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Fear and Loathing in Las Vegas mit dem 2014 BMW 435i Cabriolet?

„Wir hatten zwei Beutel Gras, fünfundsiebzig Kügelchen Mescalin, fünf Löschblattbögen extrastarkes Acid, ’nen Salzstreuer halbvoll mit Kokain und ein ganzes Spektrum vielfarbiger Uppers, Downers, Heuler, Lacher … sowie ’nen Liter Tequila, ’ne Flasche Rum, ’ne Kiste Bier, ’nen halben Liter Ether und zwei Dutzend Poppers. Nicht, dass wir das alles für unseren Trip brauchten, aber wenn man sich erst mal vorgenommen hat, ’ne ernsthafte Drogen-Sammlung anzulegen, dann neigt man dazu, extrem zu werden.“ Auf unserem Weg vom Valley of Fire State Park zurück nach Las Vegas durften wir das neue 2014 BMW 435i Cabriolet fahren. Im Gegensatz zu Raoul Duke und Dr. Gonzo mit ihrem roten Chevrolet Impala Convertible hatten wir wohl ein weit komfortableres Fahrzeug für unseren kurzen Trip bekommen mit den kleinen Abstrich, dass der Kofferraum des BMW 435i Cabriolet mit seinen 220 Litern (bei geöffnetem Verdeck) weit weniger Platz hatte. Zudem lässt sich die Kofferraumhaube auch nicht so lässig zuknallen. Aber sonst? Feines Leder im Innenraum. Ein eingänger Klang aus dem Lautsprechersystem (die Serienlautsprecher hören sich durchaus angenehm an). Das Dach im Kofferraum verstaut. Und Jens „Raoul“ Stratmann mit nicht großer Sonnenbrille am Steuer. Gen Vegas, baby. Und doch ganz anders – ganz offensichtlich, wenn man die beiden nachstehenden Video vergleicht:

Was das Mitnehmen von Anhaltern angeht – wir haben auf dem Rückweg niemand am Wegensrand stehen sehen, sonst hätten wir den natürlich mitgenommen, is klar, oder? – so müssen die sich beim Einsteigen schon ein wenig geschickter (als bei einem Chevrolet Impala Cabriolet) anstellen, um mal eben in den Fond zu springen. Und auch als Beifahrer springt man nicht mal eben so auf die Rücksitze. Zwar bieten die Sitzen auch einem Erwachsenen für kurze Strecken ausreichend Platz, lange Strecken möchte man aber nur bedingt auf der Rücksitzbank verbringen. Im Grunde ist auch das Windschott der liebste Begleiter im Fond. Platzschonend wird es bei Nichtnutzung hinter der Rücksitzbank verstaut. Setzt man es aber ein und fährt dazu noch alle Seitenscheiben nach oben, so sitzt man sehr angenehm windgeschützt. Optional kann man zusätzlich auch noch ein Nackenheizung ins Auto konfigurieren, die einem dreistufig warme bis heisse Luft in den Nacken bläst. In meinem mittlerweile ansatzweise hohen Alter freut man sich über diese kleinen Helferlein besonders.

Hin und wieder haben Cabriolets ja das Problem, dass sie mit geschlossenem Dach weniger attraktiv und anmutend daherkommen. Nicht so beim BMW 4er Cabriolet. Das Blechdach, was sich in drei Teilen im Kofferraum versenken lässt, macht bei geschlossenem Zustand aus dem Cabriolet ein sehr ansehnliches Coupé. Gerade mal die drei Spalten im Dach lassen erkennen, dass es sich um die offene Variante des 4ers handelt. Der Vorgang zum elektrischen Öffnen und Schliessen des Dachs dauert keine 20 Sekunden. Wer sich dafür interessiert, wie dies genau aussieht, sollte sich zwingend unser (oben stehendes Video) ansehen. Die einzelnen Dachstücke und die Hydraulik machen einen sehr zierlichen (wenn nicht gar fragilen) Eindruck, so dass auch schnell klar wird, warum man während des Vorgangs maximal 18 km/h schnell sein darf.

Den Innenraum fand ich bei unserem Testwagen – auch wenn er mit der Ausstattungslinie „Luxury Line“ (alternativ gibt es noch „Modern Line“, „Sport Line“ und „M Sportpaket“) versehen war – sportlich elegant. Die ganze Haptik im 2014 BMW 435i Cabriolet ist angenehm hochwertig, alles fühlt sich sehr gut an. Und die helle Leder war ganz nach meinem Geschmack. Das Lenkrad liegt angenehm in der Hand – wenn auch nicht ganz so griffig wie beim 2014 BMW M235i. Und nachdem ich mich ja nun in einem BMW auch ganz gut zurecht finde, halte ich fest, dass alle Bedienelemente ergonomisch gut zu erreichen sind.

Die Motorisierung übernimmt im BMW 435i Cabriolet ein 3 Liter Reihen-Sechszylinder mit 306 PS. Das maximale Drehmoment von 400 Nm steht zwischen 1200 und 5000 Umdrehungen pro Minuten ein, so dass man quasi stets die geballte Leistung auf die Hinterräder drücken lassen kann. In 5.5 Sekunden (in Verbindung mit dem Automatik-Getriebe) schnellt das BMW 435i Cabriolet von 0 auf 100 km/h, wer auf dem Gas stehen bleibt kann sich bis 250 km/h an der Beschleunigung berauschen, dann wird elektronisch abgeregelt. Selbstredend hatten wir in den USA nicht mal ansatzweise die Gelegenheit zu überprüfen, wie sich das alles anhört. Und auch das Fahrwerk, was sich auch mittels des Gehrerlebnisschnalters, der sich gleich neben dem Gangwahlhebel der Automatik befindet, durch die unterschiedlichen Fahrprogramm an die jeweilige Fahrsituation anpassen lässt, kann ich nicht wirklich beurteilen. Dafür war einfach zu wenig Zeit. Auf den amerikanischen Strassen war man im Comfort-Programm ganz feudal unterwegs. Und ein Ausflug in Sport-Programm hat mich ahnen lassen, dass man in Sachen Sportlichkeit noch eine Menge Luft nach oben hat.

Mein Fazit nach den paar Meilen auf amerikanischen Grund: Das neue 2014 BMW 4er Cabriolet ist ein sehr elegantes, schönes Fahrzeug – ungeachtet, ob man das Stahldach nun als Dach nutzt, oder im Kofferraum verstaut. Das Fahrerlebnis ist sportlich, elegant und harmoniert somit perfekt mit dem Interieur. Ob man nun wirklich die 306 PS des 435i benötigt, wage ich zu bezweifeln. Aktuell stehen mit dem 420d (184 PS) und 428i (245 PS) noch zwei weitere Reihen-Vierzylinder-Motorvarianten zur Verfügung, die in jeder Hinsicht den Geldbeutel schonen werden. So hat der 435i laut BMW einen NEFZ-Verbrauch von 8.1 l/100 km, der 420d kommt hingegen mit 5.1 Litern aus.

Der Einstiegspreis für das BMW 420d Cabrio liegt mit manueller Schaltung bei 46.560 Euro. Der 435i als Cabriolet mit dem Sport-Automatic-Getriebe Steptronic und in der Ausstattungslinie „Luxury Line“ startet bei 60.250 Euro.

Nachstehend noch ein paar weitere Impressionen vom BMW 435i Cabriolet aus Nevada in der Galerie. Wer mehr zum 4er Cabriolet wissen will, einfach hier klicken: Alle Daten und Fakten zum 2014 BMW 4er Cabriolet.