Allgemein
Kommentare 11

Mit Audi bei der Creme21 – Tag 1

Guten Morgen aus dem sagenumwobenen Hotel Sauerlandstern in Willingen im Sauerland. Ich gestehe, dass ich hier mit höchst betrunkenen Kegelverein-Gruppen gerechnet habe, die auf den Fluren und vor den Toren kopulieren. Die Unterschichten-Fernseh-Propaganda, der ich da erlegen bin. Nüchtern betrachtet ist der Sauerlandstern ein sauberes Hotel, was sich auf die Massenabfertigung spezialisiert hat. Aber darum soll es in diesem Beitrag auch gar nicht gehen. Allenfalls um die Umstände, die mir gar keine Chance gelassen haben, ausser eben gestern abend hier vollkommen ko ins Bett zu fallen und wie ein Stein zu schlafen.

Fotos von den Teilnehmer-Fahrzeugen und Links zu all meinen Beiträgen gibt es in der Zusammenfassung hier: 2013 Creme21 Youngtimer-Rallye – Fotos vom Teilnehmerfeld

Gestern wurde nämlich am Circuit de Spa-Francorchamps in Belgien die jüngste Auflage der Creme21 gestartet. Ein Starterfeld mit über 180 Youngtimer-Fahrzeugen. Teilnahmeberechtigt waren und sind Fahrzeuge deren Baureihe in den 70er und 80er Jahren in Produktion war und die im Originalzustand erhalten sind. Und somit standen da also jede Menge Klassiker aus der Youngtimer-Franktion herum mit denen ich aufgewachsen bin. Darum auch ein paar Exemplare, die mein automobiles Herz wirklich haben hüpfen lassen. Wie der VW Fridolin (der eine „kleine“ Leistungssteigerung erhalten haben muss, denn zwischendurch hat er einen Porsche mal richtig alt aussehen lassen), eine Peugeot 403 Limousine (ja, ich mag alte französische Autos und finde diese von den Formen wirklich deutlich schöner als die meisten gleichalten deutschen Fabrikate!) und natürlich der Citroen DS Break – die einzige DS im Teilnehmerfeld.



Von Spa führte uns eine wirklich schöne Route über kleine Landtstrasse mit teilweise hinreissenden Kurven von Spa über einen Mittagsstop an der Stadthalle von Bad Godesberg zum Ziel in Usseln – dem Curioseum. Rein von der Strecke waren das gerade mal 330 Kilometer, als wir aber dann endlich in Usseln angekommen waren, hatte ich keine Augen mehr für das Curioseum, sondern wollte nur noch ins Hotel – Essen und dann Schlafen! Mein absoluter Respekt gilt der Besatzung eines Triumph Spitfire, die mit uns auf dem Hotelparkplatz angekommen sind – offen – bei 8°C und feuchtem Nebel.

Jens und ich können uns nämlich über mangelnden Komfort im Auto so gar nicht beklagen. Eine sechs-stufige Sitzheizung, eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber wie ein elektrisches Schiebedach versüssen uns den Aufenthalt in unserem 1986 Audi 200 quattro. Der Turbo-Motor lässt uns auch hin und wieder mal bequem einen langsameren Teilnehmer überholen, lediglich die Bremsen weisen auf das alte Baujahr hin, wie auch die Sitze – ich habe Rücken! Gut 12 Stunden haben wir gestern im Auto verbracht.

Gegen halb neun ist das erste Auto in Spa gestartet. Alle 30 Sekunden überquerte dann ein weiterer Youngtimer die Startlinie. Wobei wir nicht gegen die Zeit fahren – der Weg ist das Ziel. Und den Weg gibt das Roadbook vor. Da hilft auch kein Navigationssystem, weil sie einzelnen Wertungsstationen nicht bekannt sind. Man muss sich also nach den Anweisung des Buches richten. Das macht durchaus Spass, hält den Beifahrer aber genauso auf Trab wie den Fahrer. Zwar hat man stets genug Zeit, die schöne Landschaft zu geniessen, aber nebenbei im Auto zu arbeiten, das klappt wirklich nicht.

Sechs Wertungsprüfungen lagen auf der Strecke. Und da haben sich die Organisatoren wirklich Mühe gegeben. Es sind schön kleine Spiele, bei denen wir Punkte sammeln können. Harmlos. Nicht mal ansatzweise peinlich (wie ich oller Skeptiker das irgendwie erwartet hatte), sondern spassig und unterhaltsam. An der ersten Station zeigte man uns einen kleinen Koffer. In dem lag ein „Lustiges Taschenbuch“. Geheimakte Phantomas. Ausgabe 39. 336 Seiten. Das Futter des Koffers war mit Blümentapete verzeirt. Wir sollten uns so viel wie möglich merken, uns würde dann zu einem späteren Zeitpunkt die entscheidene Frage gestellt werden. Bei der zweiten Station mussten wir ein kleines Plastikkörbchen mit Spielzeugautos (es lag da ein ganzer Tisch voll mit Miniaturfahrzeugen) füllen. Und zwar so, dass Körbchen und Autos zusammen eine Gewicht von 421 Gramm ergeben. Unser Ergebnis waren 530 Gramm und die freundliche Dame an der Waage nahm dann ganz zielstrebig genau ein Auto heraus – schwups 430 Gramm. So knapp daneben und dann doch so weit vorbei.

An der nächsten Station ging es um Geschicklichkeit. Wer mich kennt, weiss, dass dies genau mein Ding ist. Nicht! Man bekam drei „Wurfgeschosse“ – zwei Holz-Kugeln verbunden mit einem Seil. Diese musste man nun so auf ein Ständerwerk werfen, dass sie sich dort verfiengen. Einmal habe ich getroffen. Nicht wirklich ruhmreich. An der vierten Station hat Jens dann in einem Kasten 5 Dinge erfühlen müssen. Einen Maulschlüssel, einen PEZ-Spender, eine Playmobil-Figur, ein Duplostein und irgendetwas, was wir er als Haargummi tituliert hat. Zwischenzeitlich wurde uns auch DIE Frage zu dem Koffer gestellt – „Welches ist die aktuelle Ausgabe des Lustigen Taschenbuches“ – Jens antwortete – OHNE Absprache mit mir!!!! – 445. Die richtige Antwort lautet 446, er hatte seinem kurzen erst jüngst die Ausgabe 444 gekauft. Da haben wir also ganz gut abgeschnitten.


Bei der letzten Prüfung haben wir uns dann vollkommen blamiert. Gewonnene Punkte: NULL! Jens wurde ein Papierkorb um die Brust geschnallt. Ich musste aus 500 Metern Entferung Softbälle so werfen, dass er sie ohne Zuhilfenahme der Arme mit dem Eimer fangen konnte. Ok. Es waren vermutlich nicht mal 5 Meter. Wir haben einfach versagt. Oder konkreter, ich habe mal richtig schlecht geworfen. Das zweite Audi-Team mit Kai Bösel und Sebastian Bauer hatten da zumindest zwei Treffer, in unserem internen Ranking dürften die beiden nach dem ersten Tag aber nur leicht vorne liegen.

Heute geht es dann nach dem Frühstück ab 9.00 Uhr von Willingen nach Bad Wildungen. Wer in der Gegend wohnt und zusehen möchte, hier ist eine Liste mit Zwischenstops der Creme21. Und wer nicht in der Gegend ist, darf sich gerne durch meine nachstehende Galerie klicken. Die Eindrücke zur Creme21 von Jens gibt es drüben bei Rad-Ab zu lesen.