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MINI Motorsport und X-RAID sind bereit für die Dakar 2015

Während ich emsig in meinem Büro sitze und mein Jahr abschliesse, beginnt für die Motorsport-Sparte von MINI und das X-RAID-Team quasi gerade die neue Saison. Man steckt voll und ganz in den Vorbereitungen auf die Dakar 2015, die in diesem Jahr am 3. Januar 2015 in Buenos Aires in Argentiniens Hauptstadt starten wird. Bis zum 17. Januar werden 168 Teams und Einzelfahrer sich dem letzten echten Rallye-Abenteuer stellen. Die Dakar 2015 macht auf dem 9.000 Kilometer langen Rundkurs nach Termas de Río Hondo und zurück nach Buenos Aires auch Abstecher nach Bolivien und Chile.

Aks Kind der 70iger bin ich mit der Rallye Paris-Dakar aufgewachsen. Damals – die erste Rallye fand 1979 statt – berichteten noch die öffentlichen-rechtlichen Sender täglich teils live von dem Rallye Spektakel. 1992 wurde das erste Mal der Rallye-Name ad absurdum geführt, damals musste die harten Hunde von Paris nach Kapstadt (Süd-Afrika) fahren. Im Jahre 2008 wurde die Rallye aus Sicherheitsgründen ganz abgesagt, man fürchtete terroristische Anschläge auf afrikanischem Grund. Seit 2009 heisst die Rallye nur noch „Dakar“ und wird in Südamerika gefahren. Dort gibt es nicht einmal ansatzweise ein Dakar, die Vegetation lässt aber die Planung einer ähnlich anspruchsvollen Strecke zu.

2010, neun Jahre nachdem der MINI unter Federführung des BMW-Konzern neu belebt wurde, begann man in München an einem Motorsport-Engagement bei der Dakar zu arbeiten. Bereits ein Jahr später hatte man mit dem hessischen Partner X-RAID einen MINI ALL4 RACING, der auf dem Serienmodell des MINI John Cooper Works Countryman basiert, aufgebaut und nahm das erste Mal an der Dakar teil. Und während sich KTM im Bereich Motorrad schon seit 13 Rennen immer wieder auf dem ersten Platz sonnen darf, wie auch das russische Unternehmen Kamaz bei den Lastern in den letzten 12 Rennen 10 mal den Sieger stellte, hat sich nun MINI seit 2012 drei Mal in Folge die goldene Dakar-Büste mit nach München nehmen dürfen. In den ersten beiden Jahren war der Franzose Stéphane Peterhansel, der schon in den 90iger Jahren sechs Mal für Yamaha die Motorradwertung sowie 2004,2005 und 2007 auf einem Mitsubishi die Autowertung für sich entscheiden konnte, für MINI der Gewinnbringer.

Im letzten Jahr hat sich der Spanier Nani Roma mit seinem französischen Co-Piloten Michel Périn den goldene Büste sichern können. Nani konnte 2004 auf einer KTM die Dakar für sich entscheiden. 2012 wurde er Zweiter, 2013 belegte er den vierten Rang. Michel Périn ist seit 1977 im Motorsport aktiv und war zwischenzeitlich auch Teammanager der Motorsport-Abteilung von Citroën. Ich durfte die beiden bei einem Event in Dubai im April diesen Jahres kennenlernen und bin immer noch fasziniert von der Ruhe, die diesen beiden Rennsportler ausstrahlen. Gestern habe ich die beiden nun wieder treffen dürfen. MINI hatte zu einem Media – Round Table eingeladen, an dem uns die Beiden wie auch MINI -Chef Jochen Goller (auf seinem Kärtchen steht „Senior Vice President MINI“) unsere Fragen beantwortet haben.

