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2014 Honda Civic Tourer 1.6 i-DTEC – Fahrbericht meiner Probefahrt #groessezeigen #civictourer

Disclaimer: Honda ist über eine Agentur an mich herangetreten und hat angefragt, ob ich im Rahmen ihrer „Größe zeigen“-Kampagne Interesse hätte, den neuen Honda Civic Tourer zu testen. Ich habe bejaht, bin den Civic Tourer eine Woche gefahren und habe dafür eine Aufwandsentschädigung bekommen. Weder Honda noch die Agentur hatten dabei Einfluss auf den Inhalt dieses Artikels, meine Meinung oder die Gestaltung. Wer damit Probleme hat, soll den nachstehenden Beitrag eben nicht lesen.

Was ist des Deutschen liebstes Auto? Auf jeden Fall ein Kombi und idealer Weise auch noch ein Diesel. Dieses Phänomen ist wohl ausschliesslich auf dem deutschen Markt in der Deutlichkeit vorhanden, in anderen Ländern fährt man lieber Limousine, Hatchback oder 5-Türer. Dennoch ist der deutsche Automarkt ein Wichtiger und so wundert es nicht, dass Honda nach 12 Jahren Abstinenz auch wieder einen Kombi im Segment der Kompaktklasse vorstellt. Hier tummeln sich neben dem Platzhirschen, dem VW Golf Variant auch allerlei Importeure um sich ein Stück Marktanteil zu sichern. In den letzten 12 Monaten wurden im Segment der kompakten Kombis unter anderem der Skoda Octavia, der SEAT Leon ST wie auch der Peugeot 308 SW in neuer Version vorgestellt.

Und nun eben auch Honda. Dem Kompakten namens Civic, der bereits seit 1974 bei uns zu kaufen ist und sich bereits in der neunten Produktgeneration befindet, haben die Japaner als nun einen Kofferraum spendiert und den Produktnamen um den Zusatz Tourer erweitert. Ganz und gar nicht bescheiden, hat man als Slogan zur Markteinführung „Größe zeigen“ gewählt. Ok, habe ich mir gesagt, dann zeigt mal her, die Größe. und habe einen 2014 Honda Civic Tourer 1.6 i-DTEC zum Testen bekommen.

Größe zeigen! Nach dem ersten Einsteigen muss ich erstmal schmunzeln. Den Slogan sollte die Person hinter dem Lenkrad nicht zu wörtlich nehmen. Ich messe 180 cm und stelle damit wohl so ziemlich den Durchschnittsdeutschen dar. Ich selbst kann im 2014 Honda Civic Tourer sehr bequem sitzen. Wohl aber sitze ich in der Regel gern ein wenig tiefer. Das ist beim neuen Honda Civic Tourer aber Bauart bedingt nicht möglich. Der Kraftstofftank ist unter den Vordersitzen verbaut. Das hat zwar allerlei Vorteile, aber eben auch den einen Nachteil, dass die manuelle Sitzhöhenverstellung für groß gewachsene Menschen ein wenig zu früh ihren Dienst verweigert. Unsere Ausfahrt.tv-Sarah mit der ich nachstehendes Video erstellt habe, überragt mich nicht nur intellektuell sondern auch körperlich um ganze 5 Zentimeter. Über mangelnde Kopffreiheit hat sie sich nicht beklagt, aber wenn sie den Sitz nicht ganz nach unten stellt, dann versperrt der Innenspiegel ihr den Blick.

Von diesem Detail, was die meisten potentiellen Käufer aufgrund ihrer Körpergröße nicht stören wird, einmal abgesehen, zeigt der Honda Tourer auf den vorderen Plätze wirklich Größe. Luftig hat man es. Das Armaturenbrett ist zweigeteilt, vorne hinter dem Lenkrad befindet sich ein zentraler Drehzahlmesser und zwei Zusatzinstrumenten. Das Hauptaugenmerk liegt aber oberhalb des Lenkrades. Hier wird ein Stück weit nach hinten versetzt die Geschwindigkeit in einem kleinen Display digital angezeigt. Noch ein Stück weiter endet die tief nach unter gezogene Frontscheibe. Das Raumgefühl ist sehr angenehm. Auch Ablageflächen sind reichlich wie praktisch vorhanden. Neben den beiden Getränkehaltern in der Mitte, nehmen auch die Türtaschen jeweils bequem zwei weitere Flaschen auf und bieten dann immer noch genug Platz für Schlüsselbund und Portemonnaie. Unter der breiten Armlehne befindet sich weiter ein angenehm dimensioniertes Staufach und als Clou auch noch ein seperates Fach für die Sonnenbrille. Für letzteres gibt es von mir einen extra Daumen nach oben.

