtens sowieso eine eigene Playlist erzeugen. Wenn man es richtig machen will, dann gehört auch einiges an Arbeit dazu, wenn es auch nicht so komplex sein muss wie in dem Film Elizabethtown.

Hier ist eine exemplarische Playlist mit nur einem Song von den einzelnen Interpreten zum Reinhören:

Und wem mein Musikgeschmack nicht passt oder wer noch mehr Anregung sucht, zeitgleich mit mir haben auch die nachstehenden Blogger ihre Roadtrip-Playlist-Vorschläge online gestellt:

Weiter Empfehlungen findet ihr bei anderen Reise- und Autobloggern: Heike Kaufhold schreibt über Eddie Vedder und sein Album. Johannes Klaus stellt seine Empfehlungen vor.Angelika Schwaff bereitet sich gerade auf einen Roadtrip quer durch die USA vor und teilt ihre Playlist mit uns. Susi Maier meint, dass bei Roadtrips die Musik zum Land und zur Stimmung der Landschaft passen muss und hat eine etwas andere Roadtrip-Musik für endlose Weiten, dunkle Wälder und wilde Küsten – von 80ies bis Metalcore – zusammengestellt.Stefan Eschert meint, dass eine Playlist für einen Roadtrip das Rendevouz für das Gemüt ist – er stellte wild gemixte Genres in harmonierender Reihenfolge vor. Lea Hajner empfiehlt Soundcloud Mixtapes mit gratis Downloads für gute Laune, leere Bergstrassen und endlose Kilometer. Nina Hüpen-Bestendonk spielt Klassiker aus den 80ies mit Indie und Folk von heute und zeigt ein Video von Gesangseinlagen im Auto. Yvonne Zagermann hat für uns Musik für die drei Phasen eines jedes Roadtrips: erstmal cool cruisen, dann lauthals mitsingen und dann sich in der weite der straße und gedanken verlieren…

Mikhail bringt eine bunte Mischung mit Weezer, Beach Boys, Mumford&Sons, Mando Diao, Sean Paul, Train, Maroon 5, Bryan Adams, Ryan Lesslie, Daft Punk in seine Playlist. Tom legt sein Augenmerk auf den Song „Driving Home for Christmas“ von Chris Rea. Mario präsentiert einen wüsten Mix aus Klassikern, Filmmusik, Soft und Hard Rock mit einem Schuss Metal. Thomas will uns mit Trance begeistern, hat aber zum Glück auch einige internationale Klassiker vom Kollegen eingesammelt. Nesthäkchen Lisa spielt auf Roadtrips Musik von Lorde, Avicii, Everlast, Nirvana, C2C, Daft Punk ft. Pharell, Fergie, Jessie J, Placebo und anderen. Jens hat den schlechtesten Musikgeschmack den man sich vorstellen kann – ich weiss das, wir sind oft genug zusammen unterwegs – von Right Said Fred über Roxette zu Roger Whitakker, von Run DMC zu Iggy Pop. Für Thomas (Gigold) ist das Fahren wie das Leben: Es gibt ups and downs, so ist es auch mit der Musik, schnell und langsam als Mischung für die perfekte Kurvenlage genau zwischen Entspanntheit und Vorwärtsdrang. Alex Kahl ist der verhassteste RoadtripDJ, denn er mag keine Musik beim Fahren. Er hat nur einen Song fürs Ankommen. Can ist ja bekanntlich lange in einer Band gewesen, das sollte einen guten Musikgeschmack voraussetzen, seine Playlist kommt mit Carmen Consoli, Pain of Salvation, The Ocean, Opeth uvm.

Viel Spass beim Reinhören!