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Schon drin gesessen: der neue 2015 Volvo XC90

Das letzte Mal war ich vor über 30 Jahren in Schweden, da habe ich mich über die Einladung von Volvo zur Weltpremiere ihres grossen SUV XC90 nach Stockholm doch sehr gefreut. Und überhaupt ist Volvo doch eine sympathische Auto-Marke, der man immer sehr wohlwollend entgegen tritt – insbesondere da Saab nicht mehr existiert und Volvo nun die einzige verbleibende nordische Automarke ist. Volvo bedeutet “ich rolle” aber es steht – zumindest bei mir – für besonders sichere Autos. Ich werde auch nie meinen Besuch bei einem Volvo-Händler vergessen, der da einen Zeitungsausschnitt in seinem Büro gerahmt hatte, auf dem ein verunfallter Volvo 850 zu sehen war. Die Schlagzeile lautete in etwa “Trecker überfährt PKW – Passagiere ohne Verletzungen”.

Genau dies haben sich die Schweden übrigens mit ihrer “Vision 2020” auf die Fahnen geschrieben. Sie wollen ihre Fahrzeuge bis 2020 soweit aufgerüstet haben, dass kein Volvo-Passagier mehr bei einem Unfall zu Schaden kommt. Und so bringt auch der neue 2015 Volvo XC90 einige neue Sicherheitssysteme mit, während bereits etablierte Helferchen optimiert wurden. Run Off Road Protection ist eines dieser neuen Systeme, es soll zum einen verhindern, dass ein Volvo überhupt von der Strasse abkommt, wenn es aber unvermeidbar ist, versucht das System die Insassen zu schützen. Neu ist ebenfalls der Kreuzungsassistent, der Kollisionen im Kreuzungsbereich verhindern soll. Das System Volvo City Safety erkennt nun nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Radfahrer und Fussgänger – nun auch im Dunklen.


Das Video “Weltpremiere 2015 Volvo XC90 Stockholm SUV” auf Youtube ansehen.

Dazu geht man auch bei Volvo immer weiter in Richtung autonomes Fahren. Der Stau-Assistent ermöglicht in Verbindung mit dem Spurhalte-Assistenten schon jetzt (teil-) autonomes Fahren im Stop-n-Go-Verkehr. Spannend ist das alle nicht nur für potentielle XC90-Fahrer, von denen es in Nordamerika, Russland und Asien deutlich mehr geben wird als in unseren Breiten. Das neue Buzzword-Kürzel lautet SPA. Mit dem Volvo XC90 läuten die Schweden eine neue Ära ein. Nicht nur, dass dieser SUV das erste Fahrzeug ist, was komplett neu entwickelt wurde, nachdem Volvo von Ford an die Chinesen verkauft wurde. SPA steht für skalierbare Produkt Architektur und bedeutet, dass Volvo nun auch über ein Baukasten-Prinzip verfügt, die für die komplette Modellpalette oberhalb des V40 genutzt werden kann. So kann man also davon ausgehen, dass auch der kommende XC60 oder auch der V70 die sicherheitsrelevanten Systeme innehaben wird.

Ganz klar hat man sich bei Volvo auch für eine 4-Zylinder-Strategie entschieden. Der neue XC90 kommt zunächst mit 2 Diesel und 2 Benzin-Motoren, die alle über 2 Liter Hubraum verfügen. Der schwächste Motor wird schon 190 PS leisten, der stärkste Volvo kommt mit einem 320 PS Benziner daher, der von einem 80 PS Elektromotor unterstützt wird. Letzterer treibt dann die Hinterachse an, während der Benziner die Vorderräder mit Kraft versorgt. Insgesamt verfügt das Hybrid-Modell dann über ein maximales Drehmoment von 600 Nm. Die koventionellen Antriebssysteme wird man als Fronttriebler oder als AWD ordern können, der Allradantrieb ist dann intelligent in seiner Kraftverteilung. Angeboten wird der XC90 übrigens auch optional mit Luftfederung.

Ab dem 3. September kann man sich einen von 1.927 Volvo XC90 in der FIRST EDITION sichern – allerdings nur im Internet. Vollausstattung heisst es da – Kostenpunkt 90.000 Euro. Wer jetzt noch nicht möchte oder aber das Budget eher tiefer ansetzt, muss sich bis 2015 gedulden, dann gibt es den neuen 2015 Volvo XC90 für jedermann ab 50.000 Euro. Über 630.000 Einheiten der 2002 erstmalig vorgestellten Generation des XC90 hat man übrigens verkauft und in den 12 Jahren dem SUV nur 2006 ein Facelift spendiert. Mit all den neuen Features erhofft man sich vor allem in Nord-Amerika und China einen starken Umsatzanstieg.

Während ich vom Äußeren des großen schwedischen SUV etwas enttäuscht bin – ich hatte mir eine futuristischere, männlichere Außenhaut gewünscht – die Konzepte hatten da doch einiges versprochen, ist das Interieur ganz nach meinem Geschmack. Schön schlicht. Wie schon in Mercedes S- und C-Klasse zieht jetzt auch bei Volvo die elegante Schlichtheit ein. Ein Knopfleiste in der Mittelkonsole, der Rest wird über den tabletartigen Touchscreen gesteuert. Das sieht nicht nur schick aus, meine ersten Versuche lassen mich erahnen, dass es auch prima funktioniert. Da kann man sich schon mal auf die Fahrveranstaltung freuen. Volvo wird mit seinem Infotainmentsystem Sensus übrigens sowohl Apple CarPlay als auch GoogleAndroid Auto unterstützen. Prima. Für die ausgewogene Beschallung sorgt mein ehemaliger Arbeitgeber Bowers & Wilkens. Die Briten, die für ihre Highend-Lautsprecher bekannt sind, hatten sich schon bei Jaguar eine zeitlang im Automotiv-Sektor ausprobiert. Das Engagement ist mittlerweile beendet und war akustisch meiner Meinung auch nicht besonders gut oder erfolgreich. Heute stellt B&W bei Maserati das Soundsystem (konnte ich noch nicht hören) und nun wohl auch bei Volvo. Zumindest als Premium-Soundsystem mit 1.400 Watt, 18 Lautsprechern und 1 Subwoofer. Dabei kommen ihre Kernkompetenzen wie “Tweeter-on-top” und Kevlar-Membranen zum Einsatz. Ich freue mich schon auf die Fahrveranstaltung und werde da meine Ohren ganz besonders spitzen.


Das Video “2015 Volvo XC90 World premiere / Debut / Static Presentation / Stockholm / SUV” auf Youtube ansehen.

Herausstellen möchte ich zum Abschluss noch das Tagfahrlicht. Die Schweden haben die LEDs nun so angeordnet, dass man den XC90 auch im Dunkeln von hinten gut erkennen kann. Geformt wie ein Hammer – Thors Hammer – soll die Form positive Assoziationen vermitteln. Jens findet das in unserem Ausfahrt.tv-Video hammermässig, ich durchaus schick und clever gestaltet.