Probefahrten
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Einmal durch Frankfurt mit dem 2013 Mercedes-Benz SLS AMG electric drive

Ich stand nach der Fahrt mit dem neongelben 2013 Mercedes-Benz SLS AMG electric drive etwas benommen und sehr versonnen neben dem Fahrzeug und konnte mich nicht sattsehen, als eine junge Mercedes-Hostess auf mich zukam. Sind Sie vom ZDF? Ein höfliches Kopfschütteln meinerseits. Von Ausfahrt.tv? kam die nächste Frage. Dieser Tag konnte kaum noch besser werden. Erst den Elektro-Super-Sportwagen von Mercedes-AMG fahren und dann noch quasi mit dem ZDF in einem Atemzug genannt werden. Hach! Was für ein Tag!

Vor ein paar Wochen hatte uns Mercedes angesprochen, ob wir Interesse hätten, den Mercedes-Benz SLS AMG electric drive in Frankfurt zu fahren. Wir würden eine Stunde Zeit mit dem Auto bekommen. Manchmal stellen die Leute ja seltsame Frage. Ne Du, habe ich keine Lust zu. Und sicherlich – eine Stunde ist nicht so viel Zeit, um ein Video in unserem Ausfahrt.tv-Programm zu erstellen und ganz nebenbei noch einen Fahreindruck zu sammeln. Ich finde, wir haben das ganz gut hinbekommen – seht doch selbst:

Ich hatte das Glück (naja, wie man es nimmt), dass Jens Anfang des Jahres den SLS electric drive schon auf der Rennstrecke ausgiebig fahren konnte. Ich war damals nicht eingeladen, durfte dafür aber den SLS zu der kleinen Seitenstrasse am Main fahren, an der wir unseren kurze Clip abgedreht haben, und auch wieder zurück ins Hotel.

Wobei “fahren” ja schon fast ein Schritt zu früh ist. Ja, ich möchte meine Fahrt im Mercedes-Benz SLS electric drive hier wirklich feiern. Aber dann Euch eigentlich nur meine Eindrücke vermitteln. Und die fangen beim Einsteigen an. Eigentlich ja beim “Auf das Auto zugehen”, aber ich habe den SLS ed nun schon oft genug ansehen dürfen und so werde ich hier lediglich hinzufügen, dass ich mich gefreut habe, dass wir einen Neongelben bekommen haben. Die Magier beginnt aber mit dem Einsteigen.

Der Türgriff ist zunächst versenkt, öffnet sich dann aber durch Druck auf den nächstgelegenen Taster. Man zieht an dem Türgriff und zieht die Flügeltür nach oben. Ich mag das. Ich liebe Flügeltüren. Ja, die sind vollkommen unpraktisch und meinetwegen auch nicht alltagstauglich. Aber das ist doch EGAL!!! Es sieht fantastisch aus und fühlt sich auch ebenso an. Basta. Das Einstiegen in den SLS funktioniert weit besser als erwartet. Man fädelt erst das rechte Bein ein und rutscht dann in den Sportsitz. Sicherlich macht es weniger Mühe in einen Meredes GL zu steigen, aber es war auch deutlich mühsamer, in den Urahn des SLS einzusteigen, den Merecdes SL 300 “Gullwing” (Link zu meinem Fahrbericht einer kurzen Probefahrt in Spanien). Den linken Arm in die Höhe gestreckt, greift man nach der offenen Tür und zieht sie nach unten. Das ist mindestens genau so sexy, wie das Öffnen der Türen. Eigentlich noch besser, weil man nun schon im Fahrzeug sitzt.

Die Sitzverstellung befindet sich an der äußeren Sitzaussenseite. Am Sitz zum Getriebetunnel hin befinden sich noch drei weitere Schalter, um die Sitzposition zu optimieren. Ich gestehe, ich habe nicht allzu viel verstellt und ausprobiert, unsere Zeit war ja begrenzt. Die Position des schönen und griffigen Lederlenkrades musste ich aber dann doch anpassen – natürlich auch elektrisch. Anschnallen. Noch ein Druck auf den roten Start-Knopf und es kann losgehen. Es bringt mich ja nun nicht mehr aus der Ruhe, dass sich bei einem Elektroauto kein Motorengeräusch zum Start meldet, beim Rangieren von der Parkfläche auf dem Bürgersteig vor dem Hotel war ich aber schon ein wenig nervös.