Das Platzangebot auf der Rückbank ist nicht üppig, aber ausreichend. Auch hinter dem Fahrersitz, der auf mich eingestellt war, konnte ich noch gut sitzen. Ein wenig mehr Platz für die Beine wäre dennoch willkommen. Kinder hingegen sollten sich wohl fühlen, auch wenn die Ablagen in den hinteren Türtaschen ruhig noch ein wenig mehr Platz bieten könnten. Immerhin kann man dort ein Getränk abstellen, wie auch in der Mittelarmlehne, die im ausgeklappten Zustand Platz für zwei Flaschen bietet. Auch wünsche ich mir als Vater eines Teenagers jeweils Leseleuchten im Fond, damit der Nachwuchs auch bei Fahrten in der Dämmerung entspannt lesen kann. Ein echtes Highlight ist die Rückbank an sich. Diese lässt sich nicht nur zur Vergrösserung des Kofferraum-Volumens umklappen. Honda gibt mittels „Magic seats“ (und das gehört ab dem einfachsten Modell schon zur Serienausstattung) die Möglichkeit die Sitzfläche nach oben zu klappen. So erhält man eine ansatzweise ebene Fläche in den man hohe Güter (Bis zu 1,30 Meter hohe Gegenstände können aufrecht transportiert werden, wenn man sie denn durch die nicht ganz so hohen Türöffnungen bekommt) einladen kann. Auch freuen sich beispielsweise Hundebesitzer ohne Kinder, denn der geschaffene Platz gibt selbst größeren Vierbeinern ausreichend Platz ohne dabei den Kofferraum zu beschränken.

Und bei eben diesem zeigt der 2014 Honda Civic Tourer wirklich Größe! Mit einem Ladevolumen von stolzen 624 Liter übertrifft der Honda Civic Tourer den Platzhirschen Golf Variant. Und das gilt auch, wenn man die Rückbank umklappt. Dann stehen 1.116 Liter zur Verfügung, wenn man nur bis zur Fensterunterkante packen möchte, und ganze 1668 Liter wenn man den Tourer bis zum Dach beladen möchte. Bis zu 498 kg darf man an Gewicht zuladen. Bei Bedarf kann man davon 100 kg aufs Dach auslagern. Das zulässige Gesamtgewicht 1910 kg erlaubt zudem einen Anhänger mit einem Gesamtgewicht von 1.4 Tonnen zu ziehen.

Die Kofferraumfläche beträgt 105cm in der Breite zwischen den Radkästen und 1m in der Länge. Klappt man die Sitzbank um, bekommt man eine Liegewiese mit mindestens 1.7m Länge. Der Übernachtung im Auto sollte also auch mir problemlos möglich sein, denn wenn man die vorderen Sitze noch ein Stück nach vorne schiebt, hat man auch locker für 180cm Platz. Der Abstand zwischen Autodach und Kofferraumboden beträgt 80cm. Größe zeigen? Im Kofferraum kann der Civic Tourer auf jeden Fall die volle Punktzahl holen. Mir allerdings gefällt ein anderes Detail so richtig richtig richtig gut! Unter dem Kofferraumboden befindet sich noch ein weiteres Staufach. Hier passen zwei IATA-Trolleys hinein. Ich fahre ja oft genug mit meiner teuren Foto- und Videoausrüstung durch die Gegend. Wenn ich dann mal irgendwo etwas länger halten muss, dann kommt der innere Kampf. Sachen im Auto lassen? Sachen lieber mitnehmen? Als Hondafahrer würde ich mein Equipment einfach im Zwischenraum lagern und den potentiellen Langfindern den Blick in leeren Kofferraum erlauben. Wobei letzteres eh nicht so einfach ist, da ab der zweithöchsten Ausstattungslinie (5 verschiedenen Ausstattungsvarianten gibt es insgesamt) eine starke Scheibentönung der hinteren Seitenscheiben und dem Kofferraum inklusive ist.

