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Neujahrsempfang und Weltpremiere des Mercedes-Benz GLE Coupé (C292) in Detroit

Die Tage von Daimler-Chrysler sind lange vorbei, doch jedes Jahr aufs Neue verkündet Daimlers Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche mir glaubhaft seine tiefe Verbundenheit zur Stadt Detroit, in der er doch damals eine Weile gelebt hat. Und Dieter Zetsche scheint auch einen guten Draht von Detroit selbst zu haben, denn passend zum Anfang des Jahres in dem Mercedes-Benz seine komplette SUV-Flotte mal eben grundlegend renovieren möchte und dazu auch noch das 30-jährige Jubiläum von Mercedes-Benz Allrad-Antriebs 4MATIC feiern kann, schneit es hier in Michigan in der amerikanischen Autohauptstadt.

Daimler hat sich einiges vorgenommen in diesem Jahr. Eigens finde ich richtig spannend, andere Dinge lassen den Mercedes-Fanboy in mir unschön erschaudern. So wird es zukünftig AMG light-Modelle geben, mit denen man die Verkaufszahlen des AMG-Logos wohl zwanghaft nach oben pushen möchte. Hatte man sich gerade erst einleitend für das Mercedes-SUV-Jahr eine ansatzweise sinnvolle Namensgebung für die SUV-Modelle einfallen lassen, so will man wohl den Knoten im Kopf der Mercedes-Freunde nicht ganz auflösen.

Zur Erklärung. Der GLA ist und bleibt das SUV passend zur A-Klasse. Der GLK hingegen, wird später diesen Jahres in GLC, dem SUV der C-Klasse, unbenannt. Der ML – oder wie ich auch immer wieder gerne sagen, die M-Klasse – heisst ab sofort GLE. Das GLE Coupé wurde just heute offiziell live und in Farbe der Weltöffentlichkeit präsentiert, der eigentliche GLE – als das Auto, was man in Deutschland verkaufen möchte, wird dann später auf der Autoshow in New York offiziell vorgestellt. Und zu guter Letzt wird noch aus dem jetzigen GL ein GLS, also das SUV der S-Klasse. Passt. Gut gemacht, Daimler. Auch führen alle Diesel-Modell künftig ein kleines bescheidenes „d“ in der Typenbezeichnung und kein CDI-BlueTec-Blabla-Gedöns mehr. Super.

Nun stellt Mercedes heute also auch eine AMG-Version des GLE Coupés vor. Und wie heisst das Ding dann wohl? Richtig, weiss ja jedes Auto-interessierte Kind: Mercedes-Benz GLE 63 AMG Coupé! Lekka V8 und alles. Eben die „Oh Yeah“-Version des Fahrzeugs. Aber halt. Mercedes stellt gleich zwei AMG-Modelle hier in Detroit vor. Ja, wirklich, ich war ja eben unten und habe sie gesehen. Und das zweiten heisst wie? Mercedes-Benz GLE 450 AMG Coupé. Kurz stelle ich mir einen SUV mit einem 45 Liter Hubraum Sternenmotor vor. Rock’n’Roll! Schön wäre es ja.

Hinter dem meiner Meinung nach vollkommen unsinnigen Namen versteckt sich die LIGHT-Version von AMG. Also die automobile Menthol-Zigarette von AMG. Den Single-Blade im Frontgrill ziert kein AMG-Schriftzug, genauso wenig hat das Lenkrad ein entsprechendes Signet. V6 statt V8, das hätte ich ja noch nicht mal schlimm gefunden. Aber unter der Motorhaube? 100 Robots, one Engine. Statt „Made by Racers“ eher ein „Developed by Marketing Strategists“. Und meiner Meinung nach nicht zuletzt auch eine Herabwürdigung aller AMG-Fans und -Kunden. Aber gut. Die hohen Herren werden sich dabei schon etwas gedacht haben und nachdem Tobais Moers ja nun mit Mercedes-AMG als Sub-Marke an den Markt und viele neue eigene Produkte entwickeln kann, musste er wohl oder übel seine Zugeständnissen machen. Von mir als Mercedes-Fan, der niemanden bekehren will, gibt es ganz klar einen Daumen nach unten für diese Mogelpackung!

Erst kürzlich bin ich die zweite Generation des BMW X6 gefahren. „Der ist so drüber, dass ich ihn fast schon wieder gut finde.“ habe ich gesagt. Oder auch geschrieben. Auf jeden Fall aber gedacht. Und dazu stehe ich. Ein für mich vollkommen sinnbefreites Auto. Aber BMW ist mit dem SUV-Coupé-Crossover eben verdammt erfolgreich. Und da will Mercedes jetzt auch ein Stück vom Kunden abhaben. Nachdem sie BMW ja schon eine Produktgeneration lang das Feld ganz allein überlassen haben, wird es wohl auch Zeit. Dem Geschäftssinn gebe ich nach. Aber schöner wird er in meinen Augen dadurch immer noch nicht. Aber dafür haben wir die Vielfalt ja. Es gibt wie gesagt genug Käufer die einen Zwitter aus SUV und Coupé eben unbedingt kaufen möchten.

Erfreut hat mich hingegen die Tatsache, dass die C-Klasse jetzt auch als „Plug-in Hybrid“ verfügbar sein wird. Ich bin ja vor einigen Wochen schon die S-Klasse als Mercedes-Benz S500 Plug-in Hybrid gefahren und war wirklich hellauf begeistert. Wenn ich mir einen S-Klasse kaufen würde, dann nur eben diese Version. Und so freue ich mich ungemein, dass nicht nur die C-Klasse als Mercedes-Benz C 350 Plug-in Hybrid die Umwelt ein wenig weniger belasten wird, sondern dass der Daimler durchaus plant noch viele weitere Modelle der Flotte als Plug-in Hybrid-Version auszuliefern. Da wird sich einiges tun in den nächsten Monaten. Zudem auch schon die letzten Tests laufen, in dem man diesen fortschrittlichen Antrieb mit dem bewährten und stets weiter entwickelten 4MATIC Allrad-Antrieb verbunden hat.

Auf jeden Fall wird es ein aufregendes Jahr für und mit Mercedes.