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Angefahren: 2015 Audi S1 Sportback

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Gastbeitrag: Der nachstehende Beitrag entstammt der Tastatur von Journalistin Sarah Sauer, die in unregelmäßigen Abständen mit ihrer Schreibe auch auto-geil.de veredelt. Mehr von Sarah findet ihr in den Ruhr Nachrichten oder auch unter ausfahrt.tv.

Audi machts noch mal! Was? Den S1. Wie, ein Rallye-Auto auf die Straße bringen? Nein. Sondern? Den A1 auf die Straße bringen. Aber den gibt es doch schon? Ja, aber.
Jepp, es mutet zunächst ein bisschen verwirrend an. Was also hat es mit dem neuen Audi S1 auf sich? Der Hintergrund ist folgender: Der Name „S1“ könnte vielen noch aus den 80er-Jahren ein Begriff sein. Da machte sich der schwedische Schneekönig Stig Blomquvist einen Namen in der Rallye-Welt, indem er im S1 quattro unschlagbare Runden fuhr. Die Gleichung von dazumal lautet also: S1 = Rallye-Car mit Allradantrieb.

Nicht ganz so lange her, genauer vor vier Jahren, brachte Audi den A1 raus. Ein Auto für die Sub-Kompaktklasse. Vor zwei Jahren dann kam der A1 als Sonder-Edition: Quattro-Allradantrieb, böse 256 PS, und limitiert auf 333 Modelle – alle ausverkauft.

Jetzt, in 2014, können Quattro-Freunde und A1-Fans aufatmen: denn er ist wieder da. Mit Allradantrieb. Mit dem Unterschied, dass er jetzt S1 heißt und weniger PS hat – 231, um genau zu sein.

Ich bin die PS-starke, limitierte Version nie gefahren, kann aber sagen, dass der neue S1 2.0 TFSI rockt. Auch, wenn er „nur“ 231 PS (170 kW) hat. Ich persönlich bin kein großer Fan vom A1 – nur deshalb, weil es nicht mein Design ist – doch sowie ich den Motor gestartet habe, waren mir sämtliche Äußerlichkeiten egal. Ein verheißungsvolles Aufbrummen ließ mich grinsen, das Fahren ließ mich kichern, das Kurvenräubern schließlich (quer geht immer) ließ mich jubilieren. Der S1 geht und will nach vorne, mnanchmal war ich mir nicht sicher, ob ich den Kleinen ausführe oder er mich. Von 0 auf 100 in 5,9 Sekunden beschleunigt der Sportback (der Dreitürer benötigt 5,8), das maximale Drehmoment von 370 Nm liegt zwischen 1600 und 3000 Umdrehungen an, bei 250 km/h ist Schluss.

Der permanente Allradantrieb mit hydraulischer Lamellenkupplungrmöglicht und einer radselektiven Momentensteuerung sorgt merklich für Stabilität. Seine zuverlässige Art, zu beschleunigen, ist eine Wonne. Immer rauf aufs Gaspedal und dabei dem Motorbrummeln lauschen. Dank „Audi Drive Select“ macht der schon im Efficiency-Modus Laune, nach dem Switchen in „Dynamic“ nur noch mehr. Genauso wie das Schalten. Der S1 ist mit einer manuellen 6-Gang-Schaltung ausgestattet, die Schaltwege sind kurz und knackig. Ein Doppelkupplungsgetriebe wird übrigens nicht angeboten.

Es ist so: Wenn einem gerade zuhause ein Liter Milch fehlt, und der S1 vor der Türe steht, wäre ich die erste, die sich um den Einkauf kümmerte. Och, es fehlt noch Spülmittel? Kein Problem, ich fahr gerne noch mal! Es steht ein größerer Einkauf an? Hm. Dann wird es schon etwas eng, Stichwort: Sub-Kompaktklasse. 210 Liter Kofferraumvolumen hat er zu bieten. Du willst jemanden mitnehmen? Auf den Sportsitzen vorne ist das kein Problem, selbst für groß gewachsene Menschen ist dort ausreichend Platz. Im Fond aber wird es entsprechend ungemütlich.

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Überhaupt, Gemütlichkeit. „Black is beautiful“ schien sich Audi bei der Gestaltung des Interieurs gedacht haben. Der Innenraum ist schlicht dunkel, weil alles in Schwarz gehalten ist. Für 1750 Euro gibt es ein Optikpaket, dann glänzen an Mittelkonsole und den Vordersitzlehnen Verschalungen in Rot, Gelb oder – Schwarz. Naja, wenigstens ist es ein „High-Gloss-Schwarz“. Für mehr Helligkeit kann ein Panoramaglasdach geordert werden (880 Euro). Was das Exterieur betrifft, so machen S1-Badge und S-Stoßfänger mit Lufteinlässen vorn, S-Diffusoreinsatz, S-spezifische zweiflutige Abgasanlage mit je zwei ovalen Blenden und S-Dachkantenspoiler den Unterschied zum A1.

All das kostet. 29.950 Euro für den Dreitürer und 30.800 Euro für den Sportback müssen mindestens auf den Tisch gelegt werden. Das ist eine Ansage für den Geldbeutel. Sein Konkurrent, der Mini Cooper S, kostet circa 6000 Euro weniger – ist dafür aber auch nicht mit Allrad ausgestattet.

Die Gleichung von heute also lautet: S1 = viel Fahrspaß für viel Geld.

Wer mehr zum Audi A1 lesen möchte, hier Jan’s Fahrbericht zum Audi A1 Ambition 1.4 TFSI S line S tronic.