Probefahrten
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Fahrbericht meiner Probefahrt mit dem 2014 Hyundai i10 1.0 blue Trend

In den letzten Wochen hatten wir einige Oberklasse-Fahrzeuge bei uns zum Test in Bielefeld, die wir alle nicht besonders viel bewegt haben. Zumindest nicht ausreichend, wenn man sich ihre Langstreckentauglichkeit ansieht. Nun kam dann der Tag als bei mir vor der Haustür der 2014 Hyundai i10 1.0 blue Trend, übrigens in der Sonderfarbe “Morning blue”, abgestellt wurde. Der Kleinstwagen der Koreaner wird seit 2013 in der zweiten Generation gebaut und mag mit Allerlei glänzen, lädt aber augenscheinlich nicht zu Langstreckenfahrten ein. Bei Rückgabe des Hyundai i10 zeigte der Kleine stolze 1.150 km auf dem Tageskilometerzähler an. Viele dieser Kilometer habe ich ihn auf der Autobahn bewegt. Und gerade weil die mitnichten sein angestammtes Revier ist, hat mich der Nachfolger des Hyundai Altos von Kilometer zu Kilometer mehr überzeugt.

Der verbaute Drei-Zylinder-Benziner leistet gerade mal 67 PS und hat ein maximales Drehmoment von 95 Nm. Für die Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h benötigt man 14.9 Sekunden Geduld. Die Höchstgeschwindigkeit ist bereits bei 155 km/h erreicht, wohl aber darf ich anmerken, dass wir auf gerade Strecke durchaus flotter unterwegs waren. Den NEFZ-Verbrauch gibt Hyundai mit 4.6 Liter auf 100 Kilometer an. Diesen Wert sollte man bei gemässigter Fahrweise durchaus erreichen können. Bewegt man sich oft und – so wie es der kleine Motor eben zulässt – flott auf der Autobahn landet man bei 7 Litern. Selbst so kommt man mit dem 40 Liter Tank noch auf eine Reichweite von weit über 500 Kilometer.

Am meisten beeindruckt hat mich auf den Autobahn-Passagen indes, wie leise der 2014 Hyundai i10 1.0 blue im Innenraum bleibt. Selbst wenn die Tachonadel die 160 km/h Grenze mal überschritten hat, kann man sich sehr angenehm im Innenraum unterhalten – ohne auch nur ansatzweise die Stimme zu heben. Das gefällt mir sehr. Denn Lärm stresst – gerade auf längeren Strecken. Somit muss das verbaute Radio (keine Anbindung via Bluetooth möglich) auch gar nicht so laut aufgedreht werden. Der Klang ist der Fahrzeugklasse angemessen, gefallen hat mir jedoch, dass das dreizeilige Radio-Display bei per USB angeschlossenem iPhone Interpret, Songname und Album ausgibt – auch wenn man die Musik über Spotify abspielt.

Vor dem Antritt zu unser ersten längeren Strecke habe ich schon beim Betrachten der Sitze Rückenschmerzen bekommen. Ich bin doch schon alt und somit auch Zipperlein, der Rücken ist da durchaus empfindlich. Und auch hier kontert der Hyundai i10 ganz locker. 4 Stunden Fahrt – keine Rückprobleme. Dafür eine zweistufige Sitzheizung, deren stärkste Heizstufe durchaus Kraft hat. Ich bin beeindruckt.

Der Kofferraum ist ein kleiner Witz. Und der vorstehende Satz ein schlechter Wortwitz. 252 Liter kann er fassen, 4 Studenten auf Heimreise werden da auf eine Dachbox ausweichen müssen. Zumindest entspannt sitzen werden sie aber, denn im Fond bietet der nur 3.66 Meter lange Hyundai i10 erstaunlich viel Platz. Ist man hingegen nur zu zweit auf der Heimreise lässt sich die Rückbank (die im Verhältnis 60:40 geteilt ist) umlegen. Zwar bekommt man keinen ebenen Ladeboden, aber immerhin schwillt der Gepäckraum sodann auf ein Volumen von 1046 Liter an. Doch Obacht, je nach Modell liegt die Zuladung bei gerade mal 337 Kilo (im besten Fall bei 434 kg). TireFit, Warnwesten, Verbandskasten und Warndreieck finden in der ehemaligen Ersatzradmulde Platz.

Lässt man auf dem Fahrersitz sitzend das Auge über das Armaturenbrett schweifen, wird man ebenfalls positiv überrascht. Die zweifarbige Gestaltung gefällt mir zumindest gut, zumal sind alle Bedienelemente gut zu erreichen. Folgt die Hand jedoch dem Auge, so stösst sie auf Hartplastik. Die Haptik fällt hinter der Optik doch stark zurück. Aber zaubern können die Koreaner eben auch nicht und der Anschaffungspreis von gerade 11.820 Euro (in der Basisaustattung geht es ab 9950 Euro los) ermöglicht eben keine weiche Kunststoffarten. Der gemeine Sparfuchs kann den i10 übrigens auch mit einem 27 Liter LPG-Tank ordern, was dann aber zu Lasten des eh schon kleinen Kofferraums geht.

Im Übrigen bremsen die Bremsen anstandslos. Die Lenkung lenkt, hier würde ich mir eine etwas direktere Variante wünschen, für die Fahrzeugklasse passt sie aber. Die 5-Gangschaltung ist ordentlich übersetzt, man kann sogar ansatzweise schaltfaul fahren, die Schaltwege sind ok und die Gänge lassen sich problemlos einlegen. Und auch beim Fahrwerk habe ich nichts zu bemäneln – zumindest bei zwei Personen und Videoequipment an Bord. Ampelrennen wird man mit dem 2014 Hyundai i10 1.0 blue natürlich nicht gewinnen. Hin und wieder habe ich beim Fahren gedacht “Nun komm schon”. Für den Stadtverkehr reicht die Beschleunigung aber locker aus und selbst auf der Autobahn kann man bequem mitschwimmen. Von Überholmanövern auf der Landstrasse rate ich aber ab. Wer etwas mehr Leistung als Reserve haben möchte, es gibt auch einen 1.2 Liter 4-Zylinder, der dann 87 PS leistet.

Rundum kann ich festhalten, dass mich der 2014 Hyundai i10 1.0 blue Trend positiv überrascht hat. Als Zweitwagen sollte er auch zur Beförderung der Kinder problemlos eignen. Aber auch Studenten oder Kurzstreckenpendler sollten sich den i10 durchaus mal näher ansehen. Für einen erweiterten digitalen Ersteindruck lade ich ein in die nachstehende Galerie zu klicken: