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2013 Audi S3 Limousine – Fahrbericht meiner Probefahrt über den Col de Braus

Schwierig. Dieses Wort hat mich bisher stets geblockt auch nur mit meinem Fahrbericht zur neuen 2013 Audi S3 Limousine anzufangen. Schwierig ist es für mich über dieses Fahrzeug zu schreiben, wo ich doch den unmittelbaren Konkurrenten aus Stuttgart als meinen aktuellen Traumwagen bezeichne. Schwierig insofern, dass ich es eigentlich bisher immer vermieden haben, Fahrzeuge in meinen Fahrberichten zu vergleichen. Denn diese Vergleiche finde ich bei mir eher unprofessionell, weil ich eben in meiner doch noch recht jungen Karriere als Autoblogger eben meines Erachtens noch nicht so viel Erfahrung gesammelt habe. Schwierig hin, schwierig her, der Beitrag muss raus und ich habe auch einiges zu sagen. Zur neuen 2013 Audi S3 Limousine. Als Einstieg gibt es wie so oft nachstehend die Gelegenheit unser Ausfahrt.tv-Video anzusehen, in dem wir uns auf bekannte Art und Weise mit der Audi S3 Limousine auseinandersetzen (Am Ende des Beitrags dann auch noch das englische Video):

Erst einmal vorab, die 2013 Audi S3 Limousine ist das vierte Auto der neuen A3-Familie, was in mittlerweile gefahren bin – die anderen Fahrberichte: 2012 Audi A3 (8V) 1.8 Liter TSFI als 3-Türer, 2012 Audi A3 Sportback 2.0 TDI quattro, 2012 Audi A3 Sportback 1.2 TFSI und 2013 Audi A3 2.0 TDI Limousine. Wer sich für die neue A3-Familien interessiert, sollte zudem noch einen Blick auf meine Artikel Die neue Audi MMI-Generation im 2013 Audi A3 Sportback (8V) und Die neuen Voll-LED-Scheinwerfer im 2013 Audi A3 Sportback werfen. Zudem kommt auch noch ein Bericht zum neuen Audi A3 Cabrio von mir.

Nun aber zurück zum Protagonisten dieser Geschichte, der 2013 Audi S3 Limousine. Ein 2.0 Liter TFSI Benziner werkelt unter der Motorhaube und strotzt mit 300 PS Leistung. Das maximale Drehmoment von 380 Nm wird beim serienmäßig verbauten quattro-Antrieb permanent an beide Achsen weitergegeben. & Gänge stehen zur Verfügung, die man manuell schalten lassen kann – oder eben automatisch – unser Testwagen hatte das manuelle 6-Ganggetriebe. Die Schaltwege könnten für meinen Geschmack durchaus noch ein wenig kürzer sein, das Schalten selbst ist aber einfach, präzise und problemlos. Wie eigentlich immer in letzter Zeit, wenn ich sehe, dass ich selbst schalten muss, bin ich erstmal wenig begeistert. Allerdings ist der Schaltknauf der S3 meines Erachtens wirklich sehr formschön, liegt gut in der Hand und somit macht das Schalten an sich schon gleich ein wenig mehr Spass. Auf dem Weg vom Flugplatz in Nizza ging es dann erstmal auf die spanische Autobahn. Das ist in einer Audi S3 Limousine etwa so aufregend wie Däumchendrehen. Aber zumindest auf dem Beschleunigungsstreifen durfte ich feststellen, wie sich die Beschleunigung in nur 5.3 Sekunden auf Tempo 100 anfühlt – gut! Nach der Pressekonferenz zu der wir uns durch das Strassengewirr von Monaco quälen müssen und die S3 Limousine aber auch mit anständiger Rundumsicht glänzen kann, geht es dann ab in die See-Alpen, die ja quasi aus dem Mittelmeer direkt herausragen. Die Passhöhe des Col de Braus liegt gerade mal bei 1002 Meter, aber der Fahrspass ist unglaublich. Und der 2.0 Liter Turbo kann beim Fahrspass noch eine ganze Schippe drauflegen. Der S3 ist mit einer prgressiven Lenkung ausgestattet. Das heisst bei langsamem Geschwindigkeiten muss man die Lenkung nur leicht bemühen und die Räder reagieren sehr willig auf die Lenkrad-Bewegung, bei höheren Geschwindigkeiten muss man schon deutlich mehr das Lenkrad einschlagen, damit sich etwas bewegt. Das kommt natürlich dem Fahrvergnügen in den Serpentinen besonders zugute. Mit Vollgas in die Kehre. Richtig auf die Bremse. Runterschalten. Bequem am unten abgeflachten und angenehm griffigen Lederlenkrad (Multifunktions-Sportlederlenkrad im 3-Speichen-Design, unten abgeflacht, Aufpreis 275 Euro, hat meine Empfehlung, gibt es aber auch nur zusammen mit dem MMI für mindestens 425 Euro) drehen. Durch die Kehre. Dann wieder aufs Gas. Und Hochschalten. Bis eben zur nächsten Kehre. Jens ist die Strecke bergauf gefahren. Ich dann bergab. Wer sich die Mühe machen will und sich das englische Video ansieht, der bekommt an einigen Stellen einen Eindruck davon, wie viel Spass ich mit dem S3 hatte. In der Normaleinstellung zeigt sich das Fahrwerk sportlich-komfortabel. Ein wirklich gelungener Kompromiss. Wer es härter mag, nutzt das „Magnetic Ride“-System, was drei verschiedenene Fahrwerk-Modi bereithält – unter anderem auch eine Steigerung des Komforts oder eben der Sportlichkeit (sprich beim Fahren die Schottersteine auf der Fahrbahn zählen).

