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Premium-Upgrade: Unterwegs im neuen 2014 Nissan Qashqai 1.2 DIG-T Tekna

Die Hersteller karren Euch ja immer an die schönsten Orte der Welt, damit ihr gut über ihre Fahrzeuge schreibt. Jo. So isses. Im vorliegenden Fall hatte mich Nissan zur nationalen Presse-Fahrveranstaltung des neuen 2014 Nissan Qashqai nach Madrid eingeladen. Madrid im Januar. Es war kalt, es war windig und zwischendurch hat es sinnflutartige Wolkenbrüche gegeben. Ich war also alles andere als milde gestimmt, als ich in den neuen 2014 Nissan Qashqai 1.2 DIG-T Tekna eingestiegen bin, der uns als Testfahrzeug zur Verfügung gestellt wurde.

Und doch konnte ich ein gehauchtes WOW! nicht unterdrücken während ich mich auf den Fahrersitz setzte. Vor ein paar Wochen noch waren wir den Vorgänger gefahren und auch der hatte mir durchaus gefallen, dennoch war gerade der erste Eindruck von Interieur als hätte ich ein Upgrade von der Economy- in die Business-Class bekommen. Wer das in Frage stellt, kann sich gerne unsere beiden Ausfahrt.tv-Video ansehen – im direkten Vergleich das neue 2014 Modell zum jetzt alten 2013 Modell:

Vor einem Weilchen hatten wir ja auch den Nissan Murano in Bielefeld, der mich von seiner Innenausstattung doch sehr an die Nissan-Edelmarke Infiniti erinnert hat. Und genau diesen Weg haben die japanischen (Naja, eigentlich wurde der Qashqai im Nissan Designstudios in London entwickelt!) Interieur-Designer nun auch beim Nissan Qashqai eingeschlagen. Ich finde es steht dem Wagen richtig gut. Das dunkle Interieur wird mit einem Schwung in Klavierlack-Optik aufgelockert und aufgewertet, dass es für meine Augen eine wahre Wonne ist. Von dem Wechsel von runden auf rechteckige Luftdüsen profitiert das subjektive Raumgefühl deutlich und die Mittelkosole wirkt deutlich geräumiger und moderner. Vor allem aber das nun deutlich größere Display des Infotainment-Systems freut mich. War das Bilde der 360°-Kamera im Vorgänger quasi unbrauchbar, da einfach zu klein, kann man es im neuen Fahrzeug wirklich nutzen und bekommt einen echten Mehrwert.

Diesen bekommt man auch durch den Kofferraum im neuen Modell geboten. Mal ganz davon abgesehen, dass die 430 Liter Volumen mich als Familienvater durchaus glücklich machen – auch die Zuladung von 500 kg macht den neuen 2014 Nissan Qashqai zu einem kleinen Lademeister. Bei Bedarf lassen sich selbstredend die Rücksitze (1/3 zu 2/3) umklappen. Dann erhält man eine fast ebene Ladefläche von ca. 170 cm Länge und 1 Meter Breite (zwischen den Radkästen), die man dann zur Not auch als Bett nutzen kann oder aber mit bis zu 1585 Liter Gepäck füllen kann.

Das komplette Volumen erhält man allerdings nur, wenn man den Zwischenboden des Kofferraums entfernt. Dieser Zwischenboden hat mir besonders gefallen. Zum einen kann man in „umstecken“ und somit seine Ladung pfiffig sichern, vor allem aber kann man die Heckablage dort „verstecken“ wenn man sie nicht benötigt. Das ist mal wirklich clever, wenn man an vergangene IKEA-Einkäufe denkt, wo man alle Kartons fein eingeladen hat und dann noch irgendwo die Heckablage zwischenstecken muss, die bei heutigen Fahrzeugen ja immer sehr fragile ist.

Wer den Nissan Qashqai+2 wegen seiner dritten Sitzreihe liebgewonnen hat, macht beim neuen Modell eine lange Nase. Den Qashqai+2 wird es nicht mehr geben. Freunde des 7-Sitzers müssen zukünftig mit den Nissan X-trail vorlieb nehmen, der auch in diesem Jahr noch ein Facelift erhalten wird (und wenn ich die Nissan-Offiziellen richtig verstanden habe, dann darf man sich auch bei dem neuen Nissan Xtrail auf eine deutliche Aufwertung des Innenraums freuen).

