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Auf Stippvisite in Paris und im Conservatoire Citroën (Citroën DS Galore)

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Es gibt so Tage – und ich weiss, das wollt ihr weder hören noch lesen – da beneide ich mich selbst um meinen Job. Vergangener Mittwoch, das war genau so ein Tag. Ich war in Paris, wenn auch nicht mit meiner Liebe oder der Liebe wegen, aber zumindest mein automobiles Herz war in Aufruhr. Citroën hatte mich eingeladen, gemeinsam mit Ihnen 24 Stunden in der französischen Hauptstadt zu verbringen. Natürlich war dies keine Lustreise, wenn auch eine lustige Reise und wer mich ein wenig kennt, der weiss, dass ich nicht nur einen alte Citroën DS im Vorgarten stehen habe, sondern auch eben dieses Modell mit Tinte in die Haut meines Oberarmes geritzt wurde. Ja, man kann ohne Zweifel behaupten, dass ich der französischen Automarke Citroën sehr positiv gegenüber eingestellt bin und (zumindest deren ältere) Modell sehr zu schätzen weiss.

Mein Tag in Paris begann dann mit einem kleinen Spaziergang bei prächtigem Sonnenschein. Ja, selbst Petrus hat sich alle Mühe gegeben, dass ich dieses Tag in Paris auch ja nicht vergesse. Unser fussläufiges Ziel war die DS World Paris im Luxusviertel von Paris, eine Art Citroën Flagstore. Hier zeigen alle nahmhaften Luxusfirmen, was man für teures Geld kaufen kann und auch Citroën zeigt hier der geneigten Laufkundschaft, was man rund um das Label DS – was ja heuer für die Produkte Citroën DS3, Citroën DS4 und Citroën DS5 steht – kaufen kann. Zudem ziert auch immer wieder ein ganz besonderes Automobil die dreigeschössigen Geschäftsräume. Ich mir war es vergönnt, eben dort eines der seltenen und heute kaum noch bezahlbaren Chapron-Cabrios (auf Basis einer Citroën DS 19 von 1958) in Augenschein zu nehmen. Ahhhhhh! Wow! Ich kann mich selbst an meinen Fotos kaum sattsehen. So ein Schmückstück mal fahren … (!!!) an besitzen will ich gar nicht denken.

Ein paar Fussminuten weiter, direkt auf der Avenue des Champs-Élysées befindet sich der C_42 Showroom von Citroën. Den Namen verdankt das mehrgeschossige Haus seiner Hausnummer. Doch entgegen möglicher Vermutungen – der C_42 Showroom dient nicht etwa der Präasentation von Neufahrzeugen. Vielmehr stellt Citroën hier im regen Wechsel unterschiedliche Fahrzeuge zu bestimmten Themen vor. Während unseres kurzen Stops hiess das Thema Abendteuer, gezeigt wurden unterschiedliche Rallye-Fahrzeuge – und ganz oben im Gebäude – eine DS. Nicht irgendeine, sondern der Citroen DS 21 Prototyp TAP, ein Konzept für den Rallye-Einsatz mit dem Francisco Romanzinho 1972 an der TAP Rallye in Portugal teilgenommen hat. Die Karosserie wurde um 60 Zentimeter gekürzt, einfach zu erkennen an dem Stummelheck und auch an den fehlenden Fondtüren, der Motor der DS 21 wurde auf 2.5 Liter aufgeblasen und erreichte eine Leistung von 190 PS. So ein Schmückstück mal fahren … (!!!) an besitzen will ich gar nicht denken.

Der nächste Programmpunkt war eine der schönsten Überraschungen, die ich seit langem auf einem Hersteller-Event erlebt habe. 5 Enten – nein nicht die Federviecher, dies hier ist ein Autoblog, ich meine natürlich den legendären Bestseller von Citroën, den Citroën 2CV – warteten samt Fahrer auf uns, um uns ein wenig durch die französische Hauptstadt zu fahren. Bei strahlendem Sonnenschein ist das natürlich ein ganz besonderes Vergnügen und durch das aufgerollte Dach durften wir uns die imposanten Gebäude von Paris ansehen. Das Fahrerlebnis in einer Ente, selbst wenn man nur hinten sitzt, ist in den Kurven ein ganz besonderes. Da neigt sich das Fahrzeug so herrlich. Und nur am Rande, Citroën versucht aktuell mit dem neusten Modell, dem Citroën C4 Cactus eben an den unglaublichen Erfolg des 2CV anzuknüpfen. Auch der Citroën C4 Cactus bietet zum kleinen Preis ein praktisches und im Innenraum wundervoll reduziertes Auto. Ich würde mich freuen, wenn die Franzosen mit ihrer Neuinterpretation Erfolg haben. Die Ente wurde über 5 Millionen mal produziert. Hinzu kommen diverse Derivate, wie beispielsweise der Citroën AMI 6 oder der Citroën Méhari.