Der Fahrspass stimmt. Für mich auf jeden Fall. 40.100 Euro kostet der S3 als Sportback. Ich würde der Limousine den Vorzug geben, weil ich die Form einfach mag. Die neuen viertürigen coupeähnlichen Limousinen entsprechen voll und ganz meinem Geschmack. Das heisst 300 Euro Aufpreis, 40.400 Euro stehen im Audi-Konfigurator auf der ersten Seite für die S3 Limousine. Wer das Schalten der S tronic überlassen will, legt noch einmal 1.900 Euro drauf. Unser Testwagen war in dem kräftigen Misanorot Perleffekt lackiert – Aufpreis 650 Euro. Zur Basisaustattung gehören 18″ Felgen, wer 19″ Alus an seinem S3 sehen will, zahlt weitere 850 Euro und muss für 340 Euro auch noch das Audi magnetic ride bestellen. Xenon Plus Frontscheinwerfer gehören beim S3 zur Serienausstattung, unser Testwagen hatte Voll-LED-Scheinwerfer verbaut, der Aufpreis hier 770 Euro. Die bessere Lichtausbeute in der Nacht und die damit gesteigerte Fahrsicherheit – eher unbezahlbar. Die in unserem Testwagen zu sehenen Sportsitze gehören zur Serienausstattung, wer möchte kann aber auch für weitere 645 Euro, die S Sportsitze wählen. Ich war mit unserem Gestühl aber vollkommen zufrieden – die Sportsitze sind bequem und bieten den notwendigen Seitenhalt – auch auf den kurvigen Bergstrassen des Col de Braus. Soll das Leder in dem Wunsch-S3 hingegen auch zweifarbig glänzen wie in unserem Testwagen kommen noch weitere 1.740 Euro auf den Kaufpreis hinzu. Die optionale Sitzheizung füpr 330 Euro könnte meines Erachtens ruhig noch ein wenig heisser zur Sache gehen. Wir mussten unsere Sitze manuell verstellen, was gerade bei Jens und mir ein Kampf ist, weil wir eben sehr unterschiedlich im Auto sitzen, die elektrische Verstellung der Vordersitze lässt sich aber für 685 Euro zum S3 hinzu konfigurieren (aber eben auch nur in Verbindung mit einer wohl eh in unserem Alter ratsamen 4-Wege-Lendenwirbelstütze für die Vordersitze – Kostenpunkt 245 Euro).

