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Mit Audi bei der Creme21 – Tag 3

Totalausfall. Das ist mein Resümee meines dritten Tages bei der Creme 21, die uns gestern von Bad Wildungen nach Rüsselsheim geführt hat. Totalausfall! Und damit meine ich nicht unseren 1986 Audi 200 quattro, sondern die beiden Lenker, Jens und mich. Gemeinsam haben wir es geschafft, bei so ziemlich allen Spielen vollständig zu versagen und – um das Ganze in einen einheitlichen Rahmen zu verpacken – uns auch noch diverse Male zu verfahren. Ich würde ja gerne schreiben, dass wir lange genug zusammen arbeiten, als dass uns so etwas aus der Bahn wirft. Aber ganz ehrlich, auf den letzten Metern in Rüsselsheim war die Stimmung im Audi schon etwas gereizt.

Fotos von den Teilnehmer-Fahrzeugen und Links zu all meinen Beiträgen gibt es in der Zusammenfassung hier: 2013 Creme21 Youngtimer-Rallye – Fotos vom Teilnehmerfeld

Dabei hatten wir wieder wundervolle Streckenabschnitte, die uns puren Fahrspass beschert haben. Ich bin schlichtweg platt, was es für wundervolle Strecken gibt und frage mich, wie die Organisatoren es geschafft haben, diese Strassen zu finden und dann auch noch zu einer solchen Route zusammen zu stellen. Langgezogene Kurven. Herrlich enge Kurven, die dicht aufeinander folgten und gar nicht aufhören wollten. Mensch und Maschine wurden ordentlich gefordert. Ich lehne mich sogar so weit aus dem Fenster, dass ich behaupte: Teilnehmer der Creme 21 erleben sich als Fahrer mit ihrem Youngtimer neu!



Angefangen hatte alles noch richtig toll. Bei strahlendem Sonnenschein sind wir beide vor dem Feld gestartet und haben und ein schönes Plätzchen zum Fotografieren gesucht. Über 100 unterschiedliche Fahrzeuge konnte ich in Bewegung auf der Strecke fotografieren. Wir standen auf einem Feld hinter einem Waldstück und konnten die Teilnehmer der Creme 21 so weit schon hören, bevor wir sie gesehen haben.

Aber danach ging dann irgendwie zu viel schief. Die erste Station mit einer Wertungsprüfung haben wir schlichtweg nicht gefunden. Somit haben wir dort auch keinen Stempel bekommen. An der Wertungsstation musste gewürfelt werden. Solange man keine 1 gewürfelt hat, wurden die Punkte aufaddiert. Kam die 1, wurde der Punktestand auf Null gesetzt. Genau so viele Punkte haben wir dann durch unser Nichterscheinen auch bekommen.

An der zweiten Station hatten wir wieder ein paar Sekunden Zeit in einen Koffer zu schauen. Darin waren zwischen 15 und 20 Gegenstände, u.a. Spielzeugautos, 2 im Jahre 2012 abgelaufene Kondome, eine CD-Hülle, einen Hörspielkasette „John Sinclair“, eine Postkarte mit einem Strandmotiv, ein Aufkleber, Kulis, Haargummis. Und schon an der nächsten Station durften wir dann die passende Frage beantworten: Wie viele Farben waren auf dem Kreisel zu sehen. Meine Antwort lautete „Welcher Kreisel?“ Weder Jens noch ich hatten da einen Kreisel gesehen. Zack – zum zweiten Mal Null Punkte.

An der nächsten Station sollten wir dann mit Pümpeln (aka Saugglocken) aus knapp 2 Metern auf eine schräg aufgestellte Wand so werfen, dass sie die Gummiteile festsaugen. Bumms, und wieder NULL! Zu unserer Eherenrettung muss ich sagen, dass in den kompletten 15 Minuten in denen wir da gestanden haben, nicht eine Person einen Treffen gelandet hat. Mit wurde aber gesagt, dass einige Teams sogar zwei Treffer geschafft hatten. Wahnsinn!

Am Mittagstreff in der Sammler- und Hobbywelt in Alten-Buseck müssten wir – ich glaube 7 – unterschiedliche Lenkräder den entsprechenden Automarken zuordnen. Die entsprechenden Embleme waren natürlich wegretuschiert worden. Das Citroen-Einstreben-Lenkrad habe ich erkannt, beim Rest waren wir uns doch sehr unsicher, glänzen konnten wir auch bei dieser Prüfung nicht.

Und auch an der letzten Wertungsprüfung am Zielort der sechsten Etappe im Opelwerk in Rüsselsheim hiess es für das vermeintliche Team „Gewinner“ wieder nur 0 Punkte. Hier galt es mit einer Wasserpistole fünf Scheiben nieder zu schiessen. Auch hier, habe ich mir sagen lassen, haben einige Teams alle Scheiben abgeräumt. Wir eben wieder NULL!

Heute fahren wir dann nur noch knapp 40 Kilometer von Rüsselsheim zum Opel-Testzentrum nach Dudenhofen. Soweit ich es richtig verstanden habe, wird es auf der Strecke keine weiteren Wertungsprüfungen geben, so dass wir wohl eher auf den hinteren Plätzen ins Ziel fahren werden.

Null Punkte gebe ich im Übrigen auch Opel für die Ausrichtung der gestrigen Abendveranstaltung als Hauptsponsor. Als uns der offizielle Shuttle vom Hotel am Werk abgesetzt hatte, gab es nur noch vereinzelte Sitzplätze und auch die paar Stehtische waren belegt. Die Getränke musste man sich an einem von zwei Bierwagen selbst abholen – gegen Entgeld und einer Wartezeit von etwa 20 Minuten. Gleiches galt für das Buffet – das Essen war jedoch kostenlos. Statt ordentlicher Bewirtung und Freibier hatte man einen Moderator bezahlt, der es sich nicht nehmen liess zu sagen, dass das bisschen Anstehen doch nicht so wild wäre. Nun gut. Ich als Automobilhersteller hätte mich nicht lumpen lassen und hätte schon für kostenlose Getränke gesorgt. Bei knapp 350 anwesenden Personen, die am nächsten Tag eh wieder Auto fahren müssen, wäre das vom Budget doch überschaubar gewesen. Aber wir wissen ja, dass es der Automobilindustrie in Deutschland nicht so gut geht.

Unsere Gruppe hat dann mehr oder weniger auf der Hacken kehrt gemacht und den letzten Abend bei einem Rüsselsheimer Italiener den Sieg von Kai Bösel und Sebastian Bauer in der internen Audi-Wertung gefeiert.

Ich freue mich nun, heute noch mal die zahlreichen Youngtimer-Fahrzeuge aus dem Creme21-Tross zu sehen – und dann aber auch auf die Heimkehr! Und hier noch Jens Sicht auf den dritten Tag.