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Nach einem Zwischenstop in Versailles und den umliegenden, wundervollen Gartenanlage (kleiner Tipp: im Café Le Saint Claire bekommt man sehr sehr leckere Baguettes) haben wir eine exklusive Führung durch ein Heiligtum von Citroën bekommen. Im Gegensatz zu Deutschland, wo der Rennsport ja eher ein Nischendasein fristet und allenfalls die DTM und Formel1 für großes Zuschauerinteresse sorgt, sind die Franzosen ein Rennsport-begeistertes Volk. Die Rennsportabteilung Citroën Racing geniesst den großen Respekt der Franzosen. Besonders beim Rallye-Sport. Zwischen 2004 und 2012 hat man mit der Rallye-Sport-Legende Sébastien Loeb neun Mal in Folge die Rallye-Weltmeisterschaft für sich entscheiden können. In der letzten Saison ist Sébastien Loeb zur Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC gewechselt, und Volkswagen hat sich den Rallye-Titel geholt (übrigens auch mit einem französischen Fahrer). Die Besichtigung der Hallen von Citroën Racing war durchaus beeindruckend. Sowohl die Rallye- (in Form des Citroen DS3 WRC) als auch die Tourenwagen-Weltmeisterschafts-Fahrzeuge (in Form des Citroën Elysée WTCC) werden hier aufgebaut und gewartet. Das Besondere daran – alle Teile werden von den Mitarbeitern selbst entwickelt. Fremdfabrikate werden nur eingebaut, wenn es das Reglement erfordert.

Die letzte Anlaufstelle unseres kurzen Paris-Besuchs war für mich mit weitem Abstand das spektakulärste Ereignis. Auf einem ehemaligen Werksgelände hat Citroën in einer großen Halle all seine eigenen Kostbarkeiten zusammengestellt. Das Conservatoire Citroën ist aber kein Museum, es ist vielmehr der Unterstellplatz für die stetig wachsende Citroën Sammlung. Kein guter Ort für einen Familienausflug, aber ein Paradies für jeden Citroën-Fan. Um die 300 Citroën aus allen Epochen kann man im Conservatoire Citroën bestaunen. Dabei stehen die Autos dicht gedrängt, nur hier und da findet man eine Info-Tafel, welche auf die Besonderheit des jeweiligen Modells hinweist. Einige Fahrzeuge benötigen auch keine Info-Tafel – wie beispielsweise die Ur-Ente (lesenswert dazu der Artikel von Tom Schwede: Foto des Tages – Prototyp des Toute Petite Voiture im CITROËN Conservatoire) oder aber auch die zahlreichen Konzeptfahrzeuge. Unter den Fahrzeuge befinden sich auch einige DS-Modelle (im Übrigen neue wie alte) und auch vier wundervolle Citroën SM konnte ich bestaunen. Darunter ein Versuchsfahrzeug in Form einer 1967 Citroën DS 21 V4, bestückt mit einem 1.8 Liter V4 Motor, angedacht für den US-amerikanischen Markt. Im Grunde wollte man jedes Fahrzeug ein Mal in Freie schieben, es in Ruhe fotografieren und dann ein paar Mal um den Block fahren. Ging natürlich nicht, denn die Zeit war knapp bemessen und der Rückflug war bereits gebucht.

Chapeau! rufe ich den Verantwortlichen von Citroën zu, die uns in sehr komprimierter Zeit einen Einblick in die Historie und Gegenwart des französischen Autokonzerns gegeben haben. Ich bin gespannt auf meine erste Probefahrt mit dem Citroën C4 Cactus und wünsche meiner französischen Lieblingsmarke, dass sie auch in Zukunft wieder schöne und innovative Fahrzeuge präsentieren können.

Weitere Eindrücke haben die Kollegen Jens Stratmann (Mit einer Ente durch Paris!, Erster Eindruck vom Citroen Cactus!, Die Area 51 in Paris – Ufo-Sichtungen bei Citroen! Das Conservatoire!) und Larissa Rutkowski (24 Stunden in Paris mit Citröen – der perfekte Trip für Sie und Ihn) in ihren Blogs veröffentlicht.