Weitere Leckerli, die einen der Konfigurator auswählen lässt: adaptive cruise control inklusive Audi pre sense front für 560 Euro, hatten wir verbaut, haben wir nicht genutzt, ich würde mir aber im Leben kein Fahrzeug mehr ohne Tempomaten kaufen. Zudem der Abstandsassistenz gegen eine ungewollte Punkte-Anhäufung in Flensburg hilft. Das Bang & Olufsen Sound System habe ich in meinen anderen Fahrberichten über den Klee gelobt, die 790 Euro Aufpreis sind meines Erachtens sehr gut angelegt. Ob man nun das „MMI Navigation plus mit MMI touch“-Paket nutzen will, muss jeder selbst entscheiden. Der Aufpreis von 2.725 Euro ist saftig. Das System selbst aber meines Erachtens wirklich klasse. Sauber aufgebaut, intuitiv zu bedienen und die Klarheit der Audi-Displays sind meines Erachtens unübertroffen. Dazu kann man noch die Audi phone box wählen für 320 Euro. Ich bin ein Fan von der Box – sie verstärkt das Signal Deines Smartphones durch die Antennen des Fahrzeugs. Der Audi active lane assist ist auch so ein Assistenz-System, was man nicht unbedingt benötigt. Für den Aufpreis von 600 Euro steigert man aber die passive Sicherheit signifikant, meine ich. Und wenn es einen auch nur ein einziges Mal vor einem schlimmen Unfall bewahrt, dann sind 600 Euro ja ein Pappenstil. Und schwups sind wir auch schon bei über 51.000 Euro angekommen. Und haben noch längst keine Vollausstattung.

Nun kann am über diesen Preis lamentieren. Ein Kompakter für 50.000 Euro. Wenn ich das jetzt noch in Mark umrechne. Aber mal ehrlich. Wir reden hier über eine sehr sportliche Limousine aus dem Premium-Segment mit allerlei interessanten Assistenz-Systemen. Natürlich kostet das bei Audi Geld – wie eben auch bei der Konkurrenz.

Jetzt komme ich zum Mercedes-Benz CLA 45 AMG (Link zum Fahrbericht). Der ist natürlich auch nicht billiger oder preiswerter. Ja, der CLA 45 AMG hat 60 PS mehr und vermutlich wir Audi ja auch noch einen RS3 nachschieben, der dann auch leistungsmäßig gleichzieht. Aber ob man sich nun den Audi oder den Mercedes kauft ist doch keine rationale, sondern eine emotionale Entscheidung. Mag man nun lieber das dynamische, junge Design von Mercedes oder eher das zeitlose Bleichkleid des Audis. Das ist doch viel eher die Gretchenfrage. Wer sich wirklich rationale Gedanken machen möchte, bitte sehr: der S3 bietet im Fond deutlich mehr Kopffreiheit. Der CLA hat den größeren Kofferraum. Der Rest ist meines Erachtens einzig und allein Geschmacksache.

Beide Fahrzeuge haben mich übrigens nicht vollkommen in Sachen Motorklang überzeugen können. Im Vergleich zum CLA ist der S3 meines Erachtens deutlich dezenter, was die sportliche Geräuschentfaltung im Innenraum angeht. Beim S3 ist es mir fast zu wenig. Beim CLA 45 AMG fast ein Tuck zu viel. Bei beiden Fahrzeugen würde ich mir Spasstasten wünschen, ein Druck ist das Auto brüllt, ein weiterer und man kann flüsterleise durch die Nachbarschaft rollen. Das wäre fein.

So. Mehr Informationen zur Audi S3 Limousine gibt es in meinem Artikel Alle Daten und Fakten 2013 Audi S3 Limousine. Weitere Stimmen werden bestimmt auch noch nach und nach bei anderen Autoblogger zu lesen sein, Jens‘ Beitrag ist in Arbeit, Arild hat schon etwas geschrieben zur S3 Limousine. Links zu Fahrberichten zum Audi S3 Sportback gibt es gesammelt bei Freude am Erfahren. Und hier noch viele weitere Fotos und Detailbilder zur Audi S3 Limousine.