Abschliessend möchte ich noch einmal zwei Daumen nach oben recken – für die extrem niedrige Ladekante. Lediglich 54 cm muss man das Gepäck nach oben heben, um es dann ganz bequem in den Kofferraum schieben zu können. Ich kann mich nicht erinnern schon jemals ein Auto gehabt zu haben, bei dem man weniger hoch heben musste. Das gefällt mir und zwar richtig. Wer das nicht verstehen kann, muss wissen, dass ich in der Regel meine Koffer mit dem Video-Equipment mitschleppe, der beladen so um die 25 kg wiegt. Da freue ich mich, wenn ich das Ding nicht so hoch wuchten muss.

Apropos Seitenscheiben. Sieht man sich den Honda Civic Tourer von der Seite an, so fällt sofort auf, dass sich die Höhe der Fensterflächen von vorne nach hinten verjüngt. Überrascht war ich dann auch, wie übersichtlich der Honda Civic Tourer doch ist. Mit einem Schulterblick kann man den Verkehr um sich herum sehr gut erfassen. Und zum Einparken kann man ganz bequem die Rückfahrkamera im Display des Infotainment-Systems nutzen. Das Infotainment-System selbst mag älteren Generationen ausreichen. Smartphone-User, wie ich, vermissen die Titel-Anzeige der via Bluetooth abgespielten Musikstücke. Auch die Integration einer Sprachsteuerung ist nicht besonders konsequent umgesetzt. Zumindest ist es mir auf Anhieb nicht gelungen, die Navigation zu einer gegebenen Adresse per Sprachsteuerung zu aktivieren. Abhilfe kann hier ggf. ein Ersatzgerät aus dem Zubehörhandel schaffen.

Bei Fahren macht der Kombi seinem Beinamen alle Ehre. Tourer. Es ist kein Rennwagen. Alles geschieht eher entspannt. Der neue Honda Civic Tourer mit dem 1.6 Liter Diesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung ausgestattet, der nicht zuletzt dank Turboaufladung über 120 PS verfügt und sein maximales Drehmoment bei 300 Nm erreicht, benötigt für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h ganze 10.5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 195 km/h. Den NEFZ-Verbrauch liegt laut Honda gerade mal bei 3.9 Litern Diesel auf 100 Kilometern. Mit seinem 50 Liter sollte man so also zumindest statistisch eine Reichweite von 1250 Kilometer haben. Ich habe während meines Testzeitraums – und die Wegstrecken hatten wenig mit dem NEFZ-Zyklus zu tun, wohl aber mit der Realität, denn entweder ging es möglichst schnell über die Autobahn, oder eben ganz normal durch die Stadt – einen Verbrauch von 6.6 Litern Diesel auf 100 Kilometern. Für Sparfüchse und umweltbewusste Spritsparer gibt es links neben dem Lenkrad übrigens einen grünen Knopf mit der Beschriftung ECON. Ist dieses System aktiv, so werden neben der Geschwindigkeit 2 Balken angezeigt, die grün leuchten, wenn man Sprit sparend fährt, sich aber blau verfärben, wenn man es die eigene Fahrweise an Effizienz vermissen lässt. Ein nettes, spielerisches Element, was mich zumindest im Stadtverkehr durchaus zum effizienten Fahren angespornt hat (Ja, ich gestehe, auf der Autobahn habe ich es ausgeschaltet).

Von den Beschleunigung verfällt man keines Falls in einen Geschwindigkeitsrausch und auch zum sportlichen Fahren verführt der Tourer nicht wirklich. Es ist eben ein sanfter Typ, der es gesittet angehen lässt. Die Bremsen hingegen müssen auch mal kraftvoll zupacken können, das tun sie auch, zudem lassen sie sich angenehm genau dosieren. Die Schaltung will nicht so ganz in das Konzept passen, denn sie ist geradezu knackig sportlich, die Wege sind kurz, die Abstimmung präzise. Aber Honda ist eben bekannt für seine sportlich-knackigen Getriebe, wieso sollte man im Tourer dann auch ein anderes verbauen. Optional, aber auch nur in Verbindung mit der zweiten angebotenen Motorisierung – einem 1.8 Liter Benziner mit 142 PS – gibt es auch noch ein 5-Gang-Automatikgetriebe. Die Übersetzung ist angenehm, man kann auch schaltfaul fahren. Schaltfaules fahren, also untertouriges Fahren wird übrigens auch mit angenehmer Ruhe im Innenraum belohnt. Nur wer den Motor in die hohen Drehzahlbereiche jagt, wird den Diesel wirklich hören. Wer es richtig eilig hat und stets an der Höchstgeschwindigkeit kratzt, muss bei Unterhaltungen die Stimme heben. Bis etwa 160 km/h kann man aber angenehm reisen.