So nutze der Chef dann auch höchstselbst die Gelegenheit, um die Verlängerung des MINI-Motorsport Engagements bei der Dakar zu verkünden. Ursprünglich hatte man sich bis 2015 commited, nun wird MINI noch mindestens zwei weitere Jahre gemeinsam mit dem Partner X-RAID bei der Dakar aktiv sein. Neben den beiden vorgenannten Protagonisten werden 9 weitere Teams bei der Dakar an den Start gehen. Neben Nani Roma und Michel Périn, starten die beiden Argentinier Orlando Terranova Bernardo „Ronnie“ Graue sowie das polnisch-französische Duo Krzysztof Holowczyc und Xavier Panseri für das Monster Energy Rally Raid Team. Insgesamt 15 Nationen sind im dem MINI-X-RAID Team vertreten, darunter mit Stephan Schott und Holm Schmidt eine rein deutsche Besetzung.

Dass die Dakar in Wirklichkeit ein Teamsport-Veranstaltung ist belegte Michel Périn mit zwei Aussagen, die bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Er wäre stolz, dass im letzten Jahr von 10 gestarteten MINI-Team es alle ins Ziel geschafft hätten, erklärte der ruhige Franzose. Zudem fügte er hinzu „Wir wollen gewinnen! Aber wenn wir das nicht schaffen, dann helfen wir dem besten MINI zu gewinnen. Ob ich selbst gewinne oder ein anderes Team, steht für mich im Hintergrund – Hauptsache ein MINI gewinnt.“ Da bekommt man doch eine Gänsehaut von so viel Kameradschaft und Sportsgeist.

Teamgeist muss 2015 bei der Dakar unbedingt gross geschrieben werden. Bei einem zweitägigen Ausflug von Chile nach Bolivien werden die Support-Fahrzeuge und Mannschaften in Chile verbleiben, die Teams sind dann auf sich allein gestellt und müssen Reparaturen selbst ausführen. Auch die Anzahl der Reserve-Reifen wird an den beiden Tagen auf steinigen Pisten eine wichtige Rolle spielen. Wenn sie die Teammitglieder da nicht untereinander helfen, wird es sehr eng. Extra für diesen beiden Tagen haben die Team auch schon das Zelten in Höhen von über 3.000 Meter geprobt. Auch die Anden-Überquerung wird eine harte Prüfung für Mensch und Maschine. Sauerstoff darf nicht im Auto mitgeführt werden – eine echt Herausforderung bei den zahlreichen Höhenmetern der Etappen. Den Teamspirit hat man dann auch noch einmal gemeinsam bei einem Event auf Teneriffa eingeschworen. Gemeinsam hat man gekocht, abgewaschen und sich körperlich fit gehalten. Michel Périn verbringt übrigens neben seinem Fitness-Programm die meiste Zeit damit, sich per Google Earth und Video-Material mit den möglichen Strecken vor allem aber dem Terrain und der Umgebung vertraut zu machen.

Für Nani Roma, der nun zum 19ten Mal bei einer Dakar an den Start geht, bleibt es spannend. Neben Peugeot, die sich mit einem 2008 DKR ihre Rückkehr bestreiten, hält er vor allem Toyota für starke Gegner, die es im Auge zu behalten gilt. Während Peugeot sich die Dienste von Stéphane Peterhansel sichern konnte, schickt Toyota den Nasser Saleh Al-Attiyah, der 2011 für Volkswagen die Dakar gewinnen konnte, auf dem Overdrive Toyota Hilux als Spitzenmann ins Rennen. Nani Roma bleibt aber zuversichtlich. Der MINI ALL4 RACING wurde im Vergleich zum Vorjahr vor allem in Sachen Dach-Aerodynamik optimiert. Zudem hat man ausgiebig an der Schaltung und dem Fahrwerk und der Federung gearbeitet. Fast 7.000 Testkilomter hat das fertige Fahrzeug nun hinter sich und zeigt sich bestens gerüstet für die Dakar 2015. „The success arrives when you work hard“ verrät der Spanier.