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2014 Alfa Romeo Giulietta 1.6 JTDM | Fahrbericht der Probefahrt

Gastbeitrag: Der nachstehende Beitrag entstammt der Tastatur von Journalistin Sarah Sauer, die in unregelmäßigen Abständen mit ihrer Schreibe auch auto-geil.de veredelt. Mehr von Sarah findet ihr in den Ruhr Nachrichten oder auch unter ausfahrt.tv.

Ich beginne direkt – mal wieder – mit einem Geständnis: In Sachen Giulietta war ich ein Opfer der Werbung. Als der erste Spot dazumal ausgestrahlt wurde, hatte ich auf der Stelle das Bedürfnis, mit Signora auszufahren. Es war ihr für meinen Geschmack etwas außergewöhnliches und unverwechselbares Äußeres, das mich in den Bann zog. Und vielleicht auch der weibliche Name. Ein Mädchenauto für ein Mädchen? Und mit welchen Augen sehen die Jungs da draußen eigentlich die Italienerin? Tatsächlich habe ich bis heute noch keinen Romeo hinterm Steuer der Giulietta gesehen. Dafür durfte ich dann jetzt ran, endlich und pünktlich zum Facelift 2014, das der Hersteller nur sehr sachte angegangen ist.

Der hat quasi nur noch mal ein bisschen nachgepudert, ein bisschen Chrom an der Front und andere Einfassungen für die Nebelscheinwerfer, drei neue Metallic-Lackierungen und drei neue Felgendesigns gibt es, ein bisschen mehr Farbe und Farbauswahl für den Innenraum, Sitze mit besserem Seitenalt – sehr gelungen! – , ein neu entwickeltes Infotainment-System (u-connect) und ein überarbeitetes Lenkrad. An der Stelle gibt es von mir ein „Schade, Alfa“, das hättet ihr besser machen können. Denn wo Optik und Anmutung sonst durch gute Verarbeitung und geschmackvolle (farbliche) Umsetzung überzeugen, kommt das Lenkrad wie ein klobiger Klotz daher. Relativ groß, sehr hart in der Haptik und für kleine Hände wahrscheinlich nicht sehr gut zu umfassen. Der Hersteller bietet mit dem Facelift auch einen neuen Motor an, so wurde die 2-Liter-Diesel Variante von 140 auf 150 PS verstärkt, das Drehmoment stieg parallel dazu von 350 auf 380 Nm. Außerdem gibt es zukünftig neben den klassischen drei Ausstattungsvarianten Veloce, Turismo und Quadrifoglio Verde eine weitere, die Basisversion „Impression“.

Ich bin die geliftete Giulietta als 1.6 JTDM mit 105 PS und 320 Nm in der Turismo-Ausstattung gefahren, und war auf Anhieb begeistert. Zum einen von der bereits beschriebenen Optik, eine Mischung aus Leder und hochwertigem Kunststoff, aber auch vom Fahrgefühl. Doch erst noch ein Geständnis an dieser Stelle: Seitdem ich den Führerschein habe, habe ich ausschließlich italienische Kleinwagen besessen. Das ist okay, ich mag mein Auto. Witzig war es dennoch zu spüren, dass ich mich mit dem Hineinsetzen in die Giulietta direkt ein bisschen „erwachsener“ gefühlt habe. Etwas mehr „sophisticated“.

So fährt sie übrigens auch. Sie ist brav, kann mit dem Motor nicht schneller als 185 km/h, aber langweilig ist sie dennoch nicht. Ein Fest für meine Sinne: Der eigentlich kühle, verchromte, kugelköpfige Gangwahlhebel der manuellen 6-Gang-Schaltung. Bei mir war er nach kurzer Zeit warm, weil ich die Finger nicht davon lassen konnte. In der Woche, in der ich sie ausführen durfte, hab ich immer wieder nach Worten gerungen um zu beschreiben, welches Fahrgefühl sie in mir evoziert. Sahne, Schokoladenschmelz und butterweich ist das, was ich assoziiert habe. Madame fährt sich wie am Schnürchen gezogen.

Dazu trägt auch dreistufige Fahrdynamikregelung D.N.A. bei, die in allen Modellvarianten zur Serienausstattung gehört und hält, was sie verspricht: Komfort im Modus „Natural“, stabiles Fahrverhalten im „All Weather“-Modus, und dynamisches Fahren bei „Dynamic“. Interessant im letzteren Modus: Die Gasannahme wird viel direkter und über die Overboost-Regelung des Turboladers wird die maximale Drehmomentkurve freigeschaltet. Ich kann mir nur ausmalen, wie viel Spaß dann erst die höheren Motorisierungen machen.