Allgemein
Kommentare 8

Kurze Probefahrt mit dem 2014 SEAT Leon Cupra 280

Während andere Menschen bei Klang des Wortes „Nürburgring“ einen Glanz in den Augen bekommen und beim Gedanken an die Nordschleife eine Gänsehaut bekommen, schätze ich den Ring eher wegen der wunderschönen Landschaft und den possierlichen Landstrassen. SEAT hatte mich und ein paar andere an den Nürburgring geladen, um einem Rennen der SEAT Leon EUROCUP beizuwohnen und den neuen SEAT Leon Cupra für eine kurze Probefahrt durch die Eifel auszuprobieren. Mitgebracht haben Jens und ich ein kurzes Ausfahrt.tv-Video und eben einen ersten Fahreindruck.

Unlängst bin ich den SEAT Leon als 3-Türer in der FR-Ausstattung gefahren (hier unser Ausfahrt.tv-Video), wie auch die Kombivariante, den SEAT Leon ST (auch zu diesem Wagen haben wir ein kurzes Ausfahrt.tv-Video gedreht) gefahren. Genug Leon-ErFahrung ist also vorhanden, so dass ich mich bei der wirklich kurzen Fahrt auf die wesentlichen Unterschiede der CUPRA-Version konzentrieren konnte.

CUPRA steht übrigens für CUP RACING und stellt das jeweils sportlichste Modell eines SEATs dar. Der 2.0 Benziner im SEAT Leon CUPRA leistet entweder 265 PS oder 280 PS (Wieso, weshalb, warum? Man weiss es nicht!). Beide Versionen erreichen ein maximales Drehmoment von 350 Nm, angetrieben wird die Vorderachse. Unterscheiden kann man die beiden Versionen daran, dass der leistungsstärkere Leon mit 19″ Alufelgen ausgeliefert wird (bei der 265 PS Version sind es 18″), dem Heckspoiler (den man bei der 265 PS-Version aber dazu konfigurieren kann), und dem weissen CUPRA Schriftzug auf den vorderen roten Bremssätteln. Den CUPRA an sich erkennt man gegenüber einer „normalen“ Serienversion übrigens an einer sportlicher gestalteten Front- wie Heckstosstange, den besagten roten Bremssätteln vorne und den CUPRA-Emblemen im Frontgrill und der Heckklappe. Selbiges Logo ziert auch den Innenraum, zu finden auf den Einstiegsleisten, im Zifferblatt des Tachos und an der Mittelkonsole.

Beim Fahren kommen die CUPRA-Gene zum Tragen, wenn man das Fahrprogramm mittels Tastendruck von Komfort auf CUPRA schaltet. Wer mag, kann sich auch die unterschiedlichen Komponenten auf Wunsch zurecht konfigurieren und als Individual-Programm abspeichern. Der Wechsel zwischen den einzelnen Programmen wirkt sich durchaus signifikant auf die einzelnen Komponenten aus. Ist das Fahrwerk im Komfort-Modus noch komfortabel straff abgestimmt, nimmt der Härtegrad nach dem Umschalten in den CUPRA-Modus durchaus wahrnehmbar zu. Aus die Gasannahme ändert sich, wie auch das Schaltverhalten bzw die Schaltzeiten des von mir gefahrenen 6-Gang DSG. Für den sportlichen Klang des SEAT Leon Cupra im Innenraum ist ein Soundaktor verantwortlich – sprich es ist eine kleine Mogelpackung, der Sound wird künstlich erzeugt. So ist der Leon CUPRA allen anderen Mitmenschen gegenüber eigentlich ein ganz ruhiger Zeitgenosse, nur hin und wieder hört man von Aussen, wie ein Rotzen aus der doppelflutigen Sport-Abgasanlage entfleucht. Ich weiss nicht, ob mir der Klang im Innenraum nur ein wenig zu synthetisch ist, weil ich um den Soundaktor weiss. Auf jeden Fall dürfte er ruhig ein wenig lauter sein.

Richtig angetan bin ich von der direkten Lenkung. Gerade die kurvigen Landstrasse in der Eifel zeigen sich als ideales Revier für den CUPRA – mal abgesehen von den ganzen Motorradfahrern, die ihren Kopf mit lieben beim Durchschneiden der Kurven in den Gegenverkehr halten. Aber dafür hat der CUPRA ja auch seine Bremsen, die sich schön dosieren lassen und auch kräftig zupacken können.

Den Seat Leon 1.8 TSI FR bin ich ja damals als 3-Türer gefahren. Ich bin ja eher ein Freund von Fahrzeugen bei denen man auch bequem hinten einsteigen kann. Das Platzangebot im Fond beim SEAT Leon CUPRA als 5-Türer ist auf jeden Fall für Kinder ausreichend, aber auch 2 Erwachsene kann man längere Strecke mitnehmen.

Der 1.8 TSI Benziner im Leon FR leistet wahlweise 122, 140 oder 180 PS. Ich bin damals die 180 PS Version gefahren. Gefühlt bewegen sich beide Fahrzeuge sehr sportlich. Im CUPRA soll eine Differenzialsperre an der Vorderachse die sportliche Fahrweise des Piloten unterstützen. Im Bedarfsfall wird das Antriebsmoment auf nur auf ein Rad geleitet, um das Handling zu verbessern. Somit soll ein Untersteuern in schnellen Kurvendurchfahrten vermeiden werden. Der 180 PS-Leon erreicht seine Höchstgeschwindigkeit bei 224 km/h und benötigt für den Sprint von 0 auf 100 km/h 7.2 Sekunden bei einem NEFZ-Verbrauch von 5.9 l/100 km. Entscheidet man sich hingegen für den SEAT Leon CUPRA 280, also eine Mehrleistung von 100 PS, so verkürzt sich die Sprintdauer bis zur 100 km/h-Marke auf 5,7 Sekunden. Wer weiter auf dem Gaspedal bleibt, der darf bis 250 km/h weiter beschleunigen, dann wird abgeregelt. Der NEFZ-Verbrauch liegt laut SEAT bei 6.6 Liter.

Der Unterschied bei der Anschaffung zwischen dem SEAT Leon CUPRA 265 (31.310 EUR) und 280 (32.610) ist nicht so groß. Der 180 PS FR startet bei 24.440 EUR. Ich kann nach den paar Kilometern sagen, dass der 2014 SEAT Leon CUPRA 280 eine ganze Menge Spass macht. Ob es wirklich für den gemeinen deutschen sportlich-ambitionierten SEAT Leon-Freund ein CUPRA sein muss, oder ob der 180 PS FR nicht auch reicht, vermag ich weder zu bewerten, noch mag ich dazu eine Empfehlung abgeben. Wir wollen den SEAT Leon CUPRA aber gerne zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal nach Bielefeld holen, um dann auch ein ausführliches Ausfahrt.tv-Video zu drehen. Alle Daten und Fakten zum 2014 SEAT Leon CUPRA, der ja in Genf auf dem Autosalon 2014 vorgestellt wurde, habe ich unlängst in dem vorstehend verlinkten Artikel in meinem Blog verewigt. Nachstehend habe ich für Euch noch ein paar Bilder mitgebracht.