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Mit dem 2013 Audi RS Q3 durch die Alpen – Erfahrungen meiner Probefahrt

Ich tue mich immer noch schwer mit diesen kompakten SUV. Sicher, sicher – die Vorzüge habe ich längst erkannt: bequemes Einsteigen, gute Sicht durch erhöhte Sitzposition und dazu noch in der Regel ein Allradantrieb für ein wenig mehr Sicherheit im Winter. Aber trotzdem. Irgendwie behagt mir diese Fahrzeugklasse immer noch nicht so recht.

Und jetzt machen diverse Hersteller das Ganze in meinen Augen noch absurder. Das hochgebaute Fahrzeug wird wieder ein paar Zentimeter tiefer gelegt und mit einem sportlichen Trimm versehen. Äh? Ja? Und das macht Sinn? Für die Hersteller wohl schon, denn sie wollen letztendlich nur einen Nachfrage befriedigen und diese ist im Segment der kleinen SUV nach wie vor ungebrochen und im Vergleich mit allen anderen Fahrzeugklassen immer noch die am stärksten wachsende. Nun gut, weil ich ja nun nicht jeden mit meinem Geschmack bekehren will, habe ich mir schon im September 2013 diesen neuen schnellen, kompakten SUV von Audi genauer angesehen. Auf einer Fahrt durch die Alpen. Als Einstieg gibt es hier das Ausfahrt.tv-Video zum 2013 Audi RS Q3:

Audi hatte zur Alpentour eingeladen, um seien RS-Modellpalette anzupreisen. Jens und ich waren aber nur einen Tag vor Ort, mit dem Ziel, den Audi RS Q3 zu fahren, der ja schon in März in Genf das erste Mal gezeigt wurde. Der Audi Q3 als solches war uns ja auch nicht unbekannt, den hatten wir im Mai 2013 bereits ein paar Tag in Bielefeld getestet (Angefahren: 2012 Audi Q3 2.0 TDI quattro in Samoaorange, Ausfahrt.tv-Video Audi Q3).

Das Einsiegsmodell des Audi Q3 kostet in der Basis 28.900 Euro, die Basisversion des 2013 Audi RSQ3 kostet mit 54.600 Euro fast doppelt so viel. Warum? Da wäre der 2,5-Liter-5Zylinder-TFSI-Motor mit seinen 310 PS, der in Verbindung mit dem permanenten quattro-Allradantrieb und dem 7-stufigne Doppelkupplungsgetriebe S tronic den kompakten SUV in Fahrt bringt. Die Verzögerung hingegen übernimmt eine passend dimensionierte RS-Bremsanlage mit mit ansehnlicher gelochter und innenbelüfteter Scheibenbremse mit Wave-Technik.

Der Blick in den Konfigurator zeigt, dass der Audi RS Q3 in der Basisversion auch schon eine sehr ansehnliche Ausstattung hat. Wie beispielsweise das RS-Multifunktions-Sportlederlenkrad im 3-Speichen-Design, was angenehm griffig ist. Ich mag ja sowieso Lenkräder, die unten abgeflacht sind. Zudem sind die Bedienelemente des Infotainment-System – audi-üblich – sehr schön und ergonomisch im Lenkrad platziert und auch die Schaltwippen erreicht man sehr gut. Vorne sitze man in RS-Sportsitzen, die – wie wir bei unserer Passüberquerung merken – einen akzeptablen Seitenhalt bieten. Diese sind in der Grundausstattung mit einer Alcantara/Leder-Kombination bezogen, was mein Favorit wäre, auch wenn die Feinnappa-Lederausstattung mit Rautensteppung in unserem Testwagen auch hübsch anzusehen ist (Aufpreis 1.500 Euro). Ebenfalls sind in der Basis vorne Xenon Plus-Scheinwerfer verbaut, dem Hintermann strahlen LED-Heckleuchten entgegen.

Weiter gehören zur Serienausstattung das RS-Sportfahrwerk mit dynamisch abgestimmter Feder-Dämpfer-Kombination, welches ich auf der einen Seite als angenehm komfortabel empfunden habe, welches aber auf der anderen Seite im Sportmodus auch sehr viel sportlichen Fahrspass geboten hat. Im Audi RS Q3 macht dann das Audi drive select (Serienausstattung) auch wirklich Sinn, hier kann man zwischen verschiedenen Fahrmodi (comfort, auto und dynamic) wählen, was die Fahrzeugcharakteristik durch Anpassung der Lenkungsunterstützung, der Gaspedalkennlinie sowie der Abgasklappensteuerung beeinflusst.