Die Lenkung hat mich bei meinen ersten Fahrten irgendwie an meinen alten Citroen CX erinnert. Und das meine ich sehr positiv. Sie ist durchaus direkt, wenn auch nicht sportlich direkt, meines Erachtens aber sehr schön zu dosieren. Der Wendekreis des immerhin 4.54m langen Japaners beträgt 11.8 Meter, somit lässt sich der Civic Tourer auch recht einfach rangieren. Dank der guten Übersicht und der Rückfahrkamera klappt das Einparken auch prima. Das Fahrwerk ist komfortabel, mein Testwagen war mit adaptiven Dämpfern an der Hinterachse ausgestattet, deren Härtegrad man per Knopfdruck zwischen „Komfort“, „Normal“ und „Sport“ verstellen kann. Am deutlichsten wird der Unterschied auf langen Bodenwellen. Dort schwingt der Civic Tourer in der Komforteinstellung länger als in der Sporteinstellung nach.

Schön finde ich es, dass die japanischen Hersteller auch in Sachen Assistenzsystemen kräftig aufrüsten. Für den neuen Honda Civic Tourer gibt es zwei unterschiedliche Pakete. Im ersten Paket sind ein Tot-Winkel-Warner sowie ein Spurhalte-Assistent (Kamera scannt die Strasse nach Begrenzungslinien und warnt akkustisch sowie visuell, wenn man die Spur verlässt) enthalten. Des weiteren gibt es einen Ausparkassistenten, der beim Rückwärts ausparken kontrolliert, ob ein nahendes Fahrzeug den Vorgang behindert. Ein Kollisionswarnsystem und der City-Notbremsassistent greifen ein, wenn der Abstand zum Vordermann zu klein wird. Besonders gefallen hat mir aber die Schildererkennung, die gut funktioniert und die erkannten Schilder im kleinen Zusatzdisplay neben der Geschwindigkeitsanzeige dem Fahrer gut sichtbar kredenzt. Zudem hilft ein Fernlichtassistent beim automatischen Abblenden. Das zweite Paket, mein Testwagen war nicht damit ausgestattet, bietet darüber hinaus eine adaptive Geschwindigkeitsregelung. Wenn man also den Tempomant auf eine bestimmte Geschwindigkeit setzt und der vorrausfahrende Verkehr langsamer fährt als die gesetzte Geschwindigkeit, so passt der Civic Tourer seine Geschwindigkeit dem anderen Verkehr automatisch an – unter Wahrung des erforderlichen Sicherheitsabstandes.

Den Honda Civic Tourer gibt es in 5 verschiedenen Ausstattungsvarianten. Das preiswerteste Basismodell in der Ausstattung „S“ mit dem Diesel kostet 21.550 Euro, das von uns gefahrene Modell in der höchsten Ausstattungslinie Executive liegt ohne optionale Ausstattung bei 30.075 Euro.

Grösse zeigen? Das tut er durchaus, der neue 2014 Honda Civic Tourer. Vor allem im Kofferraum. Aber auch die Magic Seat finde ich sehr pfiffig. Wer also einen kompakten Kombi mit üppigem Platzangebot sucht, sollte sich den Honda Civic Tourer genauer ansehen. Für die Interessierten habe ich nachstehend noch ein Galerie mit 42 Fotos und Detailbildern eingebettet.

#groessezeigen #civictourer

Im Rahmen der Kampagne hat Honda auch weitere Blogger eingebunden, die sich teils sehr schöne Ideen haben einfallen lassen. So hat Christine beispielsweise zwei Kindern das erste Mal das Meer gezeigt. Snoopsmaus hat mit dem Tourer das Ruhrgebiet erkundet. Mia von Uberding hat gleich zwei ganze Tage im Civic Tourer verbracht. Und Thomas hat ein interaktives Video erstellt.