Fahr bitte vorsichtig! hatte mich mein Ansprechpartner noch gebeten. Der Wagen sollte am gleichen Tag noch von 5 weiteren Video-Teams genutzt werden. Und ganz im Ernst, so schön ich die lange Haube vom SLS auch finde – sie kommt auch sehr schön vom Fahrerplatz aus zur Geltung – man muss sich beim Rangieren auch erst einmal darauf einstellen. Auch glänzt der SLS auch nur bedingt mit Übersichtlichkeit, immerhin gibt es aber eine Rückfahrkamera, die durchaus hilfreich ist. Und dann in den Frankfurter Verkehr. Frankfurt Downtown um 9.15 Uhr.

Die Frankfurter Autofahrer sind ignorant, rücksichtslos und egoistisch. Zur Kommunikation untereinander verwenden sie ausschliesslich die Hupe. Vielleicht gibt es auch ein paar Ausnahmen, ich will nicht pauschalisieren. Die Autofahrer mit denen ich es zu hatten, haben eben alle dieses Verhalten an den Tag gelegt. In dem neongelben SLS electric drive hingegen hatte ich keine Probleme. Keine nach aussen getragene Neiddebatte der anderen Teilnehmer, nur bewundernde Blicke. Wer also oft in Frankfurt Downtown unterwegs ist und einfach nur Auto fahren will, sollte sich den Mercedes-Benz SLS AMG electric drive wirklich mal genauer ansehen. Das nötige Kleingeld in Höhe von 416.500 Euro vorausgesetzt.

Tja. Ein Auto für wenige Privilegierte. Die bekommen auch aber jede Menge Gegenwert. Statt nur einem Motor gibt es gleich vier. Jedes Jahr hat seinen eigenen Antrieb, was sich dann auch beim Fahren bemerkbar macht. Ja sogar in den schmalen und tempobegrenzten Einbahnstrassen Frankfurts. Die Kurven und selbst das um die Ecke fahren fühlt sich irgendwie anders an. Jens hat mal gesagt, dass man das schlecht beschreiben kann. Da bin ich bei ihm. Das muss man erleben. Kann aber eben nicht jeder. Darum ein kleiner Versuch von Eurem Lifestyle-Auto-Blogger. Die vier Räder lassen sich einzeln ansteuern. Nicht vom Fahrer, aber eben vom Auto. Und das merkt eben ganz von alleine, wann wo welche Kräfte bewegt werden. Und setzt sie passend ein. So auch in der Kurve. Da bewegen sich die Räder in der Kurveninnenseite langsamer als die in der Aussenseite. So kann man höhere Kurvengeschwindigkeiten realisieren. Technik die begeistert.

Ein kurzer Blick auf das Datenblatt gefällig? 751 PS, 1000 Nm, von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Die Reichweite beträgt nach NEFZ auch 250 km. Damit man das Gefühl für die Geschwindigkeit im Innenraum nicht verliert, es fehlt ja der brüllende Motor, gibt es ein synthetisch erzeugtes Fahrgeräusch. Im Video bekommt ihr einen Eindruck davon.

Gut, kurze Fahrt, kurzer Bericht. Hatte ich Spass? Und wie! Will ich nochmal? Immer wieder! Wenn so die künftige Elektromobilität aussieht, dann kann sie gerne heute schon beginnen. Bilder habe ich kaum welche. Wir haben uns auf das Video konzentriert. Dafür kann man bei Jens weiterlesen: Video: SLS AMG Electric Drive – Der Elektro Sportwagen von Mercedes-Benz!, vor allem aber den hier: Angetestet: Der SLS AMG Electric Drive. Und dann hätte ich jetzt noch meinen Beitrag von der Vorstellung in Paris: Paris 2012: Mercedes-Benz präsentiert den SLS AMG Electric Drive.