Bla bla. Genug gefaselt. Rein in die Hütte! Beim Einsteigen präsentiert sich der Innenraum audi-üblich aufgeräumt und nüchtern. Mich stört allenfalls, dass die Schaltelemente für das Infotainment-System beim Q3, somit auch beim RS Q3, nicht wie gelernt beim Audifahren, am der Schaltkonsole zu finden sind, sondern sich eben in der Mittelkonsole befinden. Mit einem Druck auf den Startknopf (Keyless gehört zur Serie) erwacht dann das 5-Zylinder-Aggregat – zunächst erstmal recht unspektakulär. Jens nötigt mich erst zu einer Umrundung des Wörthersees. Ich muss Dir Reifnitz zeigen, das ist quasi meine zweite Heimat. Du weiss schon, das VW Treffen. Da war ich schon 100 Mal, ich kenne auch den Bürgermeister, blablabla. Ich kann nicht mal weghören, denn der Audi RS Q3 läuft im Normalbetrieb unerwartet leise. Eine sehr komfortable Reiseeigenschaft. Nun denn, dann schalte ich eben mal das Radio an und drehe auf. Das für 495 Euro optionale BOSE Surround Sound haut mich nicht um. Im Konfigurator suche ich auch vergeblich nach einem Bang & Olufsen Pendant, was die A3-Familie ja so schön beschallt. Und Jens redet weiter. Da muss ich jetzt halt durch.

Nachdem ich mir das Hotel am Wörthersee und den Steingolf angesehen habe (beides natürlich auch im Video zu sehen), geht es dann endlich ab in die Berge. Audi drive select auf dynamic. Den Wahlhebel der S tronic einmal nach hinten ziehen, um den Audi RS Q3 in den Sportmodus zu versetzen. Finger auf die Schaltwippen. Energie! Fünf Zylinder. Ich höre jetzt auch den kernigen Klang des Motors! Und er hört sich gut an, weit besser als das einzelne dicke Endrohr am Heck erwarten lässt. 310 PS. 420 Nm. 7 Gänge. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 5.5 Sekunden liest sich nicht spektakulär, fühlt sich aber extrem spassig an.

Linkskehre. Rechtskehre. Linkskehre. Linkskehre. Rechtskehre. Jupp. Ich habe Spass. Die S tronic will bei den scharfen Kehren bergab nicht ganz so schnell automatisch schalten, aber über die Schaltwippen lässt sie sich sehr fein dirigieren. Läuft! Das Wichtigste und Anstrengendste, was ich auf meiner Talfahrt zu tun habe, ist ab und an die Gesichtsfarbe von Jens auf dem Beifahrersitz zu checken. Wenn das Weiss anfängt in grün umzuschlagen, sollte ich vom Gas gehen. Ja, ne, doch. Macht schon Spass, der Audi RS Q3. Und wer gerne SUV fährt und dabei auch noch sportlich unterwegs sein will, sollte sich den „Kleinen“ auf jeden Fall genauer ansehen.

Kollege Thomas Majchrzak schreibt: „Bei schnellen Kurven über 90 km/h wird das Fahrwerk etwas schwammig, aber das ist auch kein Wunder.“ Dem kann ich nicht zustimmen. Sicher ist der Audi RS Q3 immer noch ein SUV, aber das Fahrwerk fand ich tadellos, wenn es auch nicht an die Abstimmung bei einem Audi RS4 oder Audi RS7 herankommt. Thomas war auch wie wir mit 20″ Alu-Gussräder unterwegs (die Exemplare auf unserem Test RS Q3 im 5-Arm-Rotor-Design und schwarz mattem Innenkranz sind leider aufpreispflichtig, sehen aber meines Erachtens richtig gut aus – 850 Euro). Ich hätte mir hingegen eine noch etwas direktere Lenkung gewünscht.

Und sonst so? Hinten kann man mit 2 Erwachsenen sitzen. Drei Personen sehe ich da nicht und auch drei Kindersitze wird man nicht nebeneinander unterbringen können. Der Kofferraum ist mit 356 Litern nicht gerade üppig. Für einen mehrwöchigen Familienurlaub mit dem Auto reicht der Platz nicht. Ein sportliches Päarchen ohne Kinder wird hingegen ein ausreichendes Platzangebot vorfinden – zur Not in Form von 1.261 Liter bei umgeklappter Rückbank. Audi gibt den NEFZ-Verbrauch mit 8,8 Litern an. Wer sich einen Audi mit dem RS-Label bestellt, wird sich darum nicht scheren. Bei ruhiger Fahrweise kann man sicherlich unter 10 Litern bleiben, beim Berge hoch und runter rocken ist es deutlich mehr.

Wer mehr zum Audi RS Q3 lesen möchte, dem empfehle ich noch den Fahrbericht von Jens. Weitere Daten und Fakten zum Audi RS Q3 habe ich damals schon gepostst. Nahcstehend noch ein paar weitere Fotos und Detailbilder.