Unser Fahrzeug war mit dem 1.2 Liter Benziner bestückt, der mit seinen 115 PS nicht gerade üppig motorisiert ist. Für die Stadt (der Wendekreis beträgt 10.7 Meter) und die spanischen Landstrassen hat es locker gereicht, allerdings lässt sich die angenehme und präzise manuelle 6-Gang-Schaltung nicht wirklich schaltfaul fahren. Das maximale Drehmoment von 190 Nm wird beim Benziner auch ausschliesslich an die Vorderräder abgegeben. Wer den Allradantrieb benötigt muss derzeit zum 130 PS starken 1.6 Liter-Diesel greifen (der dann auch im Vergleich zum Benziner – Max. Anhängelast 1200 kg – gebremste Anhänger mit einem Gewicht von bis zu 1.8 Tonnen ziehen darf). Diese Motorisierung gibt es dann auch in Verbindung mit dem komplett überarbeiteten CVT-Automatikgetriebe, was nun den Beinamen Xtronic führt. Ich persönlich komme mit CVT – egal wie toll und neu – einfach nicht zurecht, somit haben wir es erst gar nicht ausprobiert. Der kleine Benziner hat laut Nissan einen NEFZ-Verbrauch von 5.6 Liter auf 100 km. Wer viel fährt, sollte sich den kleinen Diesel zur Probefahrt nehmen. Der verfügt über 110 PS, wartet aber mit einem NEFZ-Verbrauch von gerade mal 3.8 Litern Diesel auf (und einem CO2-Ausstoss von unter 100 g/km). Der Einstiegspreis für den Benziner liegt bei 19.940 Euro, mit dem kleinen Diesel kostet der neue 2014 Nissan Qasqai in der VISIA-Basisausstattung 21.890 Euro. Mit der von uns gefahrene TEKNA-Ausstattung kostet der kleine Benziner 27.450 Euro.

Bei der höchsten Ausstattungslinie TEKNA bekommt der Qashqai-Fahrer dann beispielsweise Ausstattungsoptionen wie die 2 Zonen-Klimaautomatik inkl. Pollenfilter, lederummanteltes Lenkrad und Schaltknüppel, ab der B-Säule verdunkelte Seitenscheiben und Heckscheibe, 19″-Leichtmetallfelgen, das Panorama-Glasdach, Nissan Intelligent Key mit Starterknopf, und und und.

Hervorzuheben ist auf jeden Fall das neue Fahrerassistenz-Paket als Serienausstattung des Tekna, was neben einem Fernlicht-Assistent, einem autonomen Notbrems-Assistent und der wirklich, selbst in Spanie hervorragend funktionierenden Verkehrszeichenerkennung auch einen Spurhalte-Assistent (allerdings „nur“ ein Passiver, der warnt, also nicht mitlenkt) und einen automatisch abblendenden Innenspiegel mitbringt. Auch das NissanConnect Navigationssystem, was prima funktioniert (vor allem bei der Anbindung vom iPhone sind die Nissan System immer schön einfach zu bedienen und kommen auch ohne Probleme mit Apps wie Spotify zurecht), ist in der TEKNA-Linie inbegriffen. Lediglich für das NISSAN Safety Shield ist ein Aufpreis von 650 EUR zu zahlen. Dieser lohnt sich aber meines Erachtens auf jeden Fall, schliesst er doch den Totwinkel-Warner und auch eine Müdigkeitserkennung ein und kommt zudem mit dem neuen intelligenten Einpark-Assistent daher (den wir leider aus Zeitmangel nicht testen konnten).

Das neue Exterieur-Design präsentiert sich jetzt deutlich moderner. Wie schon der Juke als Vorreiter des Crossover-Segments hat nun auch der neue Qashqai eine coupeartige Linienführung, die dem Japaner meiner Erachtens sehr gut steht. Vorne leuchten jetzt alle Ausstattungslinien mit serienmäßigen LED Tagfahrlicht, beim Tekna bekommt man zudem Voll-LED-Scheinwerfer.

Komm zum Punkt, ey! Wie fährt er sich? Die 120 PS machen aus dem Crossover keinen Rennwagen. Wer sportlicher unterwegs sein will, kann auf eine nismo-Version spekulieren, sollte dann aber ein wenig Ausdauer besitzen. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauert dann auch mal entspannte 10.9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 185 km/h erreicht. Das Fahrwerk ist mit Hinblick auf die Fahrleistung eher komfortabel denn sportlich, aber auch bei schnellerer Gangart gab es keinen Grund zum klagen. Dies ist wohl auch dem neuen Nissan Chasis Control zu danken, das über einen gezielten Bremseneingriff ein dynamischeres Fahrgefühl erzeugen soll und zudem soll die die aktive Fahrwerksregelung dafür sorgen, dass auf unebener Strecke durch das Abbremsen einzelner Räder der Qashqai eine ruhigere Strassenlage innehat. Die Sitzposition des Fahrers ist angenehm hoch, ideal zu Einsteigen, man hat den Verkehr gut im Überblick. Die Ledersitze der Tekna-Ausstattung bieten zudem ausreichend Seitenhalt, sind bequem, lediglich bei der Sitzheizung könnte für meinen Geschmack deutlich mehr Feuer kommen. Das belederte Lenkrad liegt gut in der Hand und die Anordnung der Bedienelemente ist durchaus ergonomisch. Hervorheben möchte ich noch das neue 5″ Display zwischen den beiden Rundinstrumenten, was in Farbe und schöner Auflösungen alle relevanten Infomationen des Fahrzeugs für den Fahrer parat hat.

Mehr geht immer. Aber gerade unter Berücksichtigung des Kaufpreises empfiehlt sich der neue 2014 Nissan Qashqai für alle Personen, die eine Anschaffung eines Crossovers oder SUVs planen. Gerade mit dem neuen Interieur und den nun zahlreichen Assistenz-Systemen ist der neue Qashqai ein Auto, an dem man in dem Segment nicht so schnell vorbeikommt. Mir hat der neue 2014 Nissan Qashqai auf jeden Fall gut gefallen. Ein paar weitere Impressionen gibt es in der nachstehenden Galerie: