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Angefahren: 2013 SEAT Leon ST 1.4 TSI

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SEAT hatte uns eigens als Rahmenprogramm für die Fahrveranstaltung zum neuen 2013 SEAT Leon ST einen Fabrikbesuch im Werk nahe Barcelona ermöglicht, damit wir uns selbst davon überzeugen konnten, dass man in Spanien genauso sorgfältig und qualitativ hochwertig arbeitet, wie in allen anderen Werken der Volkswagen-Familie. Und wäre die Führung an sich nicht genug Beweis gewesen, wurde uns auch erzählt, dass bei der Fertigung des SEAT Leon ST die gleichen Maßstäbe angewendet werden, wie beim Audi Q3, der im gleichen Werk produziert wird. Es ist schon lustig, wie die Marken gegen negative Images kämpfen müssen. Ich bin ja jüngst erst den SEAT Ibiza als CUPRA und den SEAT Leon FR als 5-Türer gefahren und schlechte Verarbeitung habe ich da weder ausmachen können, um ehrlich zu sein, ich habe nicht mal einen Gedanken daran verschwendet.

Aber zurück zum 2013 SEAT Leon ST, dem Protagonisten dieses Beitrags. Der Leon ist die neue Cashcow von SEAT, der neue Star. Er zeigt die neue, sportlich-dynamische Formsprache der Spanier und kommt nun als ST, was für Sporttourer steht, auch als Kombi auf den Markt. Dabei zählt er vom ersten Tag an mit 587 Litern, bei umgeklappter Rückbank sogar bis zu 1470 Liter, schon zu den Kombis mit dem größten Ladevolumen. Gerade mal hinter den beiden Konzern-Geschwistern Golf und Octavia muss er sich verstecken, wenn auch nur um ein paar Liter. 27 Zentimeter hat der Kombi im Vergleich zum 5-Türer an Länge hinzugewonnen und zwar hinter der Hinterachse. Das Platzangebot in der Fahrgastzelle ist somit wie beim 5-Türer, das Mehr an Platz liegt eben im Kofferraum.

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Ich gehöre zur konkreten Zielgruppe des SEAT Leon ST – sportlich ambitionierte Familienväter in den 40igern mit Nachwuchs. BÄM! Hat geklappt. Mich hat der SEAT Leon ST durchaus angesprochen. Innen ist er angenehm aufgeräumt und bietet vorne wie hinten ausreichend Platz. In der FR-Ausstattungs-Variante kommt er – nicht zuletzt dank dem abgeflachten Sportlenkrad noch ein wenig sportlicher rüber, was mir noch besser gefällt. Besonders gut gefällt er mir mit dem zweiteiligen Panorama-Glasdach, bei dem sich das erste Segment auch weit aufschieben lässt. Die Kinder haben hinten eine schöne Aussicht nach oben und generell wird der Innenraum durch das einfallende Licht noch einmal deutlich luftiger. Ich würde das Panoramadach auf jeden Fall dazu konfigurieren, wie auch die Voll-LED-Scheinwerfer mit denen die Front erst so richtig glänzen kann. Um nicht zu sagen, dass mir der Leon mit den normalen Scheinwerfern nur halb so gut gefällt.

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Enttäuschend ist das SEAT-eigene Premium-Soundsystem. Das ist zwar als Option preiswert zu konfigurieren, klingt aber auch nur befriedigend. Ich würde mir da dann doch noch eine echte Premium-Variante wünschen, damit man den großen Kombi angemessen beschallen kann. Wohl bin ich aber auch nicht der Massstab. Mir ist die Musik im Auto eben sehr wichtig. Auch könnte das Display vom Navigationssystem ruhig ein wenig größer daherkommen. Um den Platz sinnvoll zu nutzen, verfügt es über einen Annäherungssensor, der allerlei Optionen erst anzeigt, wenn man sich mit der Hand in Richtung Display bewegt.

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Der Kofferraum des Kombi ist clever aufgeteilt. Dank einem Zwischenboden hat man im Alltag keine Ladekante zu überbrücken, man kann die Einkaufskisten direkt in den Kofferraum schieben. Lediglich, wenn man das volle Volumen benötigt, dann schiebt man den Zwischenboden einfach eine Etage tiefer und hat dann mehr Platz. Noch mehr Platz bekommt man, wenn man die Rücksitzbank umklappt. Belässt man den Zwischenboden im Kofferraum, so behält man dann eine fast plane Ladefläche. Muss man oft längere Gegenstände transportieren, so kann man optional einen umlegbaren Beifahrersitz bestellen. Ist dieser dann eben umgeklappt, kann man Gegenstände mit einer Länge von bis zu 2.67 Meter problemlos ins Auto schieben.

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Während unserer kurzen Fahrtzeit haben wir nur den 2013 SEAT Leon ST mit dem 1.4 Liter TSI Motor und dem manuellen 6-Gang-Getriebe bewegt. 140 PS sorgen für ein maximales Drehmoment von 250 Nm. Bei Anfahren kann man da bei ungestümer (An-) Fahrweise schon mal ein wenig Traktion verlieren. Mit 1.233 kg ist der Seat Leon ST übrigens der Leichteste seiner Klasse und wiegt somit nur 45 Kg mehr als der Türer. Somit liegt der NEFZ-Verbrauch des Benziners laut Hersteller auch sehr niedrig – bei 5.3 Litern/100 km. Generell denke ich, dass sich der 140 PS Benziner an potentielle Käufer richtet, die einen Kompromiss aus Fahrspass und günstigem Anschaffungspreis suchen. Vielfahrer werden wohl eher zum 2.0 TDI mit 150 PS und 320 Nm Drehmoment greifen. Und wer wirklich sportlich unterwegs sein möchte, der kommt an der FR-Variante in Verbindung mit dem 180 PS 1.8 TSI nicht vorbei.

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Neu zum Launch des SEAT Leon ST ist nun auch das Assistenzsystem ACC hinzugekommen – die automatische, radarbasierte Distanzregelung hält immer den passenden Abstand zum Vordermann, wenn denn der Tempomat aktiviert ist. Nur für das Topmodell FR hingegen gibt es die adaptive Fahrwerksregelung DCC mit den drei unterschiedlichen Fahrmodi „Eco“, „Sport“ und Comfort“, die dem Fahrer je nach Fahrweise und Fahrbahnbeschaffenheit die Wahl geben, die sich das Fahrwerk verhalten soll.

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Unser Modell war nicht mit dem DCC ausgestattet. Die Abstimmung der Federung habe ich als komfortabel empfunden, wobei der Wagen in den kurvigen Bergstrassen auch schön auf der Strasse gelegen hat. Die Lenkung war angenehm leichtgängig, aber auch durchaus direkt für ein Fahrzeug in seiner Klasse. Noch direkter geht es dann mit der progressiven Lenkung, die es aber nur mit der FR-Ausstattung gibt. Das manuelle 6-Gang-Getriebe unseres Testwagens liess sich auch gut schalten. Die Schaltwege sind nicht zu lang.

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Mein Fazit nach 3 Stunden kann nicht vollständig sein. Mir gefällt der 2013 SEAT Leon ST optisch sehr gut. Das Platzangebot spricht mich als Familienvater durchaus an, obschon mein Herz ja mittlerweile immer mehr für coupé-artige Limousinen schlägt. Die Voll-LED-Scheinwerfer halte ich für ein Konfigurationsmuss, denn nur mit ihnen sieht der 2013 SEAT Leon ST so richtig knackig aus. Das Panorma-Glasschiebedach würde ich auch in Erwägung ziehen, für den Hauch von Cabriogefühl und das luftige Raumgefühl im Innenraum.

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Zur IAA 2013, wo der Seat Leon ST seine Weltpremiere gefeiert hat, hatte ich bereits einen Beitrag allen Daten und Fakten zum SEAT Leon ST (Kombi) veröffentlicht. Explizit hier noch mal der Hinweis auf meine Testbericht zum 5-Türer, den wir als SEAT Leon 1.8 TSI FR in Bielefeld hatten. Was Jens von dem spanischen Kombi hält, steht bei Rad-Ab!